John X Safaris veröffentlicht Skandal-Video

Erst Safari-Tiere lebend bestaunen, dann diese euphorisch töten. Tierjagdfirma mit perfider PR-Aktion

(Autor: Ghassan Abid)

Spätestens seit der US-Tierjägerin Kendall Jones, über die die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ als erste Presse im deutschsprachigen Raum und womöglich weltweit exklusiv berichtete, weiß die Öffentlichkeit, dass die Trophäenjagd in Südafrika eine boomende Branche ist. Geduldet von Politik und Behörden und nachgefragt von in- und ausländischen Tierjägern, erwirtschaftet die Branche dreistellige Millionenumsätze. Nun begibt sich ein Unternehmen in die Offensive und provoziert mit einem perfiden Video.

John X Safaris

© Während die Mehrheit der Tierjagdunternehmen in Südafrika äußerst verschwiegen arbeitet und die Öffentlichkeit möglichst meidet, startet John X Safaris eine perfide PR-Strategie, um neue Kunden zu gewinnen. Kürzlich veröffentlichte die Firma ein Skandal-Video, das gezielt provozieren soll. (Quelle: John X Safaris)

John X Safaris ist bereits seit über dreißig Jahren im südlichen Afrika in der Jagdbranche tätig. Die Teilnahme von Firmenrepräsentanten an US-Messen, wie jüngst in Dallas, verdeutlicht die Bedeutung von US-Interessenten. Das Unternehmen erklärt auf seiner eigenen Website, dass viele der Kunden wiederholt bei John X Safaris buchen, um teilweise vom Aussterben bedrohte Tiere des Spaßes wegen abzuknallen. Auch Familienausflüge werden mittlerweile vom zweifelhaften Dienstleister angeboten. Papa, Mama und Kinder jagen dann enthusiastisch eine Antilope.

Nun geht das Unternehmen im Gegensatz zu den konkurrierenden Jagdfirmen in die Offensive. Mit einem kürzlich veröffentlichen Skandal-Video wirbt John X Safaris anfänglich mit schönen und traumhaften Safari-Bildern. Allerdings hält die Idylle nicht bis zum Schluss des Werbevideos an. Denn ab Minute 2:08 wird aus der entspannenden eine nach Abenteuer animierende Musik, kombiniert mit verstörenden Bildern abgeschossener Tiere. Sogar auf zwei Nilpferde, die sich im Wasser befinden, wird scharf und tödlich geschossen. Mit der Euphorie der Jagdtouristen findet das Promo-Material ein Ende.

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© Raubkatzen wie der Gepard, Leopard oder Löwe sind vom Aussterben bedroht und werden nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) unter Schutz gestellt. Jeglicher Handel ist streng verboten. Dennoch ist die kommerzielle Jagd nach diesen Widtieren, die sogenannte Trophäenjagd, gesetzlich erlaubt und nach geltendem südafrikanischen Recht legal. (Quelle: John X Safaris)

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© Während die amtierende Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in einem Interview mit der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ die Trophäenjagd in Südafrika eindeutig ablehnt, sprechen sich ihr Ministerium und das für den Artenschutz zuständige Bundesamt für Naturschutz (BfN) für die kommerzielle Jagd aus. (Quelle: John X Safaris)

Südafrika war bereits mehrfach im Visier ausländischer Trophäenjäger. Neben Kendall Jones und Melissa Bachman aus den USA, profitieren auch chinesische und einheimische Unternehmer vom Töten wilder Tiere. Nach eigenen Recherchen bezahlt man für das Erlegen einer Giraffe rund 4.000 US-Dollar,  für einen Löwen um die 22.000 US-Dollar und für einen Elefanten über 35.000 US-Dollar. Einem Bericht der Sunday Times zufolge wurde in Südafrika ein Spitzmaulnashorn (black rhino) für einen Rekordpreis von 300.000 US-Dollar erschossen. Da die Politik keine Notwendigkeit sieht, diesem Treiben ein Ende zu setzen, wird sich der Jagdtrend fortsetzen, wenn nicht sogar ausweiten.

John X Safaris mit Skandal-Video zur Trophäenjagd in Südafrika

Eine Antwort zu “John X Safaris veröffentlicht Skandal-Video

  1. Pingback: Trophäenjagd in Südafrika in der Kritik | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

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