„Spy Cables“: Südafrikas Geheimdienst überfordert

Al Jazeera veröffentlicht Dokumente zu geplantem Mordanschlag auf AU-Vorsitzende Dlamini-Zuma

(2010sdafrika-Redaktion)

Gegen die am 15. Juli 2012 neu gewählte Kommissionsvorsitzende der Afrikanischen Union (AU), Nkosazana Dlamini-Zuma, sollte ein Mordanschlag verübt werden. Die Geheimdienste Südafrikas und Äthiopiens stellten sich auf eine „unmittelbare Gefahr“ für die ehemalige Innenministerin Südafrikas ein, waren jedoch mit der Gefährdungssituation deutlich überfordert. Dem arabischen TV Sender Al Jazeera sind Unterlagen zugespielt worden, die diese Vorkommnisse belegen. Der Sudan wird als Drahtzieher des Komplotts genannt.

African Union Commission

© Der Sudan hatte im Oktober 2012 einen Mordanschlag gegen die neu gewählte AU-Kommissionsvorsitzende und ehemalige Innenministerin Südafrikas, Nkosazana Dlamini-Zuma, geplant. Die Geheimdienste Südafrikas und Äthiopiens waren über eine laufende Operation informiert. Dennoch hätten sie die AU-Vorsitzende nicht beschützen können – belegen dem TV-Sender Al Jazeera zugespielte Unterlagen der SSA. (Quelle: flickr/ African Union Commission)

Die Regierung in Pretoria ist mit der seit dem 23. Februar beginnenden Enthüllungsserie sichtlich überfordert. Bislang schweigen die politisch Verantwortlichen. Hunderte Dokumente zur Korrespondenz zwischem dem südafrikanischen In- und Auslandsgeheimdienst SSA und seinen Partnern CIA, Mossad, MI6, FSB und anderen Diensten sind geleaked worden. Ein südafrikanischer Agent hat sich als Whistleblower hervorgetan. Nun veröffentlichen Al Jazeera und der britische Guardian die Dokumente, die teilweise mit der Geheimhaltungsstufe “Streng Geheim” klassifiziert wurden.

Der jüngsten Enthüllung zur AU-Vorsitzenden Dlamini-Zuma zufolge sollen die Agenten Südafrikas und Äthiopiens über eine laufende Operation informiert gewesen sein, jedoch nicht genug Zeit gehabt haben, um den geplanten Anschlag gegen die hohe AU-Diplomatin im Oktober 2012 verhindern zu können. Zudem waren die eingesetzten AU-Personenschützer bedingt durch Schlafmangel und Hunger nicht leistungsfähig, um die Südafrikanerin wirksam beschützen zu können. Versäumnisse bei der Organisation von Verpflegung und Unterbringung der Bodyguards begründeten die unzureichenden Sicherheitsstandards, so Al Jazeera zur Lageeinschätzung. Letztendlich blieb ein Anschlag zur Erleicherung der Regierungen in Pretoria und Addis Abeba aus.

Im Vorfeld der Wahl Dlamini-Zumas zur AU-Vorsitzenden tobte ein erbitterter Streit unter den afrikanischen Staaten. Die AU war in zwei Lager gespalten. Jean Ping aus Gabun, ihr Herausforderer, verlor den Machtkampf gegen die Ex-Frau Jacob Zumas. Die notwendige Zweidrittelmehrheit hat Dlamini-Zuma beim 19. Gipfeltreffen in Äthiopien auf sich vereinigen können. Unterdessen ist die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ darüber informiert worden, dass der südafrikanische Geheimdienstminister David Mahlobo in Kürze zu den Spy Cables eine Stellungnahme abgeben wird.

Al Jazeera zum Mordkomplott gegen AU-Chefin Dlamini-Zuma

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