#‎RhodesMustFall‬

Studenten der Universität Kapstadt wollen Rhodes-Statue abreißen lassen. Sie stünde für Rassismus

(2010sdafrika-Redaktion)

Zurzeit bestimmt ein Thema das Leben auf dem Campus der Universität Kapstadt (UCT), das längst die internationale Öffentlichkeit erreicht hat. Washington Post, Al Jazeera oder Spiegel Online berichteten über die Forderung der Studierendenschaft, die auf dem Gelände der UCT befindliche Statue zu Ehren des britischen Kolonialisten Cecil John Rhodes zu entfernen. Er stünde für den „institutionellen Rassismus“ und die „weiße Arroganz“ am Kap. Die Hochschule signalisiert, so ein Studentenvertreter zur Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, ihre grundsätzliche Zustimmung.

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© Unter dem Hashtag #‎RhodesMustFall‬ mobilisieren Südafrikas Studenten für den Abriss der Rhodes-Statue auf dem Campus der Universität Kapstadt. Der britische Unternehmer Cecil John Rhodes stünde für Imperialismus, Rassismus und die weiße Arroganz am Kap, heißt es. Die Hochschule signalisiert, wie die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ erfahren hat, ihre grundsätzliche Zustimmung für die Forderung. (Quelle: Facebook/ UCT: Rhodes Must Fall)

Cecil John Rhodes war ein britischer Geschäftsmann, ähnlich wie der Niederländer Jan van Riebeeck, die beide die europäische Migration nach Südafrika maßgeblich beeinflussten. Während van Riebeeck im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie im 17. Jahrhundert anfänglich einen Handelsstützpunkt am Kap der Guten Hoffnung errichtete und später eine Kolonie verwaltete, war Rhodes im Zeichen des britischen Imperialismus mit der Erschließung von Land und Rohstoffen beschäftigt. Er sah sein Volk als „erste Rasse der Welt“ an.

Da das Grundstück der Universität Kapstadt ursprünglich auch mal im Besitz Rhodes war, wurde ihm im Jahr 1934 eine Statue gewidmet. Doch nicht jeder Student möchte an den Kolonialisten erinnert werden, der für Imperialismus und Rassismus stünde, heißt es von den Aktivisten. Einzelne Kommilitonen, meist weißer Hautfarbe, können die Forderung nicht nachvollziehen. Rhodes stünde auch für die „südafrikanischen Geschichte“ und die „eigene Identität„. Unter dem Hashtag #‎RhodesMustFall‬ wird nun kräftig im Netz für den Abriss mobilisiert.

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Ähnliche Aktionen gegen Kolonialismus und Rassismus sind auch aus Berlin bekannt. So fordern verschiedene Initiativen und zivilgesellschaftliche Akteure gegenüber dem Senat, dass die Mohrenstraße im Bezirk Mitte und die gleichnamige U-Bahn-Station in Nelson-Mandela-Straße umbenannt werden müssen. Der Name der Straße ist auf Sklaven zurückzuführen, die hier in der Kaserne des Großen Kurfürsten in dessen Blaskapelle dienen mussten. „Sie wurden von der westafrikanischen Küste verschleppt und wurden für ihre erzwungenen Dienste nicht entlohnt.“ Diese Menschen galten als Eigentum des Fürsten, hält Redakteur D. Tamino Böhm fest.

2 Antworten zu “#‎RhodesMustFall‬

  1. Pingback: #RhodesHasFallen | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Cecil John Rhodes steht in der Tat für das britsche Land-Grabbing in Afrika wie kein anderer. Sein Traum war ein britisches Kolonialreich „vom Kap bis Kairo“. Das symbolisiert auch die Rhodes-Statue im Company Garden in Kapstadt, umweit des Parlaments, Da steht er, in Bronze gegossen, und weist mit dem ausgestreckten Arm nach Norden („Your hinterland is there“).
    Gleich nebenan, im Parlament, sagte Rhodes 1887: „The native is to be treated as a child and denied the franchise. We must adopt a system of despotism in our relations with the barbarians of South Africa.” Ein früher Apartheid-Denker.
    Getreu seinem Spruch „I prefer land to niggers“ war er bei seinem Tod 1902 einer reichste Männer der Welt und im Besitz eines riesigen Bergbau-Imperiums. Sagenhafte 8,8 Millionen Quadratkilometer Land hatte er sich angeeignet, sprich: geklaut – das heutige Zimbabwe, Malawi und Zambia.
    Rhodes kann mit Fug und Recht als einer größten Schurken der Weltgeschichte bezeichnet werden.
    Aber: Money makes the world go round. Eines seiner Hinterlassenschaften ist auch die Rhodes Scholarship Stiftung, heute: Mandela Rhodes Scholarship. Wahrscheinlich würde er im Grabe rotieren, wüßte er dass heute viele der Nachkommen jener „Nigger“ und „Barbaren“ mit dem Geld dieser Stiftung studieren können. Auch eine Art der „sanften Rache“.
    Damit bestätigt sich die dialektische Weisheit: Man steigt nie zweimal in denselben Fluss.
    Die Studierenden der UCT in Kapstadt haben eine Debatte angestoßen – spät zwar, aber nicht zu spät. Was immer mit der Statue geschieht, ob sie ins Museum wandert (was vernünftig wäre) oder eingeschmolzen wird, ist dabei zweitrangig.

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