Neue Rockerbruderschaft in Südafrika

Exklusiv: Hells Angels, Red Devils und Crusaders MC schließen Bündnis mit globaler Symbolkraft

(2010sdafrika-Redaktion)

Südafrikas Rocker befinden sich seit dem gewalttätigen Zwischenfall durch Angehörige des Gypsy Joker MC vom 28. November 2014 unter Beobachtung, nachdem die Behörden wachgerüttelt wurden. Ein Insider berichtet der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, dass vor allem der Hells Angels MC immer öfters unerwarteten Besuch von der Polizei bekam. Rocker und ihre Motorräder wurden gezielt gefilmt. Nun ist bekannt geworden, dass ein bedeutendes Machtbündnis am Kap geschlossen wurde. Drei Bikerklubs treten nun als eine Bruderschaft auf. Erst zum Anfang 2014 schlossen sich in Deutschland die türkischen Hells Angels zuerst mit den United Tribuns und einige Monate später mit dem Abou-Chaker-Clan zusammen.

HAMC South Africa (4)

© Drei Rockerklubs schließen in Südafrika ein Machtbündnis mit internationaler Symbolkraft. Hells Angels, Red Devils und Crusaders MC treten nun als eine Gemeinschaft auf. Die Rocker am Kap werden zunehmend mächtiger, begünstigt durch die ausbleibende Ermittlungsarbeit der Behörden. (Quelle: Privat)

Die Hells Angels, ihr Unterstützerklub Red Devils und neuerdings der Crusaders MC bezeichnen sich ab sofort als eine „Brotherhood“. Die Spitzen der drei Klubs fädelten das Bündnis mit internationaler Symbolkraft ein. Gegenseitige Besuche und gemeinsame Bikerfahrten stehen auf dem Programm. Als beispielsweise am 7. März 2015 der Crusaders MC in seinem Johannesburger Klubhaus zur Veranstaltung „Ink & Iron“ einlud, wurden Hells Angels und Red Devils explizit eingeladen. Die kräftigen Männer erschienen zahlreich. Viele lernten sich zum ersten Mal kennen.

Brett W. alias „Muther“ vom Crusaders MC, ein ehemaliger Apartheidssoldat mit Einsätzen gegen schwarze Befreiungsbewegungen in Angola und bisweilen Angehöriger der südafrikanischen Streitkräfte, gilt als Schlüsselfigur im aktuellen Rockerbündnis. Er hält den permanenten Kontakt zu den beiden Klubs aufrecht. Auch andere Crusaders-Rocker, etwa Graham D., sind bisweilen für die südafrikanische Armee tätig. Nach Arbeitsschluss zieht er sich seine Kutte über, um bei den Höllenengeln ein Bierchen zu trinken.

Problematisch ist das Bündnis aus sicherheitspolitischer Sicht allemal, zumal dem Hells Angels MC massive Drogengeschäfte nachgesagt werden und ihr Einfluss in der Unterwelt auf diesem Wege nun erheblich ausgeweitet wird. Recherchen der Redaktion vom 4. August 2014 belegen, dass die Südafrikaner längst im internationalen Kokaingeschäft eingebunden sind und hierbei arbeitsteilig vorgegangen wird. Gewinne in Millionenhöhe werden erzielt, begünstigt durch die ausbleibende Ermittlungsarbeit der dortigen Behörden.

Zudem warnt André Schulz, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und Mitarbeiter des LKA Hamburg, vor den wachsenden Rockerstrukturen in Südafrika: „Sie spielen in den typischen Deliktsfeldern der OK, wie Drogenhandel und -schmuggel, Waffen- und Menschenhandel, Schutzgelderpressung und Geldwäsche mittlerweile auch in Südafrika eine bedeutende Rolle. Sie sind verstärkt aktiv im Großraum Johannesburg, was nicht verwundert, da dies das größte Wirtschafts- und Finanzzentrum Südafrikas ist.

HAMC South Africa (5)

© Etliche Angehörige des Rockerklubs Crusaders MC waren Soldaten beim einstigen Apartheidsregime. Bisweilen sind viele von ihnen für die südafrikanischen Streitkräfte tätig, wie zum Beispiel Brett W. alias „Muther“ [im Bild], der als Schlüsselfigur im aktuellen Rockerbündnis gilt. (Quelle: Privat)

Diese Erkenntnisse werden um die Aussagen des Hells Angels-Aussteigers Ulrich Detrois alias „Bad Boy Uli“ ergänzt. Demnach leben seit 2005 zwei engste Vertraute des damaligen Hannover-Präsidenten Frank Hanebuth in Johannesburg. Bisweilen schaffen vermehrt (süd-)afrikanische Mädchen gegen ihren Willen in deutschen Bordellen an. Außerdem waschen deutsche Hells Angels illegale Gelder aus dem Drogenschäft und der Prostitution in Südafrika. Das Geld wird vor Ort angelegt und in den Finanz- und Wirtschaftskreislauf eingeschleust. Mit dem neuen Bündnis werden die Rocker mit dem geflügelten Totenkopf-Emblem immer mächtiger.

4 Antworten zu “Neue Rockerbruderschaft in Südafrika

  1. Pingback: „Alle lieben Yassie“ | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Pingback: Gefährlicher Rocker-Boom in Südafrika | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  3. Pingback: Old-School-Rocker haben Machtkampf verloren | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  4. Pingback: Hells Angels feiern weiteren Triumph | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s