In eigener Sache: Q&A – Südafrika und Rocker!?

Fragen der Leserschaft zur Hells Angels-Berichterstattung von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“

(2010sdafrika-Redaktion)

In den vergangenen Monaten gingen dutzende Fragen ein, die die Rocker-Berichterstattung der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zum Thema machten. Mehrfach hat dieses Online-Medium über die Entwicklungen im Rockermilieu in Deutschland, in der Türkei und in Südafrika berichtet. Das öffentliche Interesse an den Recherchen war wiederholt groß. Die inhaltliche Verantwortung für diese journalistische Arbeit übernimmt ausschließlich die Chefredaktion. Diese hat auch die nachfolgenden Fragen der Leserschaft beantwortet.

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© Warum berichtet die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wiederholt über die Entwicklungen im Rockermilieu? Die Chefredaktion nimmt Stellung und geht auf die wichtigsten Fragen der Leserschaft ein.

FRAGE: Was haben die Hells Angels mit Südafrika zutun?

ANTWORT: Der Hells Angels MC (HAMC) ist ein global agierender Rockerklub, der nach dem Grundsatz „Onepercenter“ einen Lebensstil pflegt, der die staatliche Autorität untergräbt und sich selbst von der Gesellschaft sowie anderen Bikervereinigungen bewusst abgrenzt. Dementsprechend haftet im öffentlichen Bewusstsein eine gewisse Gesetzlosigkeit am HAMC, der in Südafrika fest verankert ist und seit Jahren stetig wächst. Südafrika ist das einzige Land auf dem afrikanischen Kontinent, in welchem sich die Kerle mit dem geflügelten Totenkopf auf ihren Kutten ausbreiten. Vom Kap aus soll die Expansion des HAMC ins benachbarte Namibia vorangetrieben werden. Typisch für die organisierte Kriminalität, zu welcher auch die Hells Angels aus staatlicher Sicht – zumindest in Deutschland – zugeordnet werden, ist ihre grenzüberschreitende Ausrichtung. Aus diesem Grund deckt die Redaktion auch die Entwicklungen in Deutschland und vereinzelt in der Türkei ab. Der Hells Angels MC ist als weltweite Organisation zu verstehen und personelle Verbindungen zwischen Deutschland und Südafrika sind nichts Ungewöhnliches. Jeder einzelne Artikel ist mit einem Mosaikstein vergleichbar, die stückweise ein Gesamtbild ergeben.

Was habt ihr gegen die Nomads Turkey?

Grundsätzlich hat die Redaktion kein persönliches Problem mit den Nomads Turkey. Vielmehr ergibt sich ein öffentliches Interesse am Hells Angels MC und speziell an den türkischen Höllenengeln. Da die Recherchen der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wiederholt bei Presse, Sicherheitsbehörden und Rockermedien thematisiert werden, besteht eine große Informationsnachfrage zu den Entwicklungen bei den Nomads Turkey. Mittlerweile hat sich dieses Online-Medium als eine der führenden Nachrichtenquellen im Bereich Rockerthemen etablieren können.

Warum lässt ihr nicht die Nomads Turkey zu Wort kommen?

Die Redaktion stand/ steht bereits mit mehreren Mitgliedern und Supportern der Nomads Turkey in Kontakt. Offizielle Interviews sind jedoch nicht gewünscht. Ebenso gingen an den in Izmir lebenden türkischen Hells Angels-Boss Necati „Neco“ Arabaci über Dritte bereits mehrere Anfragen, die letztendlich unbeantwortet blieben. Grundsätzlich vermeiden Rockervereinigungen den (offiziellen) Kontakt zur Presse.

Woher wisst ihr, dass eure Quellen seriös sind?

Unsere Erkenntnisgewinnung erfolgt hauptsächlich aus menschlichen Quellen, im Fachjargon bekannt als „Human Intelligence (HUMINT)“. Grundsätzlich wird bei der Veröffentlichung von Rockerartikeln das im Journalismus übliche Zwei-Quellen-Prinzip angewandt, wonach wir zwei unterschiedliche Quellen zum selben Sachverhalt befragen. Bestehen große Zweifel an der Reliabilität und Validität von zugespielten Informationen, werden diese nicht publiziert. Rund 90 Prozent aller eingehenden Informationen wurden aus diesem Grund nicht veröffentlicht.

Wer sind eure Quellen?

Unsere menschlichen Quellen sind fachkundige Personen, die sich mit den Rockerstrukturen bestens auskennen, in diesen verkehren oder diese beobachten. Diese ermöglichen uns einen Einblick in das für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Rockermilieu. Aus Sicherheitsgründen und entsprechend des Gebotes des redaktionellen Quellenschutzes werden keinen Angaben darüber gemacht, wer die Redaktion mit Informationen beliefert, welche Motivation zur Zusammenarbeit vorliegt und wie die Kontaktaufnahme zustande kam. Die Aufdeckung von Quellen, in der Szene werden diese als sogenannte „Verräter“ diffamiert, ist mit erheblichen Risiken verbunden. Im schlimmsten Fall droht die Ermordung dieser Personengruppe.

Kann ich anonym bleiben?

Ja, Insider können uns ruhig unter einem Pseudonym kontaktieren. Grundsätzlich werden unsere Quellen niemandem mitgeteilt. Auch innerhalb der Redaktion ist die Korrespondenz mit den Informationsgebern auf wenige Redakteure beschränkt. Ferner wird gegenwärtig daran gearbeitet, ein Verfahren zur Verschlüsselung von Nachrichten anzubieten (Stichwort: Public-Key-Verfahren).

Zahlt ihr Geld für Insidertipps?

Unter gewissen Umständen – Bereitstellung von exklusivem Material (Bild/ Audio/ Film), Dokumenten, brisanten Informationen etc. – sind finanzielle Aufwandsentschädigungen durchaus möglich. Jedoch ist das Budget von „SÜDAFRIKA  – Land der Kontraste“ äußerst eingeschränkt. Honorarwünsche müssten im Einzelfall geprüft werden.

Werden eure Quellen der Polizei mitgeteilt?

Nein, unsere Quellen bleiben geheim und werden zu keinem Zeitpunkt den Behörden wie Polizei, Staatsanwaltschaft oder Verfassungsschutz namentlich mitgeteilt.

Arbeitet ihr mit der Polizei zusammen?

Nein, eine Zusammenarbeit zwischen unserer Redaktion und den Behörden liegt nicht vor. Vielmehr werden übliche Presseanfragen gestellt, die der Erkenntnisgewinnung und -verifizierung dienen. Wie bereits betont, werden menschliche Quellen zu keinem Zeitpunkt den Behörden namentlich mitgeteilt.

Tauscht ihr euch mit anderen Medien aus?

Ja, gewonnene Erkenntnisse werden mit ausgewählten und uns vertrauenswürdigen Journalisten ausgetauscht, ohne hierbei die Quellen namentlich zu benennen. Der Informationsaustausch ist im Pressewesen gängige Praxis und nichts Ungewöhnliches. Mit welchen Kollegen die Redaktion derzeit in Kontakt steht, unterliegt ebenfalls der Verschwiegenheit, um den weiteren Dialog nicht zu gefährden.

Warum berichtet ihr nicht über die Bandidos?

Die Redaktion verfügt über keine Quelle aus dem Umfeld des Bandidos MC, sodass eine Berichterstattung nicht möglich ist. Zudem sind die Bandidos im Gegensatz zu den Hells Angels nicht in Südafrika vertreten. Unser HUMINT ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf den Hells Angels, Red Devils und Crusaders MC fokussiert. Gelegentlich wird die Redaktion mit Informationen aus dem Umfeld krimineller arabischer Großfamilien versorgt.

Ihr seid eine Lügenpresse!?

Der Begriff „Lügenpresse“ wurde im vergangenen Jahr zum „Unwort des Jahres“ gewählt, da dieses dem Nationalsozialismus zugewandte Schlagwort lediglich zur Diffamierung von Journalisten dient. Hingegen zeigt sich die Redaktion für eine inhaltliche und konstruktive Kritik jederzeit ansprechbar.

2 Antworten zu “In eigener Sache: Q&A – Südafrika und Rocker!?

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