African Angels

Cape Town Opera Chorus in der Berliner Philharmonie: Großartige Stimmen und Gänsehaut

(Autor: Johannes Woywodt)

Seine physische Präsenz ist unübersehbar. Paul Madibeng überragt alle. Groß und stark. Beim Singen ist seine Stimme tief und voller Wärme. Dennoch drängt er sich nicht in den Vordergrund. Madibengs Bassstimme fügt sich nahtlos in die stimmengewaltige, vielfältige und energische Kraft des Cape Town Opera Chorus ein, der unter großem Beifall und stehenden Ovationen am Ostermontagabend in der Berliner Philharmonie seinen Auftakt zur African Angels-Tour 2015 feierte.

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© Der Cape Town Opera Chorus befindet sich zurzeit auf Deutschland-Tournee, verbunden mit einem kurzen Zwischenstopp in der Schweiz. Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ schaute sich die African Angels, wie das Vokalensemble der Opernkompagnie von Kapstadt auch genannt wird, bei dessen Berlin-Auftritt an. (Quelle: Lucienne van der Mijle)

In der von der Choreografin Jacki Job und dem Chorleiter Marvin Kernelle arrangierten Show präsentieren 17 südafrikanische Sängerinnen und Sänger ein abwechslungsreiches musikalisches Potpourri aus Gospel, afrikanischen Traditionals, Filmmusik und Opernarien. Eine Mischung, die den Besucher innerhalb der zwei Stunden zwischen Trauer, Wut und Lebensfreude hin- und herreißt.

Eines ist jedoch garantiert: Großartige Stimmen und Gänsehaut kamen auf. Es ist eine ausgewogene Zusammenstellung von Soli wie bei Summertime, My Man´s Gone Now aus George Gershwins Porgy and Bess und dem gesamten Chor wie bei Baba Yetu, The Battle of Jericho oder Händels neuinterpretiertes Halleluja, die nur durch das ruhige Klavierspiel von José Dias begleitet werden.

Mit African Angels verdeutlicht die Cape Town Opera abermals die musikalische Vielfalt Südafrikas, die sich nicht zuletzt in der klassischen Musik widerspiegelt. Galten klassische Musik und insbesondere Opern während der Apartheid als Domäne der weißen Vorherrschaft, von der die anderen Südafrikaner ausgegrenzt wurden, entstand in den letzten 20 Jahren ein regelrechter Nachwuchsboom an jungen schwarzen und farbigen Talenten, die sich für eben diese Musik interessierten.

Gerade die Cape Town Opera sowie University of Cape Town nahmen sich dieser Aufgabe an und passten klassische Opern an die südafrikanische Realität und Geschichte an. Ein Eindruck davon konnte man bereits sowohl in Mark Dornferd-Mays preisgekrönten Opernfilm U-Carmen e-Khayelitsha von 2004 als auch 2008 erlangen, als die Cape Town Opera mit ihrer Interpretation von George Gershwins Porgy and Bess an der Deutschen Oper Berlin gastierte und das Publikum begeisterte.

Junge südafrikanische Stimmen fanden seitdem ihren Weg in die internationale klassische Musik wie die Sopranistinnen Pumeza Matshikiza, Pretty Yende oder der Bariton Fikile Mvinjelwa. Interessierte sollten sich daher die Gastspielreise der African Angels nicht entgehen lassen.

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© Die African Angels lösten bei den Zuschauern in der Berliner Philharmonie ein Gänsehauterlebnis aus. Die großartigen Stimmen aus Südafrika wurden mit großem Beifall und stehenden Ovationen gewürdigt. (Quelle: Lucienne van der Mijle)

Weitere Auftritte des Cape Town Opera Chorus:

16.4.2015: Bremen, Glocke

17.4.2015: Hamburg, Hauptkirche St. Michaelis

18.4.2015: Zürich, Theater 11

19.4.2015: München, Gasteig-Philharmonie

20.4.2015: Bonn, Beethovenhalle

21.4.2015: Essen, Philharmonie

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