Malawi und Somalia evakuieren Bürger

Afrikanische Regierungen treffen Konsequenzen nach Gewaltwelle gegen Ausländer in Südafrika

(2010sdafrika-Redaktion)

Die xenophoben Ausschreitungen in KwaZulu-Natal, genauer gesagt in der Hafenstadt Durban, haben nun die ersten afrikanischen Regierungen dazu veranlasst, ernste Konsequenzen zu ziehen. Malawi und Somalia organisieren zurzeit die Evakuierung ihrer Landsleute aus Südafrika. Bis zum kommenden Wochenende sollen hunderte Bürger in ihre Heimat zurückkehren. Unterdessen versucht die südafrikanische Regierung die Lage in den Griff zu bekommen. Zu den getöteten Menschen wird nun auch ein 14-jähriges Kind gezählt, erklärte heute die Polizei.

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© Die xenophoben Ausschreitungen in Durban haben die Regierungen von Malawi und Somalia dazu veranlasst, ihre Bürger aus Südafrika zu evakuieren. Mittlerweile ist die Angst vor Fremdenhass auch auf Johannesburg übergeschwappt, nachdem es dort zu ersten Unruhen kam. Die Polizei versucht die Lage in den Griff zu bekommen. (Quelle: flickr/ SdotCruz)

Der aktuelle Fremdenhass in Südafrika hat mittlerweile sämtliche Medien in Afrika erneut wie im Jahr 2008 aufgeschreckt. In Nigeria, Ghana, Simbabwe, Namibia, Somalia und vielen anderen Staaten wird die jüngste Gewaltspirale mit großer Sorge und Entsetzen verfolgt. Zudem ist in den sozialen Medien wiederholt die Rede von einer „Schande für Südafrika„. Es sei nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet die einstigen Opfer der Apartheid nun selbst einen Fremdenhass pflegen, der sich gegen die eigenen Brüder aus den afrikanischen Staaten richte.

Ebenso zeigte sich das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, die UNHCR, über die jüngste Eskalation am Kap besorgt. Es müsse nun den Ausländern und Flüchtlingen schnell geholfen werden. Ferner müsse die Regierung in Pretoria ihr Engagement ausweiten, heißt es seitens der UN-Behörde. Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) beschrieb die brutalen Szenen auf den Straßen Durbans als „Imageschaden Südafrikas„. Mittlerweile haben sich die Übergriffe auch auf Johannesburg ausgeweitet.

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