Bestechung bei WM 2010 in Südafrika?

Kap-Funktionäre zahlten für Vergabe über 10 Millionen US-Dollar an Bestechungsgeldern an FIFA-Spitze

(Autor: Ghassan Abid)

Dass die FIFA einer umfassenden Reform und einem Generationswechsel bedarf, dürfte keiner mehr bestreiten. Doch die jüngsten Vorwürfe gegen den in der Schweiz ansässigen Weltfußballverband sprengen jegliche Vorstellungskraft über das zwielichtige Agieren der FIFA-Führungsriege. Ins Visier der Ermittlungen von US-Justizministerium, New Yorker Staatsanwaltschaft und FBI rückt auch die WM-Vergabe an Südafrika – ein ranghoher Funktionär am Kap steht im Fokus der US-Behörden.

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© Hat Südafrika die WM 2010 nur deshalb ausrichten dürfen, weil Funktionäre des Landes hohe Bestechungsgelder an die FIFA gezahlt hatten? Diesen Verdacht haben zumindest die US-Behörden, die umfangreiche Ermittlungen gegen den Weltfußballverband einleiteten. (Quelle: flickr/ Steve Evans)

Den aktuellen Verlautbarungen aus den USA zufolge sollen bereits seit den 90er Jahren hohe Bestechungsgelder für die internationalen Sportveranstaltungen an einzelne FIFA-Funktionäre gezahlt worden sein. So könnten die anstehenden Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Qatar manipuliert worden sein. Insgesamt geht es um eine Summe von über 100 Millionen US-Dollar. Rund ein Dutzend FIFA-Führungskräfte sollen kriminell geworden sein. Bislang sind sieben Funktionäre des Weltfußballverbandes festgenommen worden.

Interessant ist die Erkenntnis des US-Justizministeriums, wonach es auch bei der WM 2010 in Südafrika zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein soll. Demnach haben südafrikanische Offizielle mehr als zehn Millionen US-Dollar an Bestechnungsgeldern an die FIFA gezahlt. Zudem soll eine Aktentasche mit 10.000 US-Dollar Bargeld in Paris übergeben worden sein. Ein Top-Funktionär aus Südafrika, dessen Name zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unbekannt ist, soll hierbei eine bedeutende Rolle gespielt haben.

Dominic Chimhavi, Sprecher des südafrikanischen Fußballverbandes SAFA, dementierte die Anschuldigungen aus den USA, ohne inhaltlich auf die Vorwürfe einzugehen. Auch Südafrikas Sportminister Fikile Mbalula wies diese vehement zurück. Unterdessen steht der amtierende SAFA-Präsident und WM 2010-Koordinator Danny Jordaan in der Kritik, seinen Posten als Verbandschef nicht aufgeben zu wollen. Am 18. Mai 2015 ist der ANC-Politiker zum Bürgermeister der Nelson Mandela Bay-Stadtverwaltung gewählt worden. Kritiker sehen einen Interessenkonflikt, sollte Jordaan beide Ämter parallel ausüben.

2 Antworten zu “Bestechung bei WM 2010 in Südafrika?

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