Untersuchungsergebnis zum Artillerieschießen

Exklusiv: Fregatte „Hessen“ beschoss fünf Mal südafrikanisches Fischerboot – aus Verwechslung

(2010sdafrika-Redaktion)

Als der Militärexperte und Betreiber des Blogs „Augen geradeaus!“, Thomas Wiegold, am 27. März 2015 den Beschuss eines südafrikanischen Fischerboots durch ein Kriegsschiff der Bundeswehr meldete, griffen auch große Medienhäuser wie der SPIEGEL den beispiellosen Zwischenfall in der deutschen Nachkriegsgeschichte auf. Daraufhin kündigte die Marine auf Anordnung des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, eine Untersuchung an. Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ konnte die Ergebnisse vorab in Erfahrung bringen. Demnach gehen die Ermittler der Bundeswehr von einer unglücklichen Verwechslung aus.

Bundeswehr/Ann-Katrin Winges

© Die Mehrzweckfregatte „Hessen“ ist mit bordgestützten Hubschraubern für die Geleit- und Gebietssicherung sowie mit Flugabwehr bestückt. Im März 2015 befand sich das Schiff der Sachsen-Klasse beim Manöver „Good Hope VI“. Dem Untersuchungsbericht der Bundesmarine zufolge soll die Fregatte fünf Mal auf die zehnköpfige Besatzung des Fischerboots „Arctic“ geschossen haben – aus Verwechslung mit einer Drohne. (Quelle: flickr/ Bundeswehr/Ann-Katrin Winges)

In der Nacht des 25. März 2015 wurde durch den Einsatzausbildungsverband – bestehend aus den Fregatten „Hessen“ und „Karlsruhe“ sowie dem Einsatzgruppenversorger Berlin – im Rahmen einer taktischen Übung mit der südafrikanischen Marine ein unter Gefechtsbedingungen stattfindendes
Seezielschießen im Rahmen des Manövers „Good Hope VI“ durchgeführt. Das acht Meter lange Fischerboot „Arctic“ mit zehn Mann an Bord befand sich nur 61 Seemeilen südlich von den deutschen Einheiten entfernt – mitten im deutsch-südafrikanischen Gefechtsgebiet.

Die Fregatte „Hessen“ habe auf die Südafrikaner das Feuer eröffnet, so die Feststellung im Untersuchungsbericht. Demnach soll das Kriegsschiff die Aufgabe gehabt haben, ein Überseeziel zu beschießen. Konkret sollte auf eine Drohne des Modells „HammerHead“ geschossen werden. Dabei sei es zu einer Verwechslung mit der „Arctic“ gekommen, begünstigt durch die gleiche Größe und das ähnliche Profil beider Objekte. Weder das Bordkommando noch die Schießgebietsaufsicht konnten erkennen, dass ein einfaches Fischerboot ins Visier genommen wurde.

Letztendlich feuerte die Fregatte „Hessen“ fünf Schuss 76-mm-Übungsmunition ab. Diese verhindert im Unterschied zur konventioneller Munition eine „Explosion bei Fremdbeschuss oder im Brandfall„, heißt es beim entsprechenden Hersteller. Tödlich kann diese beim Einschlag dennoch enden. Ein Notruf der „Arctic, so heißt es im Untersuchungsbericht weiter, kam bei den örtlichen Behörden in der Funkstation CAPE TOWN RADIO an, gelangte allerdings nur fragmentiert an die Deutschen. Nur durch Glück kam die südafrikanische Besatzung des Fischerboots nicht zu Schaden.

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