Blinde Flugpassagiere aus Südafrika

British Airways bestätigt Entdeckung zweier Fluggäste, die sich im Fahrwerkschacht versteckt hielten

(2010sdafrika-Redaktion)

Plötzlich fiel ein Mensch aus dem Himmel herab und knallte mit voller Wucht auf das Dach eines Londoner Geschäfts. Bei der Leiche des Mannes, so sind sich Ermittler sicher, soll es sich um einen blinden Passagier aus Johannesburg handeln, der sich im Fahrwerkschacht einer British-Airways-Maschine versteckt hielt. Im selben Flugzeug wurde eine weitere Person entdeckt, die sich nach rund 13.000 geflogenen Kilometern in Lebensgefahr befindet und zum gegenwärtigen Zeitpunkt behandelt wird.

Clément Alloing

© In einem Passagierflugzeug der British Airways befanden sich auf dem Flug von Johannesburg nach London zwei blinde Passagiere, die sich im Fahrwerkschacht versteckt hielten. Eine der beiden Personen fiel während des Flugs auf ein Londoner Geschäft herab, während die andere behandelt wird. (Quelle: flickr/ Clément Alloing)

Es ist wirklich selten, dass sich in Flugzeugen blinde Passagiere einschmuggeln können. Dabei verstecken sich diese stets im Fahrwerkschacht, wo die Reifen und Bremsen untergebracht sind. Jedoch kommt diese ungewünschte Personenmitnahme wiederholt vor, wie etwa 2004 auf einem LTU-Flug aus Punta Cana in der Dominikanischen Republik nach Düsseldorf. Der Kubaner wurde im Fahrwerksschacht des Airbus 330 tot geborgen, in einem Raum, der lediglich 50 Zentimeter in der Breite und etwa 2 Meter in der Länge misst.

Im Februar 2010 dann der nächste Fall, der schnell um die Welt ging. Kurz nach der Landung einer aus New York kommenden Boeing 777 in Tokio haben Mechaniker einen erfrorenen Menschen im Radkasten der Delta-Airlines-Maschine gefunden. Und auch im April 2015 entdeckte das Flughafenpersonal in Jakarta einen blinden Passagier männlichen Geschlechts, der im Flugzeug der indonesischen Airline Garuda nach einem zweistündigen Flug extrem stark geschwächt war, jedoch noch lebend geborgen werden konnte.

Dabei unterschätzen die blinden Passagiere die kalten Temperaturen, die bei einer Höhe von mehr als 5.000 Metern auf bis zu minus 15 Grad fallen können. Im Fahrwerksschacht gibt es weder genügend Sauerstoff noch eine Heizquelle. Dazu kommt die eingeschränkte Bewegungsfreiheit, die zu Schmerzen der Muskulatur führt. Die meisten Passagiere ohne Flugticket sterben entweder an den Folgen der Kälte oder am Sauerstoffmangel. British Airways kündigte Untersuchungen und die volle Zusammenarbeit mit den Behörden in Großbritannien sowie Südafrika an.

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