„Bei den Hells Angels gibt es viele Schwarze“

Rapper Emanuel „Manuellsen“ Twellmann offenbart erstmals dessen Verhältnis zu Nomads Turkey

(2010sdafrika-Redaktion)

In der Vergangenheit versuchte die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ mehrfach den äußerst umstrittenen Hells Angels-Rapper Emanuel Twellmann alias „Manuellsen“ von einem Interview zu überzeugen. Ein bereits begonnenes Gespräch musste jedoch abgebrochen werden, nachdem die Antworten des Befragten immer kürzer wurden. Fragen zu den Nomads Turkey wollte Manuellsen partout nicht beantworten. Nun hingegen offenbart er gegenüber Hiphop.de erstmals private Einblicke. Dabei kommt der den türkischen Hells Angels nahestehende Rapper sichtbar ins Schwitzen.

Screenshot

© Der afrodeutsche Rapper Emanuel „Manuellsen“ Twellmann schilderte in einem am 26. Juni 2015 veröffentlichten Video-Interview mit Hiphop.de erstmals dessen Verhältnis zu den Nomads Turkey. Dabei geriet er mächtig ins Schwitzen, nachdem ihn der Journalist Toxik aus der Reserve lockte. (Quelle: Screenshot/ Hiphop.de)

Toxik Kargoll, Moderator und Journalist bei Hiphop.de, interviewte den aus Ghana stammenden und in Berlin geborenen Musiker, der im April 2015 mit vier weiteren Nomads-Turkey-Anhängern vor dem Amtsgericht Oberhausen erscheinen musste. Die Staatsanwaltschaft Duisburg erhob Anklage wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Bedrohung und Beleidigung. Insofern wäre es interessant gewesen, wenn Toxik auf dieses Strafverfahren eingegangen wäre, das von den nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden aufmerksam verfolgt worden ist.

Dafür waren einige der gestellten Fragen, die von den Usern stammen, umso aufschlussreicher. Allen voran das Verhältnis zwischen Manuellsen und den Nomads Turkey rückte wiederholt in den Mittelpunkt des 56-minütigen Interviews. So fragte jemand, wie es denn so ist, ein Mitglied des Hells Angels MC zu sein (TC 12:50 min). „Das Leben mit den [türkischen] Hells Angels ist interessant. Du hast [nun] Möglichkeiten, die du vorher nicht hattest … und du bist mit Leuten unterwegs, die noch an gewisse Werte glauben„. Enthusiastisch schildert er sein Leben als Rocker, der die große weite Welt erkundet und stets neue Menschen kennenlernt.

Manuellsen mit Neco Arabaci

© Manuellsen mit Necati „Neco“ Arabaci, dem Präsidenten der Nomads Turkey in Izmir. Der türkische Hells Angels-Boss gilt als größter Widersacher der Old-School-Fraktion. (Quelle: Privat)

Ferner lobt der 36-Jährige den Zusammenhalt unter den Bikern, „egal wie sehr sie von der Gesellschaft verachtet werden„. Hierbei gerät der Hells Angels-Rapper allerdings ins Stottern und Toxik hakt nach, ob diese Darstellung nicht „romantisiert“ sei und ob es beim Hells Angels MC auch nicht die Schattenseiten gäbe. Manuellsen antwortet: „Das ganze Leben hat Schattenseiten“ und bestätigt mit diesem Statement unterschwellig die Negativschlagzeilen, die mit den Hells Angels in Zusammenhang gebracht werden: Drogen- und Waffenhandel, Schutzgelderspressung, Zwangsprostitution und Geldwäsche. Ein Dementi sieht anders aus.

Im selben Interview verrät Manuellsen, dass er die Verantwortung für Shisha-Bars und Wettbüros trage sowie „kleine Geschäfte“ mache, ohne auf diese näher eingehen zu wollen. Sein unternehmerisches Handeln erfolge nicht alleine, sondern als Angehöriger eines Teams – gesteht er auf Nachfrage. Nach Informationen der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ sind die Geschäftspartner von Manuellsen im Umfeld der Nomads Turkey ausfindig zu machen. Einzelne Personen sind der Redaktion bekannt.

Nachdem der zum Islam konvertierte Sänger im Anschluss seine Spenden für afrikanische und kurdische Projekte erläutert, fragt Toxik, wie es ist, wenn man zu einer Gruppe – dem Hells Angels MC – gehört, die vor allem gegenüber Schwarzen rassistische Grundwerte vertritt (TC 48:40 min). Manuellsen wiegelt ab und führt seine Anwesenheit bei den Rockern als besten Beweis dafür an, dass diese These nicht stimmen könne. „Ich weiß gar nicht woher das kommt, dass sie was gegen Schwarze haben.“ Unverständnis macht sich bei ihm breit.

Doch Toxik geht zurecht auf die offiziellen MC-Verlautbarungen ein. Dem hält der Rapper entgegen, dass es „bei den Hells Angels viele Schwarze gibt„. Er persönlich kenne ganz viele und die Hautfarbe spiele überhaupt keine Rolle, sofern er es von „außerhalb betrachten“ könne. Der Journalist greift dann den Aspekt auf, wonach Dunkelhäutige keine Member werden können. Sichtlich unwohl lehnt sich der Exot unter den Höllenengeln stark zurück. Die Körpersprache signalisiert Unbequemlichkeit und den Wunsch nach einem Themenwechsel. „Es gibt doch Hells Angels in Südafrika„, konfrontiert er den Interviewer mit leicht genervter Stimme.

Manuellsen mit Nomads Turkey

© Manuellsen mit befreundeten Nomads-Turkey-Anhängern. Der aus Ghana stammende Rapper spricht die türkische Sprache und ist zum Islam konvertiert. Seine Brüder sprechen ihn mit dem muslimischen Namen Bilal an. (Quelle: Privat)

Dann die verwirrende Aussage, dass er selbst doch kein Hells Angel sei – obwohl er eine Kutte trägt, mit den Nomads Turkey unterwegs ist und regelmäßig die Charter des Klubs besucht. Der in Mülheim an der Ruhr lebende Rapper widerspricht sich nun ganz offensichtlich und blendet die Tatsache aus, dass keine Dunkelhäutigen im von Sonny Barger gegründeten MC geduldet werden. Ferner verschweigt er, dass die Hells Angels in Südafrika ausschließlich weiße Personen aufgenommen haben. Dies belegen umfassende Recherchen. Liberalisierungsbestrebungen aus Südafrika, den Bikerklub interkulturell zu öffnen, verliefen infolge des starken Widerstands seitens der amerikanischen Charter in den 90er Jahren ins Leere.

Es scheint so, als würde Manuellsen in seiner eigenen Traumwelt leben und sich mit Halbwissen durchs Leben schlagen. „Den [Manuellsen] hätten wir nie und nimmer in unsere Reihen aufgenommen„, erwiderte ein Old-School-Rocker eine Anfrage der Redaktion vom vergangenen Jahr. Denn jeder Höllenengel habe die Rules zu beachten und diese gewissenhaft zu erfüllen – dazu gehört auch der Ausschluss von Schwarzen. „Frauen können bei uns auch keine Member werden. Also sind wir nicht rassistisch; basta!„, so der deutsche Höllenengel weiter, der anonym bleiben wollte. Den letzten Gerüchten zufolge soll die Verbindung zwischen „Manuellsen“ und Neco Arabaci, dem türkischen Hells Angels-Boss, an Bedeutung verloren haben.

Hiphop.de-Interview mit Manuellsen

4 Antworten zu “„Bei den Hells Angels gibt es viele Schwarze“

  1. Reihard Heine

    Wenn die World Rules besagen, daß keine Schwarzen Member werden können, dann hat das was mit Regeln zu tun und nicht mit Rassismus. Über rein schwarze und/oder rein muslimische Vereine regt sich komischerweise niemand auf. Es muß doch möglich sein, daß es Menschen gibt, die einfach unter sich bleiben wollen – nicht zuletzt deshalb, weil ALLE anderen „Experimente“ solcherart als gescheitert angesehen werden können. Seid ihr eigentlich blind?

  2. P.S.
    Man muss einfach nur im Internet zu dem Thema recherchieren und schon schwirren da einige Fotos und Berichte herum.
    Also scheinen die Regeln „Schwarze“ aufzunehmen schon länger aufgeweicht zu sein.Viele Biker sprechen sich auch offen gegen Rassismus aus was sehr begrüßenswert ist.

  3. skateboarding is not a crime

    Es gibt neue Interviews.
    – ein 2h langes mit Arafat Abou Chaker in dem es um Manuellsen seine Ansagen geht
    http://hiphop.de/video/arafat-abou-chaker-ueber-shindy-kay-one-manuellsen-bushido-generalvollmacht-22-waslos#.VZZeV2eJjWM

    – und ein neues Manuellsen Interview bei TV Strassensound, welches auch wieder absolut lächerlich ist.
    http://hiphop.de/magazin/wtf/manuellsen-ich-habe-gefuehl-ich-nach-diesem-album-sterben-werde-281784#.VZZep2eJjWM

    Sein Album wird so Hardcore Floppen… die schmierige Art von ihm ist schuld das ihn kein Mensch ernst nimmt, egal wie gut er rappt, oder von was er Member ist oder nicht.

    Ich bin mir sicher er hat Ansagen bekommen, das er nicht mehr sagen darf das er 81er ist… er heult fast, aber macht voll auf gefasst.

    Auf jeden fall redet er sich grade um Kopf und Kragen.

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