Boxerklub „Osmanen“ auf dem Vormarsch

Exklusiv: Nach Berlin-Ableger weitere Ortsgruppen in Deutschland geplant. Sicherheitsbehörden sind alarmiert

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Bisher wuchs in der Rockerszene die Streetgang „United Tribuns“ am schnellsten. Im Süden Deutschlands sowie in der Schweiz und in Österreich ist diese Balkan-Gruppierung besonders stark präsent. Doch nun erhalten die „United Tribuns“ in punkto Mitgliederwerbung gewaltige Konkurrenz vom Boxerklub „Osmanen“. Sie haben die Voraussetzungen für einen Beitritt zur „Familie“ erheblich gelockert. Die Sicherheitsbehörden sind wachsam und beobachten den Klub bereits, während Medien wie SPIEGEL, BILD oder Express dessen Aktivitäten bisweilen nicht wahrgenommen haben.

Osmanen

© Der Boxerklub „Osmanen“ expandiert zurzeit im gesamten Bundesgebiet. Die Mitglieder dieser rockerähnlichen Gruppierung sind im Türsteher-, Kampfsport- und Rotlichtmilieu tätig. Im April 2015 sorgten sie mit ihrer Verbrüderung mit den türkischen Hells Angels für Aufsehen. Dementsprechend bleiben die Sicherheitsbehörden wachsam. Die Osmanen werden bereits beobachtet. (Quelle: Privat)

Erst vor wenigen Wochen platzierten die vornehmlich in Hessen beheimateten „Osmanen“ kleinere Ortsgruppen in Mannheim und Heidelberg, die die bisherigen Repräsentanzen in Frankfurt am Main, Hamburg, Duisburg, München, Dortmund und am Bodensee ergänzten. Seit dem letzten Wochenende kamen dann zwei weitere Ableger in Köln und Berlin hinzu. Die meist türkischstämmigen Boxer marschierten mit ihren Abzeichen öffentlichkeitswirksam durch die Straßen der Bundeshauptstadt. Ein Insider zur Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“: „Die Osmanen wollen zur größten Rockergruppierung Deutschlands aufsteigen. Weitere Ortsgruppen sind in Nürnberg, Kassel und Aachen geplant„.

Osmanen Berlin

© Seit dem vergangenen Wochenende sind die „Osmanen“ auch in Berlin vertreten. Ein Insider beobachtete die Anhänger des rockerähnlichen Klubs unweit des Zoologischen Gartens im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. (Quelle: Privat)

Die starke Expansion des Boxerklubs wird, wie die Redaktion exklusiv erfahren hat, auch von den Sicherheitsbehörden aufmerksam verfolgt. Ein Kriminalpolizist schildert, dass die rockerähnliche Gruppierung der Osmanen bereits im Jahr 2012 existierte. Bei den Mitgliedern handelte es sich mehrheitlich um türkischstämmige Personen, die im Türsteher-, Kampfsport- und Rotlichtmilieu unterwegs waren bzw. dort ihr Geld verdienten. Im selben Jahr dann folgte aus bisher unbekannten Gründen die Selbstauflösung.

Rund drei Jahr später, im Frühjahr 2015, formiert sich die Gruppierung neu. Erst die symbolträchtige Verbrüderung mit den türkischen Hells Angels unter der Führung des in Izmir lebenden Rockerchefs Necati „Neco“ Arabaci – vor Ort vertreten durch Aygün Mucuk -, dann die offensive Mitgliederwerbung. Ein Osmanen-Anhänger, der anonym bleiben möchte, erklärt auf Anfrage der Redaktion, dass die „Familie“ weder kriminell sei noch eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstelle. „Wir nehmen jeden auf, egal welche Religion oder ethnische Zugehörigkeit. Wichtig ist uns Respekt und Toleranz. Bloß Kriminelle wollen wir in unseren Reihen nicht haben!„, so der Boxer.

Osmanen-Chefs

© Angeführt werden die „Osmanen“ von Mehmet B. [im Bild links] und Can S. [rechts], letzterer ein Ex-Höllenengel. Beide Osmanen-Chefs entschieden sich im April 2015 für eine Verbrüderung mit den türkischen Hells Angels unter der Führung des in Izmir lebenden Nomads-Turkey-Bosses Necati „Neco“ Arabaci.

Dennoch hält ein Ermittler fest, dass die Strafverfolgungsbehörden die Kuttenträger bereits beobachten. Inoffiziellen Meldungen aus dem Rockermilieu zufolge fühlen sich etwa 5.000 Personen, meist junge Männer mit türkischen Wurzeln, der Gruppierung zugehörig. Angeführt werden die „Osmanen“ von Can S., einem Ex-Höllenengel, sowie Mehmet B. Ein weiterer Ermittler eines Landeskriminalamts hält gegenüber der Redaktion fest: „Bei der Verbrüderung zwischen den Osmanen und Nomads Turkey ermitteln wir noch„. Dabei ist längst klar, dass beide Klubs ein klares Machtsignal an die Old-School-Rocker gesetzt haben. Die Unruhe in der Szene wächst.

4 Antworten zu “Boxerklub „Osmanen“ auf dem Vormarsch

  1. Pingback: Boxerklub “Osmanen” vor der Zerreißprobe | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Pingback: Kölner “Osmanen” machen eine Ansage | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  3. Pingback: “Osmanen” provozieren Old-School-Rocker | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  4. Pingback: “Wir hatten Angst!” | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s