„Wir hatten Angst!“

Festivalgäste in Mannheim fühlten sich von rockerähnlichem Boxerklub „Osmanen“ eingeschüchtert

(2010sdafrika-Redaktion)

Es ist Sonntagabend, der 12. Juli 2015, als sich hunderte Menschen auf dem Neuer Messplatz in Mannheim-Neckarstadt befinden. Auf dem Orientfestival Mannheim genießen sie allerlei kulinarische Köstlichkeiten aus Anatolien. Allerdings wird die Idylle durch das martialische Auftreten des rockerähnlichen Boxerklubs „Osmanen“ erheblich gestört. Ein weiblicher Festivalgast schildert zumindest gegenüber der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, dass die Menschen eingeschüchtert gewesen sein sollen. „Wir hatten Angst!„, sagt sie. Die Festivalleitung dementiert dies. Ganz im Gegenteil – die Boxer werden gelobt. Sie waren höflich und friedlich.

Osmanen in Mannheim

© Rund siebzig Mitglieder des rockerähnlichen Boxerklubs „Osmanen“ hielten sich am gestrigen Sonntag auf dem Orientfestival Mannheim auf. Festivalgäste sollen vom martialischen Auftreten der Kampfsportler eingeschüchert gewesen sein. Die Festivalleitung dementiert dies vehement“. (Quelle: Privat)

Die Kampfsportler, die nach LKA-Erkenntnissen teilweise im Türsteher- und Rotlichtmilieu unterwegs sind, traten bewusst öffentlichkeitswirksam auf. Nach Insider-Informationen kamen rund siebzig Osmanen-Anhänger auf das Festivalgelände, um Präsenz zu zeigen und gezielt aufzufallen. Es ist die Rede von einer „Machtdemonstration„. Angeführt wurden die meist türkischstämmigen Männer von den beiden Klub-Chefs Can S., einem Ex-Höllenengel und Mehmet B., die extra nach Mannheim angereist waren, um deren dortige Ortsgruppierung einen Besuch abzustatten.

Osmanen-Lagebesprechung

© Im Vorfeld des Mannheimer Aufmarsches soll es Instruktionen vom Osmanen-Co-Chef Mehmet B. an die Mitglieder gegeben haben. Ein Insider spricht von einer eindeutigen „Machtdemonstration“. (Quelle: Privat)

Osmanen auf Orientalfestival Mannheim

© Der Boxerklub „Osmanen“ wächst seit Monaten rasant. In Mannheim, Heidelberg, Frankfurt am Main, Hamburg, Duisburg, München, Dortmund, Berlin, Köln und am Bodensee sind sie bereits vertreten. Weitere Ortgruppen sind in Nürnberg, Kassel und Aachen geplant. (Quelle: Privat)

Der Redaktion ist ein Video vom Mannheimer Aufmarsch der Osmanen exklusiv zugespielt worden, das zeigt, wie gut inszeniert das Auftreten war. Erst am 8. Juli berichtete die Redaktion über den Vormarsch der Osmanen in Deutschland. Weitere Ortsgruppen sind in Kürze auch in Nürnberg, Kassel und Aachen geplant, heißt es aus dem Rockermilieu. Die Verbrüderung der Osmanen mit den türkischen Hells Angels im April 2015 brachte den Boxerklub prompt in den Fokus der Sicherheitsbehörden, die deren Aktivitäten nun beobachten.

Das LKA Baden-Württemberg wollte sich zum aktuellen Aufmarsch der Boxer in Mannheim nicht äußern und verwies stattdessen auf die Zuständigkeit des Polizeipräsidiums Mannheim. Das Präsidium hingegen bestätigte der Redaktion, dass die Polizei im Vorfeld über den Aufmarsch informiert war und man die türkischstämmige Gruppierung vor Ort im Auge hatte. „Übergriffe oder Auseinandersetzungen sind uns nicht bekannt„, hieß es auf Anfrage.

Dafür fand die Geschäftsführung des Orientfestivals Mannheim lobende Worte für die Kuttenträger. In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der Redaktion heißt es: „Der Boxerclub „Osmanen‘‘ hat sich friedlich und loyal am gestrigen Tag verhalten. Sie haben sich uns als gewöhnlicher Boxverein vorgestellt und haben ebenfalls höflich angefragt, ob sie als Besucher gemeinsam ihr Iftar (Fastenbrechen) auf dem Orientfestival feiern dürfen. Die anderen Besucher haben sich nicht weiter gestört gefühlt; alles lief dezent und devot ab. Ferner haben sie sich nichts zu Schulden kommen lassen –  haben ihren Eintritt, sowie das Essen ohne Worte bezahlt. Nach 1 bis 2 Stunden haben sie gemeinsam das Areal verlassen.

Osmanen-Aufmarsch in Mannheim am 12. Juli 2015

2 Antworten zu “„Wir hatten Angst!“

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