Filmkritik: Mama Goema

Südafrika-Dokumentationsfestival in Berlin – 2. Veranstaltungsbericht

(Autor: Ghassan Abid)

„Mama Goema“ ist der Titel einer multinationalen Dokumentation. Die Filmschaffenden Calum MacNaughton aus Südafrika, Ángela Ramirez aus Kolumbien und Sara Gouveia aus Portugal widmeten sich 2011 der Musikszene Kapstadts. „Mama Goema“ wurde auf dem Berliner South African Documentary Festival im Agora Collective im Juli 2015 dem Publikum präsentiert und mit einem lauten sowie langen Applaus gewürdigt.

Mama Goema

© Auf dem diesjährigen South African Documentary Festival in Berlin ist die Dokumentation „Mama Goema“ gezeigt worden. Die Redaktion von “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste” schaute sich diese an. (Quelle: Screenshot/ Mama Goema)

In der 55 Minuten langen Doku wurde gut dargelegt, dass die Musik am Tafelberg äußerst vielfältig und unterschiedlichsten Einflüssen unterworfen ist. Traditionelle Elemente wie die der Xhosa-Kultur und moderne Stile wie Rock fließen ineinander. Der Sound des Goema, wie dieser musikalisch-rhythmische Kulturmix auch bezeichnet wird, geht sogar auf die San und Khoi zurück – den Urvölkern im südlichen Afrika. Ferner beeinflussten auch Sklaven aus Asien – etwa aus Indonesien und Indien – sowie Einwanderer aus den Staaten Afrikas und westliche Trends die Goema.

Der Transport verschiedener Musikstile„, der in Goema erkennbar ist, verdeutlicht den Zusammenfluss der unterschiedlichen Weltregionen und Ethnien an einem Ort. Einige Musiker werten Goema sogar als einen eigenen Lebensstil auf, der in Kapstadt seinen alleinigen Ursprung habe. Der Musiker Mac McKenzie beispielsweise kann sich seine Stadt ohne die Goema nicht mehr vorstellen. Der dortige Karneval ist auf Goema ausgerichtet. Zudem erfährt dieser einen großen öffentlichen Zuspruch – insbesondere in den Nachtklubs und Bars der Mother City.

Hilton Schilder, Ernestine Deane oder Kyle Shepherd sind weitere namhafte Künstler aus Südafrika, die die Goema für sich entdeckt haben und diesen Lebensstil regelrecht leben. Letztendlich überzeugt die Dokumentation mit vielen musikalischen Eindrücken, die mit Wort und Schrift nicht ohne Weiteres zu beschreiben sind. Es bedarf vielmehr dem Zuhören der schönen und außergewöhnlichen Kompositionen, die zum Entspannen und Träumen verleiten.

Im Anschluss wurde ein 12 Minuten langer Teaser zur geplanten Dokumentation „This is Zamrock“ gezeigt, in welcher die sambischen Rockmusiker Jagari Chanda und Rikki Ililonga auf einer Frankreich-Tournee begleitet wurden. Beide Künstler wollen „Afro-Global music“ dem europäischen Publikum schmackhaft machen. Bei Zamrock handelt es sich um eine in den 1970er Jahren in Sambia geschaffene Musikrichtung, die afrikanische Elemente mit Rocksound kombiniert.

Trailer „Mama Goema“

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