66. IAA im Zeichen des VW-Abgasskandals

931.700 Besucher kamen nach Frankfurt am Main zur weltweit wichtigsten Mobilitätsmesse

(Autor: Ghassan Abid)

Die 66. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main stand in diesem Jahr ganz unter dem Zeichen des VW-Abgasskandals. Für die deutsche Automobilindustrie war der Zeitpunkt des größten Betrugs in der Geschichte der Volkswagen AG äußerst ungünstig. Zwar hat der Ausrichter der IAA, der Verband der Automobilindustrie (VDA), mit 931.700 Besuchern die eigene Erwartung übertroffen. Jedoch dominierte der Skandal die weltweit wichtigste Mobilitätsmesse. Bloß in der Halle 3, wo VW seinen Stand hatte, überspielte man das hauseigene Fiasko mit lauter Musik, glänzenden Autos und hübschen Frauen. Transparenz sieht definitiv anders aus.

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© In der Halle 3 der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main befand sich die Volkswagen AG, die den aktuellen Abgasskandal – der es bis nach Südafrika als Schlagzeile schaffte – komplett ignorierte. Dafür glänzten andere Automobilbauer umso stärker mit modernen Umwelt- sowie Sicherheitskonzepten und ausgefallenen Designs. (Quelle: Privat)

Am 23. September 2015 äußerte sich der VDA betroffen über die festgestellten Verstöße bei den Abgastests und verurteilte die betrügerische Praxis bei der Volkswagen AG. So heißt es in einer Stellungnahme: „Die bekanntgewordenen Geschehnisse widersprechen dem Selbstverständnis der Automobilindustrie. Eine Praxis, in der es zu einer missbräuchlichen Anwendung einer speziellen Motorensoftware gekommen ist, darf nicht akzeptiert werden.“ Seither wurden mehrere Manager entlassen, andere rückten dafür auf und interne Untersuchungen wurden eingeleitet. Zudem musste VW-Chef Martin Winterkorn gehen.

Ferner kritisieren südafrikanische Zeitungen die Entwicklungen im Hause VW. Das Markensiegel „Made in Germany“ erfährt in diesen Wochen erste kleinere Risse. Jedoch macht Volkswagen South Africa genau das, was zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt nicht angebracht ist und keiner modernen Unternehmenspolitik entspricht – nämlich den Skandal komplett zu ignorieren und die Verbraucher somit für dumm verkaufen. Das fiskalische Nachsehen für VW im südlichen Afrika wird daher schneller als erwartet kommen, sollte nicht rechtzeitig gegengesteuert werden.

© Der Mercedes-Benz AMG Vision Gran Turismo war einer der absoluten Publikums-Magnete der diesjährigen IAA. Der muskulöse Fahrzeugkörper und das futuristische Design des Sportwagens überzeugten viele Messebesucher. (Quelle: Privat)

Ebenso war auf der IAA bei den Repräsentanten von VW kein einziges Wort zu den aktuellen Entwicklungen zu hören. Ganz im Gegenteil – ganz nach dem Motto „The Show must go on“ überspielte man den Betrug an der eigenen Kundschaft. Insofern standen mehrere Ausstellungsfahrzeuge des Wolfsburger Automobilbauers samt gestylter Beraterriege und aufgehübschter Hostessen-Schar weitgehend leer. Dafür überzeugten deutsche Konkurrenten wie Mercedes Benz und BMW mit grandiosen Shows das Publikum. Umweltfreundlichere Motoren, verbesserte Sicherheitskonzepte und auffällige Sportdesigns standen in diesem Jahr auf dem Programm. 2017 findet die nächste Internationale Automobil-Ausstellung statt – dann hoffentlich ohne Skandal.

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