FIFA-Korruptionsskandal

Südafrikas Sportministerium verzichtet auf Untersuchung zum Bestechungsvorwurf bei WM 2010

(2010sdafrika-Redaktion)

Der Weltfußballverband FIFA hatte schon seit längerer Zeit den Ruf, nicht immer ganz aufrichtig und transparent zu sein. Der aktuelle FIFA-Korruptionsskandal hat nun die endgültige Gewissheit geliefert, dass es in der instutionalisierten Fußballwelt durchaus dubios zugeht. Die WM 2006 und 2010 stehen im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Den Austragungen sollen jeweils Bestechungsgelder vorausgegangen sein. Dennoch verzichtet Südafrikas Sportministerium auf eine interne Untersuchung. Man sei von einer ordnungsgemäßen Abwicklung des Mega-Events überzeugt.

Blatter Zuma

© Südafrikas Sportministerium lehnt die Einleitung einer internen Untersuchung zum Bestechungsvorwurf bei der WM 2010 ab, heißt es aus parlamentarischen Kreisen auf Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste. Stattdessen setzt die Regierung in Pretoria auf den Informationsaustausch mit den USA. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

In einem Exklusiv-Interview mit der BBC erklärte der mittlerweile suspendierte FIFA-Präsident Sepp Blatter im August 2015, dass die Fußball-WM in Südafrika die sauberste Meisterschaft überhaupt gewesen soll. „Ich habe doch gesagt, dass alles korrekt ablief„, ärgerte sich Blatter über die Nachfragen des Journalisten. Hintergrund des Gesprächs ist die dubiose Zahlung von zehn Millionen US-Dollar an den karibischen Regionalverband CFU – genauer gesagt an den damaligen CFU-Boss Jack Warner. Südafrika soll Schmiergeld gezahlt haben, um die Stimmen aus dieser Region zu kaufen.

Unterdessen verzichtet Südafrikas Sportminister Fikile Mbalula auf eine interne Untersuchung zum Bestechungsvorwurf, heißt es aus parlamentarischen Kreisen auf Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. Die Regierung in Pretoria erwäge vielmehr einen Informationsaustausch auf diplomatischer Ebene mit den USA. Das ermittelnde FBI solle entsprechende Dokumente zur Verfügung stellen, so die Forderung vom Kap. Allerdings verweigert das US-Justizministerium, das für das FBI als Aufsichtsbehörde zuständig ist, bisweilen die Übermittlung eigener Erkenntnisse an Südafrika. Entsprechende Meetings verliefen ins Leere.

Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Die Amerikaner wollen weitere Informationen aus Südafrika beziehen, um die Beweislage gegen mehrere FIFA-Funktionäre zu stützen. Dies zumindest bestätigte Südafrikas Justizminister Mike Masutha dem Parlament in Kapstadt.

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