Ein Hauch Havanna in Berlin

Musical mit Gänsehaut: Kubanische Tanzshow „Soy de Cuba“ fasziniert Publikum mit Tanz und Musik

(Autor: Ghassan Abid)

Kuba verbindet mit Südafrika die pure Lebensfreude: In beiden Ländern sind die Menschen trotz der bescheidenen Verhältnisse fröhlich. Beide Völker tanzen ausgelassen und sie tragen in sich die große Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Genau diese positive Grundeinstellung zum Leben zieht die Europäer in ihren Bann. Nun ist die Tanzshow „Soy de Cuba“ nach erfolgreichen Aufführungen in Frankreich, Spanien und Italien zum wiederholten Mal in Deutschland zu sehen. Lateinamerikanische Tanz- und Musikstile, Melodien und Erzählungen faszinieren das Publikum im Berliner Admiralspalast, wo die Tournee des Musicals seinen Anfang genommen hat.

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© Die Kuba-Tanzshow „Soy de Cuba“ ist zum zweiten Mal in Deutschland zu sehen. Diese erzählt die Liebesgeschichte der jungen Frau Ayala (Yanetsy Ayala Morejon), die sich in den Choreografen Mario (Dieser Serrano) verliebt. Lateinamerikanische Tanz- und Musikstile, Melodien und Erzählungen faszinieren das Publikum (Quelle: Philippe Fretault)

In Kuba herrscht das Sprichwort vor: „Wer gehen kann, der kann auch tanzen“. Diese Lebensphilosophie spiegelt sich bei „Soy de Cuba“ – zu Deutsch: Ich komme aus Kuba – wider. Der einzelne Zuschauer wird hierbei für rund hundert Minuten auf eine packende Reise in die sozialistische Karibikinsel entführt. Das Tanzmusical, veranstaltet von der in Mannheim ansässigen Eventagentur „BB Promotion“, überzeugt einerseits mit den Rhythmen Kubas wie dem Mambo, Salsa und Reggaeton. Andererseits beeindrucken die auf Emotionalität sowie Optimismus angelegte Story, die technische Umsetzung und die temperamentvolle Live-Musik.

Konkret geht es bei „Soy de Cuba“ um die Liebesgeschichte der jungen Frau Ayala – gespielt von der aus Havanna stammenden Tänzerin Yanetsy Ayala Morejon – die vom Leben im ländlich geprägten Tal Viñales genug hat. Sie möchte ihren Traum vom Tanzen verwirklichen. Dementsprechend bricht sie mit nur einem Koffer ausgestattet nach Havanna auf – der sogenannten „Stadt mit den tausend Säulen“ – fernab von der Familie und ihren Freunden. In einem in der Altstadt gelegenen Kabarett trifft sie schließlich auf den Choreografen Mario, gespielt von Dieser Serrano. Ayala steht vor der großen Chance, ihren Traum vom Tanzen zu realisieren und sich zu verlieben.

Das einst schüchterne Landmädchen wandelt sich zunehmend in eine selbstbewusste und leidenschaftliche Tänzerin. Zwanzig Musikstücke, die im Übrigen von einem Orchester live gespielt werden, verstärken das Reisegefühl beim Publikum. Die beiden Sänger Danais Menendez und Carlos Angel schaffen es, dass aus dem Musical zeitweise ein erstklassiges Kuba-Konzert hervorgeht. Dabei muss betont werden, dass die Stücke der Feder des 1949 in Havanna geborenen Komponisten Rembert Egues entspringen. Patriotismus und Heimatliebe sind seinen Texten zu entnehmen, so etwa dem gleichnamigen Titelsong „Soy de Cuba“, in welchem festgehalten wird: „Una perla en el Caribe“ (zu Deutsch: Eine Perle in der Karibik).

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© Vierzehn Tänzer, zwei Sänger und ein Orchester machen „Soy de Cuba“ zu einem unvergesslichen Erlebnis mit Gänsehaut-Faktor. Bis zum 29. November 2015 ist „Soy de Cuba“ noch im Admiralspalast in Berlin zu sehen. Im Anschluss folgen weitere Auftritte in zahlreichen deutschen Städten. (Quelle: Philippe Fretault)

Doch auch die Leistung der vierzehn Tänzer kann sich sehen lassen. Sie wurden vom Choreografen Luis Alberto Moro Ronda, auch „Chino“ genannt, trainiert, der selbst eine klassische Ballett-Ausbildung absolvierte und von seiner Soy de Cuba-Tänzerschaft entsprechende Fähigkeiten abverlangt. Außerdem machen der fließende Übergang von schwungvoller Bühnenperformance und harmonischen Videoeinspielungen auf einer überdimensionalen Leinwand das Musical nahezu perfekt. Das pulsierende Leben Havannas wird auf die Bühne im Admiralspalast katapultiert – Gänsehaut macht sich breit und das Verlangen, den deutschen Winter viel lieber in der Karibik verbringen zu wollen.

Insofern sind die dargebotenen Tanz- und Musikstile wie Rumba, Mambo oder Cha-Cha-Cha, die ihren Ursprung allesamt in Kuba haben, das grandiose i-Tüpfelchen der Show. Während beim Rumba, dem „Tanz der Liebe“, der Wechsel von aus mal sehr langsamen, dann wieder dynamischeren Bewegungen typisch ist, wird im Mambo – der „Stimme des Herzens“ – mit der Provokation und dem Verbotenem gespielt. Hingegen stehen beim Cha-Cha-Cha eher die Leichtigkeit und Spontaneität im Vordergrund, während beim Reggaeton aggressive Ausdrucksformen inbegriffen sind. Der berühmteste Tanzstil bleibt hingegen der Salsa, der gewiss weltweit beliebteste Tanz. Impulsivität und Improvisationsfreiheit machen diesen aus.

Einziges Manko ist der Auftritt des aus Frankreich stammenden Olivier Andrys, der die Geschichte von Ayala und Mario erzählt. Der manchmal nicht immer so leicht verständliche Akzent tut allerdings keinen Abbruch, dem Stück mühelos zu folgen. Bis zum 29. November 2015 ist „Soy de Cuba“ im Admiralspalast in Berlin noch zu sehen. Im Anschluss folgen weitere Auftritte in zahlreichen deutschen Städten wie in Düsseldorf, Hamburg oder Frankfurt am Main. Wer sich dieses Kuba-Musical nicht anschaut, der verpasst ein unvergessliches Erlebnis – und die Reise in die Karibik.

Promovideo „Soy de Cuba“

2 Antworten zu “Ein Hauch Havanna in Berlin

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