Vielfalt in den Medien gestalten

Berichterstattung zu Köln zeigt Notwendigkeit interkultureller Schulungen für Journalisten

(Autorin: Susanne Zeckler)

Die Situation um die eingereisten Flüchtlinge in Deutschland dominiert seit Monaten die Berichterstattung der bedeutendsten Medien, Blogs und Foren. Zudem erhitzen sich die Gemüter in den sozialen Medien, insbesondere nach Bekanntgabe der sexuellen Übergriffe in der Kölner Silvesternacht. Seitdem stehen etliche Journalisten und Blätter in der Kritik, den Pressekodex verstoßen zu haben. Interkulturelle Schulungen für Medienvertreter können hier Abhilfe schaffen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterstützt Projekte zur stärkeren Vielfalt in den Medien.

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© Am dritten Oktober-Wochenende 2015 kamen rund zwei Dutzend Medienschaffende in Berlin auf Einladung des TANG-Netzwerks und Dank finanzieller Unterstützung des BAMF in Berlin zusammen. Die Teilnehmer, darunter Ghassan Abid von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, erörterten die Gestaltung der Vielfalt in den Medien. (Quelle: TANG)

Am dritten Oktober-Wochenende vergangenen Jahres kamen rund zwei Dutzend Medienschaffende mit und ohne afrikanischer Herkunft zur Tagung „Vielfalt in den Medien gestalten“ in Berlin zusammen. Das TANG-Netzwerk unter dem Vorsitz der aus Kamerun stammenden CDU-Politikerin Dr. Sylvie Nantcha – der Veranstalter des Seminars – bezweckte die Schulung von Multiplikatoren. Finanzielle Unterstützung erhielt das Netzwerk vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, einer Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern.

Unter den Teilnehmern befand sich auch Ghassan Abid – Chefredakteur von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ – der mit den Kollegen von ARD/ NDR, Lonam, African Heritage Magazine und anderen Medien die deutsche Berichterstattung über die Migration und Integration erörterte. Dabei kam die Erkenntnis auf, dass die deutsche Medienlandschaft einer interkulturellen Öffnung bedürfe. Denn das Bild über Afrika beispielsweise sei fortwährend negativ behaftet. Man bediene sich Stereotypen und betrachte die Welt aus der klassischen Sicht eines „weißen Mannes mittleren Alters„.

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© Die Tagung des TANG-Netzwerks sollte zum einen Medienschaffende mit und ohne afrikanischer Herkunft miteinander vernetzen. Zum anderen wurden Multiplikatoren geschult. (Quelle: Privat)

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© Die Tagungs-Teilnehmer bemängelten die deutsche Berichterstattung über den afrikanischen Kontinent, die Flüchtlinge und die Integration. Man bediene sich wiederholt Stereotypen und betrachte die Welt aus der Sicht eines „weißen Mannes mittleren Alters“, hieß es. (Quelle: TANG)

Die Kölner Ereignisse belegen, dass die Medien weiterhin von einer differenzierten Berichterstattung weit entfernt sind. Frank Überall, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands, betonte im Hinblick auf die Vorfälle in Köln, dass Journalisten eher informieren müssen, „aber nicht spekulieren“. Denn schnell war bei den Tätern die Rede davon, dass es sich um Bewohner von Flüchtlingsheimen mit nordafrikanischer Herkunft handeln solle. Jedoch sei eine nicht durch solide Recherchen gedeckte Verdachtsberichterstattung abzusehen, hielt der Journalisten-Verband eindringlich und mit mahnenden Worten fest.

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