Afrikanische Union vor Führungswechsel?

Nkosazana Dlamini-Zuma erwägt Gerüchten zufolge keine Fortdauer als AU-Kommissionsvorsitzende

(2010sdafrika-Redaktion)

Seit dem Jahr 2012 ist die Ex-Innenministerin Südafrikas, Nkosazana Dlamini-Zuma, die Kommissionsvorsitzende der Afrikanischen Union (AU). Für ihren Amtsantritt warb sie gemeinsam mit Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane für den weiblichen Führungswechsel. Beide ANC-Politikerinnen entzweiten dabei den Staatenbund. Nun endet im Juli 2016 ihre Amtszeit. Gerüchten zufolge hat die Ex-Frau Jacob Zumas – die kürzlich 67 Jahre alt geworden ist – jedoch kein Interesse mehr an einer Fortdauer ihres Amts. Sie sehne sich nach dem Ruhestand, heißt es am Rande des zurzeit stattfindenden 26. Gipfeltreffens der Afrikanischen Union.

ILO

© Die amtierende Kommissionsvorsitzende der Afrikanischen Union, Nkosazana Dlamini-Zuma, soll Gerüchten zufolge keine zweite Amtszeit erwägen. Als ihr Nachfolger wird der Außenminister Algeriens, Ramtane Lamamra, gehandelt. (Quelle: flickr/ International Labour Organization (ILO) Department of Communications))

Dlamini-Zuma hatte vor ihrem Amtsantritt noch große Visionen. Sie wollte in der äthiopischen Haupstadt Addis Abeba, dem Sitz der Afrikanischen Union, die Emanzipation der Frauen auf dem afrikanischen Kontinent voranbringen. Ebenso versprach sie, die Union effizienter auszugestalten, um die Handlungsfähigkeit des Staatenbunds zu verbessern. Rückblickend lässt sich festhalten, dass ihre Visionen weitgehend Träume geblieben sind. Denn die Frauenrechte haben sich nicht signifikant verändert. Und auch in Burundi, wo ein Bürgerkrieg droht, ist die AU bislang mit keiner Friedensmission vertreten. Stattdessen flüchteten 230.000 Menschen in die Nachbarländer.

Als aussichtsreichster Nachfolger für das Amt des Kommissionsvorsitzenden gilt der algerische Außenminister und Ex-AU-Kommissar für Frieden und Sicherheit, Ramtane Lamamra. Der 63-jährige Diplomat gilt als erfahrenener, beliebter und zuverlässiger Diplomat. Es ist anzunehmen, dass unter seiner Führung die Bekämpfung des islamistischen Terrorismus in Afrika stärker als bisher in den Fokus der AU rückt. Dieser Schwerpunkt würde auch im Interesse der Bundesregierung liegen, wie es beim Treffen von Zuma und Merkel im November 2015 deutlich wurde.

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