Gewalt an Universitäten in Südafrika

Rugby-Match an der University of the Free State eskaliert. Weiße Studenten attackieren schwarze Protestler

(Autor: Ghassan Abid)

Während der Fußball eher bei der schwarzen Mehrheitsbevölkerung einer großen Beliebtheit unterliegt, erfreut sich der Rugby-Mannschaftssport einer starken Faszination bei den Weißen am Kap. Am gestrigen Montagabend fand auf dem Gelände der University of the Free State (UFS) in Bloemfontein ein Rugby-Match statt, welches durch schwarze Protestler unterbrochen wurde. Daraufhin eskalierte die Situation. Weiße attackierten Schwarze. Das Land ist geschockt. Erinnerungen an die Apartheid werden wach.

UFS

© Südafrikas Universitäten in Pretoria und Bloemfontein sind in den Mittelpunkt politischer Auseinandersetzungen zwischen Weißen und Schwarzen gerückt. An beiden Hochschulen eskalierte der Streit zwischen den Ethnien. Das gestrige Rugby-Match stellt den bisherigen Höhepunkt dar: Weiße attackierten Schwarze. Südafrika befindet sich im Schock. (Screenshot YouTube/ OFM Videos)

Eigentlich sollte die Begegnung zwischen der UFS und der Nelson Mandela Metropolitan University (NMMU) eine reine Sportveranstaltung bleiben. Die überraschende Unterbrechnung des Rugby-Matches durch schwarze Studenten und Arbeiter missfiel den meist Afrikaans stammenden Rugby-Fans, die die Demonstranten zum Verlassen des Spielfelds aufforderten. Als sich die Protestler dem widersetzten, attackierten weiße Studenten die Schwarzen. Entsprechendes Bild- und Videomaterial findet gegenwärtig starke Verbereitung in den sozialen Medien.

Die Universität hat bereits Untersuchungen zu den besorgniserregenden Vorfällen eingeleitet und Teile der Studierendenschaft für zwei Tage vom Lehrunterricht suspendiert. Zudem wurden mehrere Personen verletzt, die sich teilweise noch in ärztlicher Behandlung befinden. Hintergrund des Protests sind die prekären Arbeitsbedingungen schwarzer Angestellter an der Hochschule. Schlechte Bezahlung und Outsourcing seien nicht tragbar, ist auf einschlägigen gewerkschaftsnahen Webseiten nachzulesen.

Erst einige Tage zuvor eskalierte der Protest an der Unversität in Pretoria, nachdem die mehrheitlich schwarze Studierendenschaft die Abschaffung von Afrikaans als Lehrsprache forderte. Afrikaans ist die Sprache der einstigen Unterdrücker und müsste aus dem öffentlichen Raum verschwinden, so die Demonstranten. Zwischenzeitlich wurden die Fakultäten an den Standorten Hatfield und Groenkloof zur Sicherheit der Studenten geschlossen. Die Polizei musste anrücken. Letztendlich entschied die University of Pretoria, künftig alle Vorlesungen und Seminare in englischer Sprache anzubieten.

Rugby-Match an UFS vom 22.02.16  endet in Gewalt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s