Afro-kubanisches Temperament in Berlin

Kubanische Tanzsensation „Ballet Revolución“ sorgt im Admiralspalast für feurige Stimmung

(Autor: Ghassan Abid)

Es ist nicht lange her, dass die in Mannheim ansässige Eventagentur „BB Promotion“ mit der Kuba-Tanzshow „Soy de Cuba“ ein gewaltiger Entertainment-Coup gelungen ist. Das deutsche Publikum zeigte sich begeistert und kriegte dem eigenen Anschein nach nicht genug von den Rhythmen Kubas wie dem Mambo, Salsa und Reggaeton. Nur wenige Monate später bietet die Agentur mit „Ballet Revolución“ zum erneuten Mal ein lateinamerikanisches Tanzspektakel an, das sich von „Soy de Cuba“ in mehrfacher Hinsicht unterscheidet.

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© Die Kuba-Tanzsensation „Ballet Revolución“ ist zurzeit in Berlin und im Anschluss in weiteren Städten in Deutschland und in Österreich zu sehen. Die Darbietung von klassischem Ballet, zeitgenössischem Ausdruckstanz und frechen Hip-Hop-Elementen begeistert das Publikum. (Quelle: Nilz Böhme)

In der zweistündigen Show „Ballet Revolución“ geht es im Gegensatz zu „Soy de Cuba“ nicht um die Erzählung einer packenden Liebesgeschichte, sondern ausschließlich um die reine Darbietung von klassischem Ballet, zeitgenössischem Ausdruckstanz und frechen Hip-Hop-Elementen. Dieser durchaus interessante Mix verschiedener Stile wird untermalt mit afro-kubanischer Folklore und äußerst populären Pop-Songs. Hierbei trägt eine gut aufgestellte Live-Band einzelne Megahits von Superstars wie Beyoncé, Ricky Martin, Prince, Rihanna und Pitbull vor.

Die tänzerische Verschmelzung von Ballet und Hip Hop mag beim ersten Eindruck auf den einzelnen Beobachter durchaus befremdlich wirken, allerdings erfreut sich die Tanzleistung der Kubaner einer großen Beliebtheit beim Publikum. Der Co-Choreograf Roclan Gonzalez-Chavez hielt nicht ohne Grund einst fest, dass die Tänzer seines Landes sich anders bewegen würden, als alle anderen Tänzer auf der Welt. Und genau dieses Selbstbewusstsein spiegeln die 19 Tänzerinnen und Tänzer des „Ballet Revolución“ wider. Ihnen sieht man die pure Lebensfreude für den Tanz unumstritten an.

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© Die 19 kubanischen Tänzerinnen und Tänzer des „Ballet Revolución“ genossen erstklassige Ausbildungen an den renommierten Akademien „Escuela Nacional de Arte“ und „Escuela Nacional de Ballet“ in Havanna. (Quelle: Sven Darmer)

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© Der Tanz ist in der kubanischen Gesellschaft tief verwurzelt. Dementsprechend hielt der Co-Choreograf Roclan Gonzalez-Chavez nicht ohne Grund einst fest, dass die Tänzer seiner Heimat sich anders bewegen würden, als alle anderen Tänzer auf der Welt. (Quelle: Nilz Böhme)

Die professionellen Tanzkünstler genossen erstklassige Ausbildungen an den landesweit begehrten Akademien in Havanna. Die Tänzerin Yeleny Aguirre Camacho beispielsweise schloss 2003 ihre Ausbildung in Modernem und Zeitgenössischem Tanz an der renommierten „Escuela Nacional de Arte“ ab. Im Anschluss tourte sie durch Europa und wurde für 9 Jahre beim kubanischem Fernsehballet unter Vertrag genommen. Hingegen besuchte ihre Ballerina-Kollegin Heidy Batista Garcia die „Escuela Nacional de Ballet“ und trat später in London, Madrid und New York auf. Diese eindrucksvolle Biografie lässt sich problemlos auf das übrige Team übertragen.

Allerdings fiel der Berlin-Auftritt von „Ballet Revolución“ mit kleineren Defiziten auf. Zum einen übertönte der Bass u.a. die kräftige Stimme der Co-Sängerin Janine Johnson. Dabei ist Johnson eine aufstrebende Jazz- und Soul-Sängerin mit einer unglaublichen Ausstrahlung. Zum anderen gelang es ihrem Kollegen Westen Foster nicht immer, die durchaus anspruchsvollen Lieder von Beyoncé und Co. ebenbürtig zu performen. Im Großen und Ganzen kann die Kuba-Tanzshow, die vom australischen Produzenten Mark Brady getragen wird, empfohlen werden. „Ballet Revolución“ ist bis zum 20. März 2016 noch in Berlin zu sehen. Dann sind weitere Auftritte in Duisburg, Frankfurt am Main, Wien, München, Hannover und Köln geplant.

Promovideo „Ballet Revolución“

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