Farblose Schwarze

Wie ein Aberglauben Albinos ausgrenzt und in Gefahr bringt. Zwei Models aus Südafrika machen Mut

(2010sdafrika-Redaktion)

In einigen Teilen Afrikas versprechen Medizinmänner, dass mit dem Zermalmen von Knochen der Albinos die Heilung von Aids möglich sei. Darüber hinaus behaupten die Wunderheiler, dass Sex mit Albinos gesund machen könne. Daher sind Vergewaltigungen die Konsequenz dieses Gerüchtes, insbesondere im Osten und Süden des Kontinents. Aus Südafrika werden seit Jahren Stimmen laut, die die Diskriminierung nicht länger hinnehmen wollen. Dem Aberglauben müsse man wirksam begegnen.

angs school

© Albinos werden im Osten und Süden Afrikas beleidgt, ausgegrenzt und angegriffen. Ihre Knochen können angeblich Aids heilen, behaupten Medizinmänner. In einzelnen Staaten werden sie bisweilen regelrecht gejagt. In Südafrika hingegen erfahren Menschen mit Albinismus eine starke Ablehnung. (Quelle: flickr/ angs school)

Albinos werden von großen Teilen der Gesellschaft verteufelt. Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe gehören zum traurigen Alltag der Betroffenen und dies nur, weil sie lediglich an einem ausgeprägten Melaninmangel leiden. Ein wichtiges für die Synthese notwendiges Enzym ist durch den Gendefekt funktionsuntüchtig. Aus diesem Grund sind Haut und Haare von Albinos hell. Zudem leiden sie an einer Sehschwäche und starken Sonnenempfindlichkeit.

Während in Staaten wie Simbabwe, Tansania oder Kenia Menschen mit Albinismus ohne Skrupel gejagt und getötet werden, erfahren Albinos in Südafrika vielmehr eine gesellschaftliche Ausgrenzung. Es wird geschätzt, dass am Kap jeder 4.000 Bürger vom Gendefekt betroffen ist. In Afrika tritt diese Mutation viermal häufiger als in Europa vor. Warum dies so ist, darüber ist man sich in der Wissenschaft bislang uneinig.

Sanela Xaba und Thando Hopa sind zwei bekannte Albinos aus Südafrika, die mit dem Modeln ihren Lebensunterhalt bestreiten. Letztere arbeitet zudem als Staatsanwältin. Xaba und Hopa geben ihren Leidgenossen ein öffentliches Gehör und somit den Opfern in ganz Afrika eine unüberhörbare Stimme. Die in Johannesburg ansässige „Albinism Society of South Africa“, eine NGO unter dem Vorsitz von Patrick Wadula, greift das Selbstbewusstsein beider Models als Vorbilder auf.

Seine Institution hat sich einerseits zum Ziel gesetzt, die Bevölkerung mit weitreichenden Maßnahmen aufzuklären. Der Aberglaube müsse verstärkt widerlegt und entsprechende Gerüchte entkräftet werden. Andererseits erklärt Wadula, der selbst ein Albino ist, das Selbstwertgefühl seiner sozialen Gruppe festigen zu wollen. Die Ausgrenzung durch die Mitmenschen habe zu tiefen Komplexen geführt. Albinos seien oft introvertiert und eingeschüchtert. Deshalb machen Menschen wie Xaba und Hopa Mut. Der Albinismus dürfe nicht als angebliches Teufelswerk wahrgenommen werden.

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