CIA gab Tipp zur Verhaftung Nelson Mandelas?

Zum 3. Mal wird US-Geheimdienst vorgeworfen, Südafrikas Ikone ins Gefängnis gebracht zu haben

(2010sdafrika-Redaktion)

Das Gerücht, wonach der US-Auslandsgeheimdienst „Central Intelligence Agency“ (CIA) für die Verhaftung der südafrikanischen Widerstandsikone Nelson Mandela verantwortlich sein soll, hält sich seit Jahren hartnäckig. Schon seit 2000 wird öffentlich darüber spekuliert, ob die CIA den Partnerdiensten des Apartheidsregimes den entscheidenden Tipp gegeben hatte, der die populäre ANC-Führungspersönlichkeit für 28 Jahre in den Knast brachte. Nun wird die Debatte durch neue Hinweise entfacht – zum dritten Mal. Dennoch gibt die CIA die Akten immer noch nicht frei.

Matt Brown

© Nelson Mandela saß 28 Jahre seines Lebens im Gefängnis, nachdem die CIA den entsprechenden Tipp an die südafrikanischen Geheimdienste gegeben haben soll. Dieses Gerücht wird zum nun dritten Mal öffentlich thematisiert. (Quelle: flickr/ Matt Brown)

Ein Spion der CIA soll 1962 den Hinweis gegeben haben, der zur Verhaftung des am 5. Dezember 2013 verstorbenen Mandelas führte. Dies zumindest erklärte der im März 2016 verstorbene US-Diplomat Donald Rickard gegenüber dem britischen Regisseur John Irving. Rickard übernahm als Vizekonsul der Vereinigten Staaten in der südafrikanischen Küstenstadt Durban die konsularischen Amtsgeschäfte. Im Dokumentarfilm „Mandela’s Gun“, der in Kürze auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes seine Premiere feiern wird, sind dessen Äußerungen zu hören.

Im Vorfeld sorgte die im Jahr 2013 produzierte britische Dokumentation „Nelson Mandela: Accused #1“, die den Rivonia-Prozess und die Verhaftung der ANC-Größen Nelson Mandela, Walter Sisulu und Govan Mbeki zu langen Haftstrafen thematisierte, für internationale Aufmerksamkeit und teilweise zu entrüsteten Reaktionen der Öffentlichkeit. Auch in dieser Doku wurde die CIA beschuldigt, basierend auf Angaben des ehemaligen Apartheid-Geheimdienstagenten Gerard Ludi, für die Weitergabe von Informationen zum geheimen Aufenthaltsort Mandelas verantwortlich zu sein.

Bereits im Jahr 2000 verwies der US-Historiker William Blum mit seinem Buch „Rogue State“ – zu Deutsch: Schurkenstaat – für Furore. Der ehemalige Beamte im US-Außenministerium griff in seinem Buch Informationen auf, die auf einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der CIA und der Festnahme von Nelson Mandela durch die südafrikanischen Partnerdienste hindeuten würden. In Washington hatte man Mandela als kommunistische Bedrohung wahrgenommen.

Der damalige US-Präsident George W. Bush strich Südafrikas ersten schwarzen Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers erst im Jahr 2008 von einer Liste terrorverdächtiger Personen. Im Jahr 1980 setzten die USA den ANC-Freiheitskämpfer auf die Terrorliste. Der ANC wurde von mehreren westlichen Regierungen als Terrororganisation eingestuft. Erst mit dem Fall des Apartheidregimes und der Machtübernahme durch den ANC änderte sich das Verhältnis zwischen dem Afrikanischen Nationalkongress und den Regierungen Europas sowie der USA.

2 Antworten zu “CIA gab Tipp zur Verhaftung Nelson Mandelas?

  1. Vielen Dank für den Hinweis. Da haben Sie vollkommen Recht. Ist hiermit geändert worden. Die Redaktion

  2. Thorsten Scholz

    Guten Tag,
    Ihre Überschrift „CIA gab Tipp zur Verhaftung Nelson Mandelas“ ist falsch, weil dies immer noch nicht belegt ist.
    Grüße, T. Scholz

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