Neuntes Hells Angels-Charter am Kap eröffnet

HAMC, Red Devils und Crusaders MC erleben starken Mitgliederboom in Südafrika. Biker bewaffnen sich

(2010sdafrika-Redaktion)

In kaum einem Land auf dem Globus wachsen international agierende Rockergruppierungen wie der Hells Angels MC so schnell wie in Südafrika. Kürzlich eröffneten die Höllenengeln fernab von der Öffentlichkeit das Charter „Hells Angels MC 1000 Hills“, nachdem bereits im vergangenen Jahr die Klubhäuser „Georgetown“ und „Warrior Coast“ ins Leben gerufen wurden. Somit verfügen die Hells Angels über neun Charter allein in Südafrika. Ebenfalls ziehen befreundete MCs nach. Ihr Einfluss wächst weiter.

HAMC

© Outlaw Motorcycle Gangs – wie Hells Angels, Red Devils und Crusaders – erleben in Südafrika einen Mitgliederboom. Mittlerweile haben die Hells Angels neun und deren Unterstützerklub Red Devils dreizehn Klubhäuser am Kap eröffnet. Besorgniserregend sind Meldungen über eine zunehmende Bewaffnung der Biker. (Quelle: Privat)

Die Hells Angels zählen zum bedeutendesten Rockerklub in Südafrika. Mit den Red Devils und Crusaders gelten die Höllenengel als „eng verbrüdert“. Mittlerweile verfügt der Bikerklub mit dem geflügelten Totenkopf allein in Südafrika über neun Klubhäuser: Johannesburg (1993), West Rand (1994), Durban (1997), Kapstadt (1998), Nomads (2005), Witbank (2013), Georgetown (2015), Warrior Coast (2015) und „1000 Hills“ (2016). Die Expansion nach Swakopmund in Namibia, die bereits 2015 vollzogen werden sollte, verzögert sich aus bislang unbekannten Gründen weiterhin.

Ebenso kann sich der Red Devils MC, ein offizieller Unterstützerklub der Hells Angels, am eigenen Nachwuchs nicht beklagen. Mittlerweile sind die sogenannten „Roten Teufel“ an dreizehn Orten in Südafrika vertreten. Zum Ende des Jahres 2014 gründeten sie ihr erstes Klubhaus in der wichtigen und finanzstarken Metropole Kapstadt in der Westkap-Provinz. Gemeinsam mit Mitgliedern der Hells Angels wurde die neue Repräsentanz in der Umgebung des Tafelbergs feierlich zelebriert.

Erschreckend sind inoffizielle Meldungen, wonach etliche Anhänger der Outlaw Motorcycle Gangs (OMCG) – zu denen die Hells Angels, Red Devils und Crusaders zählen – in den letzten Monaten Schusswaffen erworben haben sollen. Ein der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zugespieltes Foto zeigt mehrere Anhänger des Crusaders MC, die mit Handfeuerwaffen posieren. Rockergruppierungen wie die Hells Angels werden der Organisierten Kriminalität zugerechnet. Sie begehen Straftaten wie Schutzgelderpressung, Drogenhandel und Zwangsprostitution.

OMCG RSA

© Mehrere Mitglieder des Crusaders MC posieren mit Schusswaffen. Inoffiziellen Meldungen zufolge bewaffnen sich immer mehr Biker in Südafrika mit Handfeuerwaffen. (Quelle: Privat)

Ermittler warnen bereits seit Jahren davor, dass die südafrikanischen Sicherheitsbehörden die erhebliche Gefahr, die von Mitgliedern der OMCGs ausgehe, nicht erkennen würden. Dabei gilt es mittlerweile als nachgewiesen, dass der Hells Angels MC in Südafrika am internationalen Drogenhandel beteiligt ist. Demnach sollen die Hells Angels mit Heroin, Kokain und Amphetaminen starke Gewinne verbuchen. Mitglieder des Hells Angels MC Holland nahmen nach Recherchen niederländischer Journalisten in der Vergangenheit eine Schlüsselrolle in den Rockerstrukturen Afrikas ein. Außerdem gilt Südafrika als Rückzugsgebiet für untergetauchte Hells Angels.

4 Antworten zu “Neuntes Hells Angels-Charter am Kap eröffnet

  1. Pingback: BND intensiviert Beobachtung auf Südafrika | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Pingback: Türkische Hells Angels zwischen Trauer und Wut | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  3. Ich beobachte diese Seite schon seit geraumer Zeit. Zwar finde ich hier Informationen, über die an anderer Stelle nicht berichtet wird und das ist als positiv hervorzuheben. Allerdings wirft die – und so muss man es offenbar nennen – Kampagne gegen die Hells Angels ein schlechtes Licht auf die hier zu findende Berichterstattung und damit auf das gesamte Konstrukt „Südafrika – Land der Kontraste“. Geht es hier um eine persönliche Antipathie Herrn Ghassan Abids oder anderer Verfasser dieser Artikel gegen die HA (sofern es andere Verfasser überhaupt gibt)?

    Es steht jedem zu, eine eigene Meinung zu haben, auch über und gerade in Südafrika. Aber seriöse Berichterstattung zeichnet sich aus durch Neutralität und Objektivität. Was hier geschieht, kann man nur als polemisch, einseitig und diffamierend bezeichnen.
    Natürlich muss man die Hells Angels und andere One-Percenter hinterfragen, wenn es um organisierte Kriminität geht und diese auch beweisbar ist. Dazu sind sog. „private Informanten“ allerdings wenig geeignet. Hörensagen würde niemand akzeptieren, und den Verfassern der HA-Artikel sollte dies spätestens seit dem Disaster mit dem Charter in Hannover klar sein. Monatelange Ermittlungen wegen einer „Insideraussage“, die einen Mord postulierte und sogar zum Abriss einer Lagerhalle geführt hat, um eine einbetonierte Leiche zu finden, haben am Ende nur heiße Luft hervorgebracht und Steuergelder verschwendet.
    Es gilt anzunehmen, dass der Insider Motive hatte, auszusagen, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen. Solche Insider, oder „private Informanten“ sind ebenso wenig verlässlich, wie uralte Geschichten über europäische HA-Mitglieder, die längst unter der Erde sind oder aus Altersgründen ausgeschieden.

    Nein, ich bin kein Hells Angel. Ich lebe in Kapstadt, bin Motorradfahrer, kein Supporter der HA und mit Sicherheit kein Freund lichtscheuer Geschäftsmodelle.
    Ganz im Gegenteil. Und aus diesem Grunde sollte vielleicht von Seiten der Betreiber dieser Seiten einmal darüber nachgedacht werden, was man mit wenig hintergründiger, aber schlagzeilenträchtiger und deshalb vielleicht öffentlichkeitswirksamer Berichterstattung anrichten kann. Im Zweifel das Gegenteil dessen, was man erreichen will, eben indem die Argumentationskette ganz einfach mit einem Hinweis auf Unwahrheiten unterwandert werden kann.

    Selbst eine Bildzeitung hätte mit Gegendarstellungsklagen und Schadensersatzforderungen zu rechnen, wenn z.B. eine solche Berichterstattung wie der Artikel „Alle lieben Yassie“ dort veröffentlicht würde. Ein schönes Beispiel, was für einen Blödsinn „Südafrika – Land der Kontraste“ erzählt. Und ich erkläre auch gerne, warum das so ist.

    Es gibt in Südafrika derzeit 1340 registrierte „motorcyclists-clubs“, (nachzulesen hier: http://www.motorcyclists.co.za/clubs/), neben diversen kleineren Gruppen, die nicht registriert sind. Zu betonen ist hierbei, dass nicht die Rede von Bikern ist, was in Deutschland mit „Rocker“ übersetzt wird, sondern von Leuten, die gerne Motorrad fahren und sich in Clubs organisieren. Die wenigsten dieser Motorradfahrer haben auch nur ansatzweise eine Ahnung davon, was ein mehrteiliges Patch (engl. „Rocker“) auf der Kutte international bedeutet. Patches sind in vielen Ländern mittlerweile verboten, wie schon dem HA-Charter in Hamburg 1986 verboten wurde, die Kutte zu tragen.

    Ein Blick auf die Clubliste in Südafrika macht sehr schnell deutlich, dass viele tatsächlich den Anschein machen, ein böser, böser Bikersclub zu sein. Die überwiegende Mehrheit (und das sind tausende Mitglieder) sind aber das absolute Gegenteil. Harmlose Moppedfahrer, die einfach nur Spaß haben wollen und nicht verstehen würden, woher die Kritik kommt.
    Aber die Kritik erreicht die Betreffenden erst gar nicht. Vielleicht ist das ja so gewollt, oder warum ist der Artikel über Yassie nicht in einer englischen Fassung verfügbar?

    Yassie, oder Yasien M. ist kein Rocker, sondern ein philantrophischer Harleyfahrer, von dem es hunderte Fotos im Netz gibt, die ihn zusammen mit Menschen zeigen. Er macht keinen Unterschied zwischen Hells Angels, Motorradfahrern, Politikern oder eben allem, was auf zwei Beinen läuft und sprechen kann.
    Wer das nicht versteht und sich anmaßt Kritik zu üben an seiner Haltung gegenüber den HA, sollte besser seine Hausaufgaben machen, oder sich bei Dieter Nuhr orientieren: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.

    Aber ich helfe ja gerne, auch zu einem besseren Verständnis, oder um deutlich zu machen, welche gegensätzlichen Wertigkeiten zur Berichterstattung von „Südafrika – Land der Kontraste“ in diesem Motorcyclist – Umfeld vorherrschen.

    Es gibt z.B. hierzulande Farbige, die mit einem Hakenkreuz – Sticker oder einem dementsprechenden Tattoo unterwegs sind, nicht wissend, wofür das Hakenkreuz steht. Nur, dass das hierzulande nicht verboten ist. Wie viele andere Dinge auch, die in Deutschland seit langem verfolgt werden. Das muss man nicht gutheißen, aber es ist, wie es ist. Und wer sind die Europäer, die sich anmaßen, Verhalten anderer zu kritisieren?
    Natürlich kann man aus Deutschland heraus viele oder vieles kritisieren. Chinesen, Amerikaner, Russen, Südamerikaner… Die Liste ist schier unendlich. Was dabei aber übersehen wird, ist dass man auch Deutsche kritisieren kann. Vor allem für eine ausgeprägte Leidenschaft, anderen sagen zu wollen, wie sie zu leben haben, insbesondere dann, wenn die eigenen Wertvorstellungen nicht mit denen anderer zusammen passen.

    Laissez faire. Es steht niemandem nördlich des Mittelmeers zu, Kritik zu üben an einer Kultur in Südafrika, die da oben nicht verstanden wird. Vielleicht schwingt da ja unterbewusst noch der Kolonialgedanke mit (Wir erklären euch da unten erst einmal, wie man die Dinge sehen muss…).
    Zugegeben, Deutschland mag in Sachen Kolonialherrschaft gegenüber anderen europäischen Staaten durchweg seine Defizite haben, weil das Ganze ja schon 19818 endete.
    Aber wenn man über Südafrika berichtet, sollte man zumindest die Mentalität der Leute hier verstehen, tolerant gegenüber dem Anderen sein und alle Seiten betrachten.

    Dabei könnte einem geneigten Berichterstatter auffallen, dass z.B. eine Party der Hells Angels in Kapstadt von jedermann besucht wird. Eben weil die Partys gut sind und das Miteinander von gegenseitigem Respekt gekennzeichnet ist. Etwas, was man in Deutschland offenbar vergessen hat.
    Wenn dort die Polizei bei einer Party der Hells Angels auftaucht, dann nur, um die Kennzeichen der Motorräder in einer „Sonderdatei für HA-Supporter“ zu erfassen.
    Hier hingegen gibt es noch Freiheiten, für die man nicht von denen verurteilt wird, die sich Freiheiten nicht leisten können, weil der Nachbar etwas dagegen haben könnte. Und sei es nur, dass man keine Angst davor haben muss, mit einem Hells Angel gesehen zu werden und dafür von jemandem, der von objektiver Berichterstattung keine Ahnung hat, als Rocker oder Krimineller abgestempelt zu werden.
    Ach ja. Schusswaffen. Die Hells Angels wären die letzten, die in Südafrika unbewaffnet wären. Hier hat jeder irgendwo Zugang zu einer Schusswaffe. Bis vor wenigen Jahren noch war der Umgang mit Pistolen, Revolvern und Schrotflinten sogar Lehrstoff an den Schulen.
    Wer das Land, über das er berichtet, kennen würde, wüsste das aber …

    So long
    GN

  4. Soll das ein Witz sein???? Eure Seite nennt sich Seite die über Südafrika berichtet! Un da schreibt ihr enrsthaft es sein besorgniserregend wenn sie HA oder Red Devil Leute mit Handfeuerwaffen ausrüsten??? Jede Jugendgang in Südafrika hat Knarren oder kennt Leute die ihnene diese gut und günstig besorgen!!! Und Leute wie die HA Idioten sollen dann ohne Waffen rumlaufen? Ausgerechnet in Südafrika!!!!???
    Diese Biker Clowns haben auf der Straße nichts zu melden!! Echte Psychopathen Gangs wie die Americans oder die Hard Livings machen schon seit 30 Jahren Geld mit Drogen und Schutzgelderpressung! Die sind schwer bewaffnet mit Sturmgewehren und Handgranaten und werden sich ordentlich zu wehr setzen wenn die HA ihre Revier aufmischen wollen!! Zumal die Holländer die nach SA geflohen sind in ihrer Heimat Holland von den dortigen Gangs aufs Maul bekommen haben!! Die können auch in SA nix reissen und werden auch nix reissen!

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