Eklat am Flughafen Frankfurt am Main

Namibias Polizeichef Sebastian Ndeitunga fühlt sich von der Bundespolizei diskriminiert

(Autorin: Susanne Zeckler)

Die Empörung im politischen Windhuk ist groß, nachdem Namibias Polizeichef – der General-Leutnant Sebastian Ndeitunga – nach eigenen Angaben das Gefühl der Diskriminierung am Flughafen Frankfurt am Main erleben musste. Demnach sollen Bundespolizisten den einflussreichen Namibianer nur aufgrund seiner schwarzen Hautfarbe kontrolliert haben. Dieser fordert nun eine Entschuldigung. Vor rund drei Jahren musste auch Südafrikas damalige Innenministerin Naledi Pandor ähnliche Erfahrungen machen – ebenfalls am Flughafen Frankfurt am Main.

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© Seit den 90er Jahren haftet am Flughafen Frankfurt (Main) der Ruf, wonach schwarze Flugpassagiere überproportional oft von den dortigen Bundespolizisten kontrolliert werden – darunter auch hochrangige Persönlichkeiten. Zuerst traf es 2013 die damalige südafrikanische Innenministerin Naledi Pandor und nun Namibias Polizeichef Sebastian Ndeitunga. Windhuk fordert eine Entschuldigung. (Quelle: Namibian Police Force)

Am Morgen des 2. Oktobers 2016 landete Namibias Polizeichef Ndeitunga gemeinsam mit zwei Kollegen der „Namibian Police Force“ am Flughafen Frankfurt am Main, berichtet die „Allgemeine Zeitung Namibia“. Demnach stieg die Delegation, ausgestattet mit Diplomatenpässen, als erstes aus dem Flugzeug aus. Auf dem Weg zur Passkontrolle sei der Polizeichef und amtierende Interpol-Afrika-Vizechef von zwei Bundespolizisten zur Seite gebeten worden. Weitere sieben Namibianer, darunter die beiden Kollegen – und allesamt Schwarze, wurden ebenfalls gezielt angesprochen.

Ich teilte den deutschen Kollegen in Uniform mit, dass ich der namibische Polizeichef bin und dass ich einen Diplomatenpass habe. Dies schien den jungen Polizisten, der allem Anschein nach von seinem Kollegen Instruktionen erhielt, wenig zu interessieren, denn er betrachtete meinen Pass sehr genau. Die Fragen gaben mir das Gefühl, dass ich für ein Flüchtling oder Asylbewerber gehalten wurde“, so Ndeitunga zur „Allgemeinen Zeitung Namibia“. Eine von ihm gestellte Frage, warum gezielt nur Schwarze  kontrolliert werden, blieb unbeantwortet. Auch dauerte dessen Passkontrolle deutlich länger als bei anderen Fluggästen. Offensichtlich sei eine bestimmte Bevölkerungsgruppe kontrolliert worden, schlussfolgert der Namibianer.

Windhuk hat bereits das Auswärtige Amt eingeschaltet, heißt es aus diplomatischen Kreisen. Es geht um den Vorwurf des sogenannten „Racial Profilings“, welches nach aktueller deutscher Rechtsprechung als rechtswidrig einzustufen ist. Das Oberverwaltungsgericht Koblenz rügte schon 2012 die Bundespolizei für die nach der Hautfarbe ausgerichteten Kontrollen. Am 11. September 2013 berichtete die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ exklusiv über einen ähnlichen Zwischenfall mit Südafrikas damaliger Innenministerin Naledi Pandor. Im politischen Pretoria sorgte der Vorfall hinter den Kulissen für Furore.

5 Antworten zu “Eklat am Flughafen Frankfurt am Main

  1. Pingback: Vorwurf des „Racial Profilings“ vom Tisch | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Deswegen gerät die Bundespolizei doch nicht unter Druck. Die machen nur ihre Arbeit. Anstatt sich aufzuregen hätte der stellvertretende Chef von Interpol die Polizisten loben sollen. Ich werde bei der Einreise nach Namibia oder Südafrika auch von Grenzbeamten kontrolliert und die sind ausnahmslos schwarz.

  3. Pingback: Bundespolizei gerät unter Druck | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  4. Hat er das getan? Wohl kaum. Wie war das damals? Hautfarbe? Haarfarbe? Abscheulich!

  5. Warum die große Aufregung? Der junge Polizist entschuldigt sich bei dem namibischen Polizei-Chef, kriegt eine Abmahnung und gut ist es.

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