Amtszeit von Ombudsfrau Thuli Madonsela endet

Danke!

(2010sdafrika-Redaktion)

Die 7-jährige Amtszeit der Juristin Thuli Madonsela als „Public Protector“ endete am 14. Oktober 2016. Die Ombudsfrau deckte im Rahmen ihres unabhängigen Verfassungsamtes mehrere Skandale auf höchster Regierungsebene auf, die sie selbst stark in Bedrängnis brachten. Sie erhielt Morddrohungen und stand unter Polizeischutz. Erst kürzlich wurde Madonsela erneut als „Spionin der CIA“ diffamiert. Aus diesem Grund sind ihr viele Südafrikaner dankbar. Denn sie hielt dem politischen Druck dauerhaft stand, um stets die staatliche Korruption anzuprangern.

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© Mit dem Ende der Amtszeit von Ombudsfrau Thuli Madonsela verliert Südafrika eine engagierte und verantwortungsvolle Persönlichkeit. Sie legte sich als „Public Protector“ mit den mächtigsten Politikern des Landes an, wenn diese korrupt wurden. (Quelle: flickr/ The International Division at UW-Madison)

Madonsela lebte für ihren Job. Sie nahm ihre Tätigkeit als Ombudsfrau sehr ernst. Gegen wen sie sich auflehnte, schien die aus Soweto stammende Frau in erster Linie nicht zu interessieren. Vielmehr legte sie großen Wert darauf, Missstände und die Korruptionsmentalität ranghoher südafrikanischer Politiker, auch die des Staatspräsidenten Jacob Zuma, offen zu kritisieren. Für dieses aufopfernde Engagement ist Madonsela unter anderem mit dem diesjährigen „Deutschen Afrika-Preis“ gewürdigt worden.

Die zweifache Mutter offenbarte in ihren wichtigsten Ermittlungen das Missmanagement und die Veruntreuung von Steuermitteln im Rahmen des Nkandla-Skandals. Staatspräsident Zuma ließ mit öffentlichen Geldern dessen Privatdomizil aus „Sicherheitsgründen“ ausbauen – etwa mit einem Swimmingpool und Amphitheater. Ferner hat Madonsela einen Bericht zur politischen Einflussnahme der reichen Gupta-Familie auf die Zuma-Regierung verfasst, der bislang noch nicht veröffentlicht wurde. Die Regierung klagte auch gegen ihre letzte Amtshandlung.

Busisiwe Mkhwebane, die Nachfolgerin Madonselas, erklärte zu Amtsbeginn, als neue „Public Protector“ grundsätzlich einen anderen Weg einschlagen zu wollen. So wolle sie beispielsweise den „State-Capture-Bericht“ zur Rolle der Gupta-Familie erst dann veröffentlichen, wenn sie von einem Gericht die diesbezügliche Erlaubnis erhalte. Ebenso lehnt sie eine ausländische Finanzierung ab. Die 46-jährige Juristin arbeitete unter anderem für das Innenministerium und den Geheimdienst „State Security Agency“. Analysten bemängeln, dass eine ehemalige Geheimnisträgerin nicht geeignet sei, um Korruptionsfälle aufzudecken.

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