Bundespolizei gerät unter Druck

Exklusiv: Auswärtiges Amt schaltet sich nach Rassismusvorwurf von Namibias Polizeichef Ndeitunga ein

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Susanne Zeckler, Ghassan Abid)

Der Zwischenfall um den namibianischen Polizeichef Sebastian Ndeitunga am Flughafen Frankfurt am Main vom 2. Oktober 2016 zieht immer weitere Kreise. Nachdem zunehmend mehr Medien aus dem In- und Ausland über die von Ndeitunga angeprangerte Diskriminierung durch Bundespolizisten berichten, hat sich nach Informationen der Redaktion von “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ nun auch das Auswärtige Amt eingeschaltet. Ferner ist aus Windhuk wiederholt die Forderung nach einer Entschuldigung zu hören.

iesm

© Das Auswärtige Amt hat sich nach Informationen der Redaktion von “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ nach dem Rassismusvorwurf von Namibias Polizeichef Sebastian Ndeitunga gegen die Bundespolizei eingeschaltet. Man erwarte eine Stellungnahme der Innenbehörden, heißt es vom Werderschen Markt. (Quelle: flickr/ IESM)

Auf Anfrage der Redaktion heißt es aus dem Außenministerium am Werderschen Markt zum Vorwurf des „Racial Profilings“ durch die Bundespolizei: „Das Auswärtige Amt und die deutsche Botschaft in Windhuk haben durch die Presseberichterstattung Kenntnis von den erhobenen Vorwürfen erlangt und sich daraufhin zur weiteren Sachverhaltsaufklärung an die zuständigen Stellen der Bundespolizei gewandt.“ Auf die Stellungnahme der Innenbehörden, also die des Bundesministeriums des Innern, welches für die Bundespolizei zuständig ist, werde noch abgewartet.

Aus diplomatischen Kreisen konnte zudem die Redaktion in Erfahrung bringen, dass auch Interpol den Zwischenfall um ihren Afrika-Vizepräsidenten mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen hat. Ferner heißt es hinter den politischen Kulissen in Berlin, dass die Ausstellung eines Diplomatenpasses nicht gleichbedeutend mit der Verleihung von Immunitäten ist. Die Botschaft Namibias in Deutschland habe Ndeitungas Dienstreise mit einem Zwischenstopp im Transitbereich des Flughafens Frankfurt am Main dem Auswärtigen Amt zu keinem Zeitpunkt angezeigt.

2 Antworten zu “Bundespolizei gerät unter Druck

  1. Pingback: Vorwurf des „Racial Profilings“ vom Tisch | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Im Dezember 2015 wurde meine südafrikanische Frau nach der normalen Passkontrolle beim Verlassen des Münchner Flughafens von einem Polizisten in Zivil gezielt angesprochen und kontrolliert. Meine Frau war in Begleitung einer jungen Südafrikanerin, die sie auf dem Flug kennengelernt hatte. Die junge Frau wurde nicht kontrolliert. Auf beider Frage, warum diese einseitige Kontrolle, drehte sich der Beamte schweigend um und lief davon.
    Meine Frau ist schwarz, die junge Südafrikanerin in ihrer Begleitung weiß.
    Racial profiling an deutschen Flughäfen (wahrscheinlich nicht nur dort) ist eine Tatsache.

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