Geheimer Queer-Filmtipp aus Südafrika

Xhosa-Kinodrama „The Wound“ geht auf dem Sundance Film Festival und auf der Berlinale in den Wettbewerb

(Autor: Ghassan Abid)

Es ist schon lange her, dass ein südafrikanischer Film die internationale Kinogemeinschaft begeistern konnte. Zuletzt gewann 2005 das Musikdrama „U-Carmen in eKhayelitsha“ den Goldenen Bären der 55. Berlinale. Ein Jahr später glänzte zudem „Tsotsi“ bei der Oscarverleihung in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“. Nach einem Jahrzehnt der Ruhe wird „The Wound“ (Originaltitel: Inxeba) als neuer Geheimtipp gehandelt. Auf dem aktuell stattfindenden Sundance Film Festival in den USA und auf der in Kürze beginnenden Berlinale geht die jüngste Kap-Produktion in den Wettbewerb.

The Wound

© Der 88-minütige Spielfilm „The Wound“ unter der Regie des aus Johannesburg stammenden John Trengove geht in den internationalen Wettbewerb auf dem Sundance Film Festival in den USA und auf der Berlinale. Die Produktion aus Südafrika wird als Geheimtipp gehandelt. (Quelle: Screenshot/ The Wound)

In „The Wound“ geht es 88 Minuten lang um die traditionelle Zeremonie der Xhosa-Ethnie in den Bergen des Eastern Cape, bei welcher aus männlichen Jugendlichen nun verantwortungsbewusste Erwachsene werden sollen. Unter den Teilnehmern befindet sich der einsame Fabrikarbeiter Xolani, der dem Mentor Kwanda untergeordnet ist. Dem fällt die sexuelle Anziehungskraft zwischen Xolani und einem seiner Kindheitsfreunde auf, sodass der Fabrikarbeiter zwischen seiner Leidenschaft und der Tradition wählen muss. Ein emotionales Spannungsverhältnis entsteht, das unüberwindbar wirkt.

Der Johannesburger Regisseur und Co-Autor John Trengove beleuchtet das heilige Ritual der Xhosa, an welcher einst auch der erste schwarze Staatspräsident und gleichzeitige Nationalheld Nelson Mandela teilnahm. Trengove geht in seinen künstlerischen Arbeit weiter, indem er versucht, den Konflikt zwischen Tradition und Moderne anhand eines persönlichen Schicksals aufzuzeigen. Die Dynamik der gleichgeschlechtlichen Sexualität und damit verbunden die Entfaltung der eigenen Identität innerhalb dieser traditionsbewussten Bevölkerungsgruppierung spielt im Film eine zentrale Rolle, die den Zuschauer fesseln dürfte.

Auf dem diesjährigen Sundance Film Festival geht „The Wound“ in der Sparte „World Drama“ und auf der Berlinale in der Sektion „Panorama“ als Eröffnungsfilm in den internationalen Wettbewerb. Die südafrikanische Uruca-Media-Produktion wurde unter anderem durch deutsche Filmförderungsgelder ko-finanziert. Informellen Quellen gegenüber der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zufolge sollen die TV-Sender arte und das ZDF den Film vor der eigentlichen Festivalpräsentation bereits erworben haben. Geplanter Kinostart von „The Wound“ in Südafrika ist der Juli 2017.

Trailer von „The Wound“

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