Unheimliches Unterwelt-Bündnis

Türkischer Hells-Angels-Boss Necati „Neco“ Arabaci will in die Politik und setzt auf Mafiosi Sedat Peker

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Informationen über die neuesten Ambitionen des türkischen Hells-Angels-Bosses Necati „Neco“ Arabaci sind ein offenes Geheimnis. Denn längst hat sich in der Rockerszene am Bosporus rumgesprochen, dass der 45-jährige Nomads-Turkey-Präsident neue Wege gehen wolle. Demnach strebe Arabaci eine Karriere in der türkischen Politik an. Hierbei setze er auf einen Mafiosi, der in der Türkei höchst umstritten ist. Es ist die Rede von Sedat Peker, einem nationalistisch-extremistischen Opportunisten, der vor allem bei den Anhängern der rechtsextremen Grauen Wölfe für seine Anti-Kurden-Slogans beliebt ist.

© Neco Arabaci will neue Wege gehen, so Insider. Demnach plane der türkische Hells-Angels-Boss eine politische Karriere im Land. In diesem Kontext setze er auf die Unterstützung des politisch ambitionierten Mafiosi Sedat Peker. Ein unheimliches Unterwelt-Bündnis mit weitreichenden Konsequenzen ist entstanden. (Quelle: Privat)

Es ist um Arabaci still geworden, so Insider gegenüber der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. Der ehemalige Kölner Zuhälter lasse sich kaum mehr fotografieren, meide weitgehend die Veranstaltungen des Hells Angels MC und verhalte sich verschwiegener denn je. Ebenso sei der einstige Konflikt mit den deutschen Altrockern längst in den Hintergrund gerückt. Auch die Ermordung des Gießener Hells Angels Aygün Mucuk hat mit der Aufnahme in die R.I.P.-Liste des Hells Angels MC Turkey scheinbar ganz gezielt ein leises Ende gefunden. Man könnte daher den Eindruck gewinnen, dass der „Pate“ sich von seinen Kuttenträgern distanzieren würde, um kein unnötiges Aufsehen in der Öffentlichkeit zu erregen. Auf jeden Fall sei es schwieriger geworden, an Arabaci heranzutreten. Hintergrund dieser Verhaltensveränderung dürften die neuesten Ambitionen des in Izmir lebenden Rockerchefs sein.

Demnach wolle der Nomads-Turkey-Präsident eine aktive Rolle in der türkischen Politik spielen, heißt es. Er strebe eine Karriere im politisch-administrativen System der Türkei an. Hierbei setze er auf Sedat Peker, einem bekannten Politiker mit nationalistisch-extremistischer Gesinnung. „Peker kennt jeder hier in der Türkei. Er ist eine Unterweltgröße und sogar einflussreicher als Neco“, so ein Insider. Eine andere Quelle behauptet sogar, dass Arabaci sich Peker untergeordnet haben soll. Letztendlich herrscht das Gerücht fort, wonach Arabaci mit der Unterstützung Pekers neue Wege des eigenen Einflusses gehen wolle. Dies sei für seine wirtschaftlichen Aktivitäten durchaus förderlich.

Tatsächlich verkehrt der Rocker in anderen Kreisen. Vorliegendes Bildmaterial zeigt Arabaci mit Akademikern in gehobenen Restaurants. Es sieht nach klassischen Business-Meetings aus. Die türkische Botschaft in Berlin ist bereits vor mehreren Jahren mit den Erkenntnissen der Redaktion, wonach Arabaci und Peker eine Zusammenarbeit unterhalten würden, wiederholt konfrontiert worden. Mehrfache Anfragen ließ das Botschaftspersonal in der Berliner Tiergartenstraße jedoch inhaltlich unbeantwortet. Vielmehr spielte man auf Zeit. Es hieß immer wieder, dass die Recherchen zur Presseanfrage andauern würden. De facto wollte sich die diplomatische Auslandsvertretung der Türkei in Deutschland nie zum Unterwelt-Bündnis äußern. Ebenso sollen den deutschen Polizeibehörden auf Bundes- und Landesebene keine Erkenntnisse vorliegen.

© Der Hells Angels MC Turkey unterhält im Land acht Charters, die allesamt im Westen der Türkei liegen. Auf dem aktuellen Gruppenbild der türkischen Hells Angels fällt auf, dass der Nomads-Turkey-Präsident Neco Arabaci nicht zu sehen ist. Denn immer seltener lässt sich der Rockerboss auf HAMC-Events blicken. (Quelle: Privat)

© Stattdessen gesellt sich der türkische Hells-Angels-Boss vielmehr zu vermögenden Geschäftsleuten und Akademikern. Neco Arabaci habe zudem zu keinem Zeitpunkt gerne die Kutte des Hells Angels MC getragen, obwohl er eine herausragende Position im Klub innehat. Strebt Arabaci ein Imagewechsel an? (Quelle: Privat)

Dabei teilen Arabaci und Peker mehrere Gemeinsamkeiten: Beide Türken sind nationalistisch orientiert, agieren in der Unterwelt, schrecken vor Gewalt nicht zurück und lebten einst in Deutschland. Während Arabaci aus Köln abgeschoben wurde, flüchtete Peker aus München. Der „Reis“ [aus dem Türkischen und bedeutet übersetzt „Präsident“], wie der 46-Jährige von seinen Unterstützern genannt wird, hat dem Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach dem missglückten Putschversuch vom Juli 2016 seine Treue geschworen. Im Vorfeld soll Peker den Präsidenten jedoch im Rahmen des Ergenekon-Prozesses gestürzt haben wollen. Eine entsprechende Haftstrafe hat er aus unerklärlichen Gründen nicht annäherend abgesessen. Auch hier schweigt die türkische Botschaft in Berlin – wohl zu heiß das Thema.

Peker „hatte Schutzgelder eingetrieben und Raub angeordnet, hatte genötigt und gemordet. Dafür wurde der 1971 geborene Peker zweimal zu Haftstrafen verurteilt, 1998 und 2007. Jedes Mal kam er überraschend schnell wieder auf freien Fuß.“, so der FAZ-Journalist Rainer Hermann in einem Artikel. Eine weitere Haftstrafe im Jahr 2013 im Zusammenhang mit dem nachgesagten Putschversuch gegen Erdogan saß er ebenfalls kaum ab – statt 10 Jahre lediglich 10 Monate. Dabei zeigt sich, wie einflussreich Peker tatsächlich ist. Seine Verbindungen sollen in die höchsten Regierungskreise in Ankara reichen. Vermutlich ist Peker dermaßen einflussreich, dass sogar der Hells-Angels-Boss Arabaci aus Eigeninteresse das Bündnis aufgesucht haben dürfte.

© Sedat Peker, im Bild mit dem Wolfsgruß der rechtsextremen Grauen Wölfe zu sehen, ist in der Türkei umstritten. Der prominente Mafiosi gilt als einflussreich, politisch ambitioniert und machtorientiert. Seine Anhänger rufen ihm „Präsident“ zu. Peker ist vor allem für seine Anti-Kurden-Slogans bekannt. (Quelle: Facebook/ sedatpekerreisfan)

Die Folgen dieses durchaus unheimlichen Bündnisses sind noch nicht einschätzbar. Ein Insider hierzu: „Hells Angels dürfen sich politisch nicht bestätigen. Denn Politik hat im Klub nichts zu suchen.“ Würde sich der Nomads-Turkey-Präsident nun tatsächlich auf die politische Bühne begeben, so dürfte dies weitreichende Konsequenzen durch den Hells Angels MC nach sich ziehen. Dabei ist sichtbar geworden, dass Neco Arabaci nicht unbedingt als überzeugter Hells Angel auftritt. Denn im Gegensatz zum deutschen Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth meidet Arabaci das Tragen der Klubkutte. Die Redaktion wird die weiteren Entwicklungen beobachten.

2 Antworten zu “Unheimliches Unterwelt-Bündnis

  1. Warum streust Du bewusst Falschmeldungen? Wenn Du wirklich ein Insider wärst, dann wüsstes Du, dass Neco schon seit vielen Jahren kein Hells Angels mehr ist und auch keine Rolle in dem Club spielt. Auch hat er nicht die Nomads Turkey gegründet. Also, entweder bist Du ein Lügner oder Du hast keine Ahnung 🙂

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