Bongo stürzt Südafrikas Regierung in Krise

Geheimdienstminister steht wenige Wochen nach seiner Ernennung unter Korruptionsverdacht

(2010sdafrika-Redaktion)

Bongani Thomas Bongo gilt in Südafrika als unbekannte politische Größe, die erst am 17. Oktober 2017 ins öffentliche Bewusstsein rückte. Denn an diesem Tag wurde der studierte Jurist zum neuen Geheimdienstminister ernannt, nachdem Staatspräsident Jacob Zuma sein Kabinett nach nur 7 Monaten erneut umbildete (seine 11. Kabinettsumbildung seit 2009). Der ANC-Abgeordnete ersetzte seinen Vorgänger David Mahlobo, der wiederum ins Energieressort wechselte. Jedoch steht der Zuma-Vertraute wegen Korruptionsvorwürfen unter massivem Beschuss. Die Zuma-Regierung stürzt in die nächste Krise.

© Jacob Zuma hat sich mit seiner mittlerweile 11. Kabinettsumbildung eine erneute Krise reingeholt. Denn gegen den am 17. Oktober 2017 ernannten Geheimdienstminister Bongani Bongo [im Bild rechts] wird wegen Korruption, Betruges und Bestechung ermittelt. (Quelle: flickr/ GovermentZA)

Südafrikas Geheimdienst State Security Agency (SSA) wird seit geraumer Zeit nachgesagt, über keine fachkundige Amtsleitung zu verfügen. Denn Bongo ist keineswegs mit der nachrichtendienstlichen Führungsverantwortung vertraut. Gleiches galt für Mahlobo. Hinzu kommt der schwerwiegende Vorwurf, wonach Bongo angeblich versucht habe, den Beweisführer (Ermittler) des Parlaments – Anwalt Ntuthuzelo Vanara – zu bestechen. Hintergrund waren Ermittlungen beim Energiekonzern Eskom wegen der dubiosen Gupta-Familie, von denen Vanara nach dem Willen Bongos gegen Aushändigung eines Schecks zurücktreten sollte. Der Beweisführer hat den Bestechungsversuch Bongos mittlerweile eidesstattlich versichert.

Nun ermittelt die Strafverfolgungsbehörde Hawks gegen den Minister wegen Betruges und Korruption. Doch auch während seiner einstigen Tätigkeit als Rechtsleiter der Abteilung für Besiedlungen der Provinz Mpumalanga habe es Auffälligkeiten gegeben, die Gegenstand weiterer Ermittlungen seien. Demnach habe Bongo seinen Einfluss zum Wohle einzelner Unternehmen missbraucht, um im Gegenzug entsprechende Belohnungen zu erhalten. Es ging um Geschäfte auf dem regionalen Immobilienmarkt. Bongo soll mit den illegalen Geldern unter anderem einen BMW X5 angeschafft haben. Der Preis in Deutschland liegt bei mindestens 50.000 Euro ohne MwSt. in der Grundausstattung.

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