115 Minuten erstklassiges Live-Entertainment

Kuba-Tanzspektakel „Ballet Revolución“ begeistert deutsches Publikum auf höchstem Niveau

(Autor: Ghassan Abid)

Das Tanzspektakel „Ballet Revolucn“ ist wieder da. Seit dem zweiten Weihnachtstag touren die kubanischen Tänzer und Sänger wie im Jahr zuvor durch die Städte Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Auf der aktuellen Tour erwartet das Publikum ein neues und vor allem vielfältiges Programm, bestehend aus neuen Choreografien, neuem Lichtdesign, neuen Songs und neuen Kostümen. Die Tanzshow in Kombination mit feuriger Live-Musik erweist sich als absolutes Event-Highlight. Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ war bei der Premiere im Berliner Admiralspalast dabei.

© Ein Hauch Kubas mitten in Berlin: Das Tanzspektakel „Ballet Revolución“ ist erneut auf Tournee in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Publikum im Admiralspalast zeigte sich vom erstklassigen Entertainment des australischen Choreografen Aaron Cash begeistert. (Quelle: Johan Persson)

Kubanische Shows erweisen sich traditionell als Publikumsmagnet im deutschsprachigen Raum. Ähnlich wie bei „The Bar at Buena Vista“ und „Soy de Cuba“ unterstand „Ballet Revolución“ ebenfalls einem großen Interesse der Öffentlichkeit. Nahezu ausverkauft war das an der Friedrichstraße gelegene Theater. Um genau 20 Uhr leitete das Team von „Ballet Revolución“ ihren Tourstart ein. In den darauffolgenden 115 Minuten konnte dem Publikum ein erstklassiges Entertainment auf höchstem Niveau geboten werden.

Moderner und kubanischer Tanz, Ballett, Streetdance und spanischer sowie englischer Live-Gesang verleihen „Ballet Revolución“ eine ganz besondere Note. Genau diese Symbiose von Moderne und Folklore ist beeindruckend – und durchaus ansteckend. Die choreografische Bühnentanzkunst, welche in zwei Akten (Spielhälften) unterteilt ist, beginnt mit dem Song El Panadero. Später folgen Welthits wie ´Hello´ von Adele, ´Human´ von Rag´n´Bone Man, ´Roxanne´ von The Police und ´Viva la Vida´ von Coldplay.

© Die 21 Tänzerinnen und Tänzer absolvierten nahezu allesamt eine hochklassige Tanzausbildung an der renommierten Kunsthochschule ENA in Havanna. Der kubanische Tanzstil gilt weltweit als einzigartig. (Quelle: Nilz Böhme)

Hingegen wird der zweite Akt musikalisch mit ´Despacito´ von Luis Fonsi feat. Daddy Yankee, ´Chandelier´ von Sia und ´Can´t stop the feeling´ von Justin Timberlake begleitet. Auffallend ist der optimale Mix aus spanischen und englischen Titeln, welche von der US-amerikanischen Soul-Jazz-Sängerin Janine Johnson und dem in London geborenen Musiker Weston Foster interpretiert werden. Unterstützt wird das Gesangsduo von kubanischen Top-Instrumentalisten. Johnson und Foster gelingt es, im Theater ein Konzertfeeling zu vermitteln. Allerdings schafft es Johnson nicht immer, wie etwa beim Song Chandelier die durchaus sehr hohen Töne des Originals zu treffen.

Insgesamt tritt die Band samt gesanglicher Untermalung äußerst souverän auf. Dieser Eindruck wird durch die Performance der 21 Tänzer bestätigt. Fast alle diese Künstler haben auf der Karibikinsel eine professionelle Tanzausbildung abgeschlossen, wie z. B. auf der renommierten Kunsthochschule ´Escuela Nacional de Arte´ (ENA) in Havanna. Gegründet wurde die ENA im Jahr 1961 auf Initiative von Fidel Castro. Die Kunsthochschule bietet die kostenfreie Studiengänge Tanzausbildung (darunter Ballett), Schauspiel, Musik und Bildende Kunst an.

© „Ballet Revolución“ ist in zwei Akte – Spielhälften – unterteilt und umfasst 115 Minuten an Bühnenperformance. Bereits im vergangenen Jahr konnte das Team des Tanzspektakels über 150.000 Besucher weltweit von sich überzeugen. (Quelle: Johan Persson)

Die ENA unterrichtet modernen und zeitgenössischen Tanz, mit kubanischer Ausprägung, welcher als ´Danza Folklórica´ bezeichnet wird. Dieser verbindet die musikalischen und tänzerischen Wurzeln Kubas in Rumba, Son, Mambo und religiösen Santería-Tänzen mit afrikanischer und spanischer Perkussion und modernen theatralen Techniken. Genau diese Kunstform macht die Tänzer Kubas zu einzigartigen Künstlern, sodass „Ballet Revolución“ zu einem besonderen Erlebnis für das deutschsprachige Publikum avanciert.

Kubanische Tänzer bewegen sich anders als alle anderen Tänzer der Welt. Der afro-kubanische Tanzstil gibt den Kubanern eine große Lockerheit in den Schultern und Hüften. Ich vergleiche die kubanischen Tänzer immer mit einem Schlagzeuger. Mit einem Bein folgen sie einem Rhythmus – und mit dem anderen Bein einem anderen.“, so der australische Choreograf Aaron Cash, der auch im Admiralspalast anwesend war und seine Schützlinge beim Auftritt aufmerksam beobachtete.

© Die von Jorge González designten Kostüme, das Lichtdesign und die feurige Live-Band sowie die Leidenschaft der Tänzer machen die Show zu einem besonderen und einmaligen Erlebnis für Jedermann. (Quelle: Johan Persson)

Die kubanische Tänzerin Yeleny Aguirre Camacho zeigte auf der Bühne ebenso wie das gesamte Tanzteam, wie Emotionalität und Tanz in harmonischer Weise miteinander in Verbindung gebracht werden. Die ausdrucksstarke ENA-Absolventin tanzte bereits neun Jahre lang für das Fernsehballett ihres Heimatlandes und trat ferner in Dänemark, Thailand, der Türkei und den USA auf. Camachos Körperspannung sowie Gesichtsmimik sind unverwechselbar und entsprechen den hohen Ansprüchen des Choreografen Cash.

Die Tänzer waren gut aufeinander abgestimmt, bis auf einen kleinen Fehlschritt in der ersten Viertelstunde des Bühnenauftritts, wo zwei Künstler gegeneinander gestoßen sind. Doch auch hier zeigte sich, wie professionell und diszipliniert das Team ist, indem der Fehler in der Tanzschrittfolge und Aufstellung dem Publikum kaum aufgefallen ist. Die Performance ist gewiss auf einem anspruchsvollen Tanzniveau einzuordnen.

Nicht zu vergessen sind die von Jorge Gonzales – bekannt aus TV-Shows wie ´Germany´s Next Topmodel´ und ´Let´s Dance´ – entworfenen Kostüme. Es macht Spaß, diese tänzerische, musikalische und modische Kunst zu bestaunen. Und speziell für die weiblichen Zuschauer soll an dieser Stelle angemerkt werden: Auch erotische Showeinlagen à la ´Chippendales´ hat es gegeben.

„Ballet Revolución“ beeindruckt und kann ausdrücklich empfohlen werden. Die brillante Kuba-Show ist in chronologischer Reihenfolge in den Städten Berlin, Bielefeld, Baden-Baden, Basel, Köln, Essen, Nürnberg, Bremen, Mannheim, Leipzig, Zürich, Düsseldorf, Chemnitz, Frankfurt am Main, Wien, Dortmund, Stuttgart, Hamburg und München zu sehen.

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