„Day Zero“ konnte abgewendet werden

Kapstadt droht Trockenheit erst 2019. Stadtverwaltung trifft Vorsorge. Verbrauch bleibt reguliert

(2010sdafrika-Redaktion)

Kaum ein Thema beschäftigt die Bevölkerung von Kapstadt so sehr wie die drohende Dürre. Denn nach Berechnungen der Stadt sollte am 29. April 2018 das Trinkwasser für 4 Millionen Menschen abgestellt werden. Dann wurde der sogenannte „Day Zero“ auf den 12. April korrigiert, bedingt durch die heißen Temperaturen und den fehlenden Niederschlag. Erst durch erhebliche Regulierungen beim urbanen Wasserverbrauch konnte die drohende Katastrophe auf das kommende Jahr abgewendet werden. Die ausgearbeiteten Notfallpläne, die einen Einsatz von Polizei und Militär in der „Mother City“   vorsehen, liegen wieder in den Aktenschränken.

© Kapstadt kann vorerst aufatmen. Der „Day Zero“ konnte abgewendet werden. Die Stadtverwaltung versucht mit Unterstützung der Nationalregierung in Pretoria mit entsprechenden Investitionen die urbane Trinkwasserversorgung für 4 Millionen Menschen sicherzustellen. (Quelle: flickr/ Martyn Smith)

Kapstadts Wasserreserven waren nahezu vollständig ausgeschöpft. Zum Jahresanfang durften die Stadtbewohner noch rund 87 Liter pro Person am Tag verbrauchen, während es zuletzt noch maximal 50 Liter waren. Die Pegelstände der Dämme, allen voran das Reservoir des bedeutenden Theewaterskloof-Damms, die Kapstadt mit Wasser versorgen, konnten sich geringfügig erholen. Allerdings gilt die Wasserversorgung weiterhin als äußerst angespannt. Aus diesem Grund bleibt das Waschen von Autos und das Befüllen von Swimmingpools weiterhin verboten. Andernfalls drohen empfindliche Geldstrafen. Ebenso müssen sich landwirtschaftliche Betriebe an strikte Auflagen halten – etwa Winzer, Farmer und Gärtner.

Der rapide Anstieg der Bevölkerung, steigende Touristenzahlen, die Vielzahl an Rohrlecks und fehlende Investitionen in die Infrastruktur werfen kein gutes Licht auf das Wassermanagement der Stadtverwaltung. Während die von der Oppositionspartei DA regierte Stadt die Schuld der Regierung in Pretoria zuschiebt, stellt der ANC die Eigenverantwortung der kommunalen Selbstverwaltung in den Vordergrund. Letztendlich dürften beide politischen Ebenen – der Bund und die Kommune – gleichermaßen versagt haben.

Für viel Geld werden nun in Kapstadt Entsalzungsanlagen gebaut. Insgesamt sind drei Anlagen an der V&A Waterfront, in Strandfontein und Monwabisi geplant, welche ungenießbares Meerwasser in kostbares Trinkwasser aufbereiten sollen. Ebenso soll in naher Zukunft das marode Trinkwassersystem modernisiert werden, um die ungewollten Wasserabflüsse zu vermeiden. Die ANC-Regierung in Pretoria hat ihre volle Unterstützung zugesagt.

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