Springboks erstmals mit schwarzem Kapitän

Siya Kolisi führt Südafrikas Rugby-Nationalmannschaft gegen England an. Eine historische Premiere

(2010sdafrika-Redaktion)

Wer sich mit der südafrikanischen Geschichte auseinandersetzt, der weiß, dass die Rugby-Nationalmannschaft eine bedeutende Rolle in der Verarbeitung der einstigen Rassentrennungspolitik spielt. Galten die „Springboks“ – wie die Auswahl auch bezeichnet wird – zur Apartheid noch als Symbol für den institutionellen Rassismus, so oblag ihnen bei der Rugby-WM 1995 unter der Aufsicht Nelson Mandelas der Auftrag zur nationalen Versöhnung. Insofern ist die Ernennung des dunkelhäutigen Siya Kolisi zum Kapitän der aus Weißen dominierenden Springboks als weiterer historischer Meilenstein zu werten.

© Siya Kolisi ist ein Superstar am Kap. Denn der schwarze Rugby-Spieler wurde zum Kapitän der aus Weißen dominierenden Springboks ernannt – das erste Mal in der Sportgeschichte Südafrikas überhaupt. (Quelle: Facebook/ Siya Kolisi)

Kolisi führte am vergangenen Samstag seine Mannschaft in der Begegnung gegen England an, verbunden mit einem 42:39-Sieg im Johannesburger Ellis-Park-Stadium. Noch nie zuvor hat ein Schwarzer den bei mehrheitlich Weißen beliebten Rugby-Sport angeführt. Dabei wird diese Mannschaftssportart seit bereits mehr als 127 Jahren am Kap betrieben. Der knapp 1,90 m große und 105 kg schwere Kolisi wurde in einem Township unweit der Stadt Port Elizabeth geboren. Seit über fünf Jahren gehört er den Springboks an.

Rassie Erasmus, der amtierende Nationaltrainer Südafrikas, begründete die Ernennung Kolisis zum Ende Mai 2018 mit den Worten: „Er ist ein großartiger Rugby-Spieler, zuverlässig und bescheiden. Er gibt immer sein Bestes.“ Der Kapitänsneuling stammt aus ärmlichen Verhältnissen und konnte nur im Rahmen eines Rugby-Stipendiums an einer Privatschule unterrichtet werden. Erst kürzlich heiratete Kolisi die hellhäutige Kapstädterin Rachel Smith, mit der er mittlerweile zwei gemeinsame Kinder hat. Nach der Hochzeit hagelte es jedoch reichlich Kritik am Ehepaar, die rassistischer Natur waren. Ebenso wird seine sportliche Beförderung in den sozialen Medien kontrovers diskutiert.

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