Spannungen zwischen USA und Südafrika

US-Präsident Donald Trump, Außenministerium und Fox News üben Kritik an Landreform

(2010sdafrika-Redaktion)

Die geplante Landreform in Südafrika sorgt außenpolitisch für heftige Reaktionen. Denn Staatspräsident Cyril Ramaphosa erwägt die entschädigungsfreie Enteignung von Farmern, also die Umverteilung von Agrarflächen weißer Grundbesitzer zugunsten der schwarzen Bevölkerung. Bereits im Frühjahr legte sich Australien mit Südafrika an, als es um Flüchtlingsvisa für Weiße ging. Dann wurde vor wenigen Wochen eine umstrittene Doku im australischen Rundfunk zu Farmermorden ausgestrahlt. Nun schalten sich auch die USA mit scharfen Worten in die Debatte ein.

© Südafrika steht unter Beschuss wegen der geplanten Landreform. US-Präsident Donald Trump, das US-Außenministerium und der US-Sender Fox News werfen Pretoria die Diskriminierung von Weißen vor. Südafrika sieht sich hingegen einer Kampagne von Lobbyisten aus Washington ausgesetzt und widerspricht den haltlosen Anschuldigungen. Die USA sollten sich nicht einmischen. (Quelle: flickr/ Gage Skidmore)

US-Präsident Donald Trump, der in der Vergangenheit wiederholt die innenpolitischen Entwicklungen in Südafrika öffentlich via Twitter kritisierte, hat sich im August 2018 erneut zu Wort gemeldet. Demnach habe er seinen Außenminister Mike Pompeo angewiesen, Enteignungen von Bauern und Beschlagnahmungen landwirtschaftlicher Betriebe sowie die „großangelegte Tötung von Farmern“ in Südafrika genau zu beobachten. Darüber hinaus bezeichnete die Sprecherin des US-Außenministeriums Heather Nauert die Landreform als einen Fehler, der nicht im Einklang mit einer friedlichen Debatte stünde. Somit befindet sich Pretoria im diplomatischen Clinch mit Canberra und Washington gleichermaßen.

Ferner strahlte der erzkonservative US-Sender Fox News im Rahmen der Show „Tucker Carlson Tonight“ jüngst einen Bericht aus, in welcher die südafrikanische Enteignungspolitik als „rassistisch und diskriminierend“ bezeichnet wurde. Südafrikas Landenteigungspolitik sei „Nazi-ähnlich“, so der bewusst provozierend auftretende TV-Moderator Tucker Carlson. Im Bericht ist auch der Tweet von Donald Trump aufgegriffen worden, welcher zweifelsfrei befürwortet wird, um den Fehltentwicklungen am Kap von den Vereinigten Staaten von Amerika aus wirksam zu begegnen.

Prompt folgte die Reaktion aus dem südlichen Afrika. Die US-Vertreterin in Südafrika, Geschäftsträgerin Jessye Lapenn, wurde unverzüglich ins Außenministerium bestellt. Der US-Regierung sei klar gemacht worden, dass man sich einer Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten verbitte. Vielmehr ziele Südafrika auf die Aufarbeitung der Ungerechtigkeiten aus der Apartheid ab, sodass eine Umverteilung des Grundbesitzes der weißen Minderheit zugunsten der  schwarzen Mehrheitsbevölkerung notwendig sei. Ebenso sah sich die Regierung Südafrikas zu einem Tweet verpflichtet, um die falsche Darstellung Trumps zurückzuweisen.

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