Medizinische Sensation in Südafrika

Keine Infektion des Empfängers bei Transplantation einer mit HI-Virus infizierten Leber der Spenderin

(2010sdafrika-Redaktion)

Knapp 4 Millionen Menschen in Südafrika sind nach aktuellen Schätzungen mit dem HI-Virus infiziert und müssen daher mit Medikamenten behandelt werden, um nicht an der Erkrankung Aids zu sterben. Die Transfusion von Blut oder die Transplantation von Organen infizierter Spender gilt aus medizinischer Sicht als Tabu, da eine Infektion des Empfängers anzunehmen ist. Nun sorgt der Fall einer Organtransplantation für weltweite Aufmerksamkeit. Ärzte aus aller Welt diskutieren kontrovers über die Forschungsergebnisse aus Johannesburg.

© Den Medizinern der Johannesburger Wits-Universität ist eine wissenschaftliche Sensation gelungen. Diese haben die Transplantation einer mit HI-Virus infizierten Leber der Spenderin vorgenommen und feststellen können, dass der Empfänger – ihr eigenes Kind – weiterhin gesund ist. (Quelle: flickr/ DFAT)

Ärzte in Südafrika entnahmen einer Mutter, die mit HI-Virus infiziert ist, Teile ihrer Leber, um diese ihrem erkrankten Kind zu transplantieren. Das 13 Monate alte Kind litt an schweren Leberschäden, sodass ohne eine Organspende der Tod unausweichlich wäre. Die Operation war deshalb aufsehenerregend, weil beim Kind trotz der Transplantation keine Infektion mit dem HI-Virus festgestellt werden konnte. Im renommierten Fachjournal „AIDS“ veröffentlichten die Mediziner der Witwatersrand-Universität ihre Erkenntnisse.

Die namentlich nicht bekannte Mutter wurde im Vorfeld der Operation mit antiretroviralen Medikamenten behandelt, um den Ausbruch von Aids zu verhindern. Ihre Bereitschaft der eigenen Organspende zugunsten ihres Kindes wurde aus medizinischen Gründen mehrfach abgelehnt. Da den Ärzten mangels passenden Spenderorgans die Zeit davon lief, ließ man sich letztendlich dennoch auf den Vorschlag der Mutter ein. Es ist der erste weltweit bekannte Fall. Inwieweit die Erkenntnisse aus Südafrika zu einem Umdenken in der Medizin führen könnte, lässt sich bislang nicht sagen.

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