Show „Vivid“ im Friedrichstadt-Palast

Eine Liebeserklärung an das Leben. Berliner Revue-Theater gelingt künstlerische Sensation

(Autor: Ghassan Abid)

Viele Südafrika-Reisende vertreten die Auffassung, dass man nur durch einen Aufenthalt am Kap die Schönheit des Lebens erleben könne. Doch die aktuelle Show im Friedrichstadt-Palast verdeutlicht die Tatsache, dass das Abtauchen in die Welt der Träume auch im Herzen Berlins möglich ist. Mit „Vivid“ gelingt dem Revue-Theater eine künstlerische Darbietung sondergleichen. Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ schaute sich das neue, unvergessliche Spektakel an einem Oktoberabend an – und ist begeistert.

© Die aktuelle Show „Vivid“ im Friedrichstadt-Palast ist mit Produktionskosten in Höhe von 12 Millionen Euro die bislang teuerste Theaterproduktion Deutschlands. Die „Liebeserklärung an das Leben“ des Berliner Revue-Theaters erweist sich als künstlerische Sensation. (Quelle: Brinkhoff/Mögenburg)

Die „Liebeserklärung an das Leben“, wie die Show von den Machern umschrieben wird, übertrifft ganz gewiss die Vorgängershow „THE ONE – Grand Show“ in vielerlei Hinsicht. Bühnenbilder, Kostüme und Choreografien erscheinen deutlich aufwendiger gestaltet, wenn man die vorangegangenen Shows hinsichtlich eines direkten Vergleichs heranzieht. Die nackten Zahlen belegen, dass bei „Vivid“ mit über 12 Millionen Euro die bislang teuerste Theaterproduktion Deutschlands entstanden ist. Der Friedrichstadt-Palast mit seinem Intendanten Berndt Schmidt hat ganz gezielt kräftig investiert, um Zuschauer aus aller Welt in die deutsche Bundeshauptstadt zu locken.

In der Show geht es um ein kleines Mädchen, das den Namen R´eye trägt und anfänglich mit ihrem Vater mitten im Publikum sitzt, bis sie plötzlich völlig unerwartet auf die Bühne stürmt. Sie begibt sich in die Welt der Träume, der Verwirklichung und der Suche nach der eigenen Identität. Ihre Transformation zur Androidin, verkörpert durch die Berliner Theaterschauspielerin und Sängerin Devi-Ananda Dahm, wird in verschiedenen Szenenbildern gekonnt begleitet. Rund 100 Künstler aus 26 Nationen erzählen ihre Geschichte – nicht zu vergessen das im Hintergrund der Bühne spielende Orchester und die unzähligen Bühnenmitarbeiter sowie Maskenbilder.

© Rund 100 Künstler begleiten die Hauptdarstellerin R´eye, gespielt durch Devi-Ananda Dahm, bei ihrer Suche nach der eigenen Identität. „Vivid“ kann durchaus als gesellschaftskritisches Stück interpretiert werden, das die individuelle Freiheit des Einzelnen in den erzählerischen Mittelpunkt der Show rückt. (Quelle: Brinkhoff/Mögenburg)

Dabei kann der Ausbruch R´eyes aus ihrem bisherigen Leben als sozialkritische Reflektion interpretiert werden. Denn die Verwandlung der Schülerin in eine Androidin ist durchaus als offener Widerstand gegen die Werte der Gesellschaft zu verstehen, wo den jungen Menschen entsprechende Normen – teilweise zwangsweise – vermittelt werden. Aus der Soziologie ist der Konflikt zwischen individueller Freiheit und sozialer Partizipation bekannt. Insofern hat R´eye für sich den Entschluss getroffen, der Fremdbestimmung durch ihre Umwelt zu entfliehen und sich selbst zu finden. Ihr Vater versucht unermüdlich, seine verlorengegangene Tochter wiederzufinden.

Mit „Vivid“ werden verschiedene Elemente des traditionellen und modernen Entertainments – Comedy, Ballett, Musical, Operette, Akrobatik und Modenschau – in brillanter Weise miteinander vermengt. Zeitweise werden Erinnerungen an das „Cirque du Soleil“ wach, das ähnlich wie „Vivid“ darauf angelegt ist, das Publikum aktiv miteinzubeziehen. So finden sich einzelne Zuschauer plötzlich auf der Bühne wieder. Jedoch wäre es nicht zutreffend, die aktuelle Show des Friedrichstadt-Palasts mit einem klassischen Zirkus zu vergleichen. Solch ein Gleichnis wäre auch nicht angebracht, wenn man die hochprofessionelle Bühnentechnik, das pompöse Kostümdesign und die Glanzleistung der Musiker in die Bewertung einfließen lässt.

© Der Friedrichstadt-Palast hat sich mittlerweile zu einem renommierten Theater etabliert. Internationale Besucher, darunter auch Besucher aus Südafrika, besuchen die aufwendigen Shows des Revue-Theaters. „Vivid“ kann bis zum Juli 2019 bestaunt werden. (Quelle: Bernd Brundert)

Mit „Vivid“ ist eine 2,5 Stunden andauernde Show entstanden, die mit drei Schlagwörtern zusammengefasst werden kann: Extravaganz, Perfektion und Imagination. Im ausverkauften Friedrichstadt-Palast zeigte sich das internationale Publikum begeistert. Wer sich dieses kulturelle Highlight entgehen lässt, verpasst durchaus ein Spektakel der Superlative für Klein und Groß. Die Redaktion kommt zum Ergebnis, dass „Vivid“ die beste Theaterproduktion des Jahres darstellt – ganz großes Kino; Theater!

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