Initiative „Compact with Africa“

Südafrikas Präsident Ramaphosa wirbt in Berlin für mehr private Investitionen aus Deutschland

(Autor: Ghassan Abid)

Am 30. Oktober 2018 trafen sich 12 afrikanische Staats- und Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin, um im Rahmen der Initiative „Compact with Africa“ die Investitionsbedingungen in ausgewählten Staaten Afrikas zu verbessern. Längerfristiges Ziel ist es, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, Arbeitsplätze zu schaffen und somit die illegale Migration von Afrika nach Europa einzudämmen. Auch Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa reiste bereits einen Tag zuvor an, um sein Land zu promoten.

© Südafrikas Staatspräsident Cyril Ramaphosa warb Ende Oktober 2018 anlässlich der G20-Initiative „Compact with Africa“ in der deutschen Bundeshauptstadt für mehr Investitionen. Der ANC-Parteivorsitzende kam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammen. (Quelle: flickr/ GovermentZA)

Neben den Staatsoberhäuptern von Südafrika, Äthiopien, Ägypten, Benin, Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste), Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien, waren auch Repräsentanten der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Afrikanischen Entwicklungsbank beim Gipfel vertreten. Da „Compact with Africa“ keine finanzielle Unterstützung durch die Bundesregierung vorsieht, sondern vielmehr eine Art Selbstverpflichtung, bedarf es in der praktischen Umsetzung den sogenannten Reformpartnerschaften.

Bislang bestehen entsprechende Reformpartnerschaften mit den Regierungen Tunesiens, der Elfenbeinküste und Ghanas, die auf die Branchen erneuerbare Energien, Finanzwirtschaft und Banken fokussiert sind. Ähnliche bilaterale Kooperationen sollen nun zusätzlich mit dem Senegal, Marokko und Äthiopien realisiert werden – heißt es aus dem Auswärtigen Amt. Allerdings zählen Südafrika und Ägypten zu den wichtigsten Investitionsstandorten deutscher Unternehmen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent.

© Südafrika zählt gemeinsam mit Ägypten zu den wichtigsten Investitionsstandorten deutscher Unternehmen in Afrika. 2017 blieb Deutschland der drittgrößte Handelspartner Südafrikas. Im Schwellenland gibt es mehr als 600 deutsche Unternehmen, die rund 100.000 Arbeitsplätze geschaffen haben. (Quelle: flickr/ GovermentZA)

Südafrikas Präsident Ramaphosa traf neben Bundeskanzlerin Merkel auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum handelspolitischen Austausch. Der ANC-Parteivorsitzende warb offensiv für weitere Investitionen am Kap. In diesem Kontext machte er auf das im November stattfindende „Africa Investment Forum“ in Johannesburg aufmerksam, welches internationale Finanzinstitutionen, Staatsfonds und Investoren miteinander vernetzen soll.

Südafrika verfolgt seit Jahresbeginn die ehrgeizige Ambition, in den nächsten 5 Jahren Neuinvestitionen in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar zu generieren. Die kürzliche Ernennung des Ex-Zentralbankchefs Tito Mboweni zum neuen Finanzminister soll das Vertrauen der Privatwirtschaft wiederherstellen, nachdem die geplante entschädigungsfreie Enteignung von Grundbesitz weißer Farmer weltweit für Verunsicherung gesorgt hat. Die USA und Australien übten sogar öffentlich scharfe Kritik. In Berlin blendete Ramaphosa die Enteignungsdebatte komplett aus. Stattdessen bedankte er sich für das Engagement der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft.

© Die Staatsoberhäupter von Südafrika, Äthiopien, Ägypten, Benin, Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste), Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien reisten auf Einladung der Bundesregierung nach Berlin an, um über die Verbesserung der Investitionsbedingungen in ihren Ländern zu sprechen. (Quelle: GovernmentZA)

Im Jahr 2017 blieb Deutschland der drittgrößte Handelspartner Südafrikas. Im Schwellenland sind es mehr als 600 deutsche Unternehmen präsent, die rund 100.000 Arbeitsplätze geschaffen haben. Zuletzt besuchte im November 2015 mit Jacob Zuma ein Staatsoberhaupt Südafrikas die Bundesrepublik. Zum damaligen Zeitpunkt wurde im politischen Berlin registriert, dass die Regierung in Pretoria ihre wirtschaftlichen Beziehungen verstärkt nach Moskau und Peking ausrichtete. Immer mehr Unternehmen aus Fernost entdecken die Staaten Afrikas, allen voran Südafrika, als attraktiven Wirtschaftsstandort.

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Eine Antwort zu “Initiative „Compact with Africa“

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