Forschungssensation aus Südafrika

Universität Kapstadt nutzt menschliches Urin zur Herstellung von Bio-Ziegelsteinen

(2010sdafrika-Redaktion)

Immer wieder gelingt den Hochschulen Südafrikas eine wissenschaftliche Sensation in den unterschiedlichsten Forschungsgebieten. Allen voran die Universitäten Kapstadt (UCT) und Witwatersrand (Wits) in Johannesburg können auf internationaler Ebene wiederholt von sich überzeugen. Aktuell rückt ein Recycling-Herstellungsprozess der UCT in den Mittelpunkt.

© Dr. Dyllon Randall von der Universität Kapstadt, ein mehrfach ausgezeichneter Ingenieur [im Bild links], ist mit seinem Team eine Forschungssensation gelungen. Aus menschlichem Urin konnten Bio-Ziegelsteine hergestellt werden. Die Wissenschaftler erhoffen sich Vorteile für die Umwelt. (Quelle: Robyn Walker/ UCT)

Dr. Dyllon Randall von der Universität Kapstadt, ein mehrfach ausgezeichneter Ingenieur, hat sich auf nachhaltige sanitäre Einrichtungen, die Aufbereitung menschlichen Urins und die Ressourcengewinnung aus Abwasser spezialisiert. Dabei konnte Randall in seinen Forschungsarbeiten deutlich machen, dass Urin einen größeren Nutzen aufweist als bisher angenommen. So etwa im Hinblick auf die Herstellung von Bio-Ziegelsteinen.

Denn menschliches Urin kann der Schlüssel sein, um nachhaltig zu bauen. Aus den flüssigen Ausscheidungen von Studenten werden Ziegelsteine in den universitätseigenen Laboren hergestellt. Die Forscher haben Prozesse kopiert, die bei der Korallenentstehung zu beobachten sind. Hierbei wird Sand mit Urin vermengt und mit Bakterien versetzt, die wiederum ein Enzym produzieren, das den Harnstoff im Urin abbaut. Anschließend wird der Sand nach einwöchiger Wartezeit bei gängiger Raumtemperatur in seiner Konsistenz gänzlich fest.

Der große Vorteil dieser Methode liegt darin, so Randall in einem Interview, dass herkömmliche Ziegelsteine in Brennöfen hergestellt werden müssen, die Kohlenstoffdioxid freisetzen und Energie beanspruchen. Die Forscher versichern, dass die Bio-Ziegelsteine ähnlich beschaffen sind wie konventionelle Ziegel und auch nicht nach Urin riechen. Inwieweit sich die Recycling-Variante tatsächlich durchsetzen wird, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen. Ebenso gibt es noch keine Angaben zu den Kosten.

© Für die Herstellung von Bio-Ziegelsteinen werden menschliches Urin, Sand und Bakterien benötigt. (Quelle: Robyn Walker/ UCT)

© Herkömmlicher Sand wird mit dem Urin vermengt und dazu mit Bakterien versetzt. (Quelle: Robyn Walker/ UCT)

© Die Bakterien produzieren ein Enzym, das den Harnstoff im Urin abbaut. In der Folge wird der Sand zunehmend fester. (Quelle: Robyn Walker/ UCT)

© Nach rund einer Woche ist der Sand gänzlich fest. Er hat die Konsistenz eines üblichen Ziegelsteins angenommen. (Quelle: Robyn Walker/ UCT)

© Großer Vorteil des Recycling-Ziegel-Herstellungsprozesses: Umwelt und Wasseraufbereitung werden geschont. (Quelle: Robyn Walker/ UCT)

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