Volkswagen testet ID.-Prototypen in Südafrika

Vollelektrische Autos unter höchster Geheimhaltung in Kapstadt erprobt. VW strebt Imagewechsel an

(Autor: Ghassan Abid)

Die Dieselaffäre hat dem Volkswagen-Automobilkonzern erheblich geschadet. Die Umsätze beim Verkauf von Neuwagen sind signifikant zurückgegangen, das Vertrauen der eigenen Kundschaft hat ein neues Rekordtief erreicht und die Bundesregierung verliert allmählich ihre Geduld mit den Wolfsburgern. Dazu drohen mehrere zivilrechtliche Klagen in Millionenhöhe. Bei dieser turbulenten Ausgangslage ist die kürzliche Erprobung des ID.-Prototypen in Südafrika bei der medialen Berichterstattung gänzlich untergegangen.

© Volkswagen setzt auf die Elektromotorisierung und strebt mit seinem ID.-Modell einen grundsätzlichen Imagewechsel und bedeutende Kundengewinne an. In Südafrika testete der Automobilhersteller zum Ende des vegangenen Jahres unter höchster Geheimhaltung sein Vorzeigeprojekt. (Quelle: Volkswagen)

Der VW-Entwicklungsvorstand Dr. Frank Welsch und E-Mobilitäts-Entwicklungschef Frank Bekemeier reisten zum Ende des vergangenen Jahres mit einem Dutzend getarnter Prototypen nach Südafrika, um die Fahrzeuge mit eingebauter Elektromotorisierung unter den klimatischen und geografischen Bedingungen des Kaplandes zu testen. Nur von zwei in Sichtschutzfolien verhüllten ID.-Prototypen auf den kurvenreichen Strecken Kapstadts veröffentlichte VW entsprechendes Bild- und Videomaterial.

Ende kommenden Jahres [2019] soll das erste Modell auf Basis des Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB) in Serienproduktion gehen und Anfang 2020 zu Händlern und Kunden rollen.“, heißt es aus der Konzernzentrale. Der Elektromotor mit seinem maximalen Drehmoment von über 300 Newtonmeter bereite große Fahrfreude und sei dank seines Beschleunigungspotentials für die städtische Fortbewegung besonders geeignet. Angaben zu den Instrumenten, etwa zum Head-Up-Display oder Zentralbildschirm, wurden mit Verweis auf die Geheimhaltung bewusst nicht gemacht.

Südafrika habe sich für die Erprobung der ID.-Prototypen optimal angeboten, da die Fahrzeuge vor Ort relativ unbemerkt blieben und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurden, so VW im Hinblick auf die Auswahl des Standorts. Der ID. soll eine Strecke von 330 bis 550 Kilometer zurücklegen können und bei einem vergleichbaren Preis eines Golf-Diesels im Gegensatz zu den kostspieligen Tesla-Fahrzeugen für große Teile der Bevölkerung erschwinglich sein. Ein Jahr zuvor testete Mercedes mit einer Limousine aus der S-Klasse das autonome Fahren in Südafrika.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s