Streit um die Trophäenjagd in Südafrika

Parlament fordert Umweltministerium zum Verbot der kommerziellen Tötung von Löwen auf

(2010sdafrika-Redaktion)

Südafrika ist ein äußerst beliebtes Reiselandziel für Touristen aus aller Welt. Eine Safari, bei der man die Big Five – also Löwen, Leoparden, Nashörner, Büffel und Elefanten – sichtet, gilt als absolutes Highlight für den Aufenthalt am Kap. Doch auch die Jagd der von Aussterben bedrohten Wildtieren, die sogenannte Trophäenjagd, erweist sich einer großen Beliebtheit. Ein Ausschuss im Parlament erwägt nun die Jagd auf Löwen zu verbieten. Die Jagdindustrie hat bereits Widerstand angekündigt.

© Der für Umweltfragen zuständige Ausschuss des südafrikanischen Parlaments hat sich in einem Bericht für ein Verbot der Löwenzucht und damit verbunden für ein Ende der Trophäenjagd ausgesprochen. Jagdindustrie und Tierschutzorganisationen versuchen nun ihre Position durchzusetzen. (Quelle: flickr/ Vince O’Sullivan)

In Südafrika werden rund 200 Farmen gezählt, die sich auf die Zucht von Löwen anlässlich der Jagd spezialisiert haben. Nach unbestätigten Meldungen seien etwa 8.000 Löwen in Gefangenschaft, die zu kommerziellen Zwecken gehalten werden. Die Trophäenjagd auf Löwen, doch auch auf andere Wildtiere, gilt als äußerst lukrativ und aus der Sicht der Jagdindustrie als wichtiger Faktor für das Wirtschaftswachstum in Südafrika. Regelmäßig reisen Jäger aus den USA, Fernost, Europa und dem arabischen Raum an, um ihrer kontroversen Leidenschaft nachzugehen. Die US-amerikanische Trophäenjägerin Kendall Jones zählt zu den populärsten Jagdverfechtern.

Ebenso bringen die Gewährung von Ausfuhrgenehmigungen von Skeletten und Löwenfellen wichtige Devisen ins Land. Auffallend ist der diesbezügliche Export ins asiatische Ausland, darunter nach China, Thailand und Vietnam. Insofern hat sich die Regierung in Pretoria trotz scharfer Kritik wiederholt gegen ein Verbot positioniert. Wiederholt wurde argumentiert, dass die Trophäenjagd der Wilderei entgegentreten würde. Anderslautende Töne sind bisweilen nicht zu vernehmen gewesen. Hingegen erwägt der Parlamentsausschuss für Umweltfragen eine Abkehr von der bisherigen Regierungspolitik und beabsichtigt, die Jagd auf Löwen gänzlich verbieten zu lassen.

In einem veröffentlichten Bericht vom 13. November 2018 fordern die Abgeordneten das zuständige und vom ANC geführte Umweltministerium auf, die gesetzlichen Bestimmungen zur Löwenzuchtindustrie dringend zu überprüfen, um der bestehenden Praxis ein Ende zu setzen. Während Tierschutzorganisationen wie CER und EWT den längst überfälligen Schritt begrüßen, warnt die heimische Jagdindustrie davor, dass durch einen Verbot der Zucht die Wilderei auf freilebende Löwen zunehmen würde. Ebenso seien Arbeitsplätze gefährdet. Aus diesem Grund werde man Widerstand leisten, damit es zu keinem Gesetz kommt.

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