Spielfilm aus Südafrika auf Berlinale

„Flatland“ versucht sich mit Gesellschaftskritik, verliert sich aber in plakative Soap-Unterhaltung

(2010sdafrika-Redaktion)

Bei der diesjährigen Berlinale ist ein Spielfilm aus Südafrika vertreten, der in der Sektion Panorama im Wettbewerb steht. In „Flatland“ unter der Regie von Jenna Bass geht es um die Geschichten dreier Frauen. Für Natalie (gespielt von Nicole Fortuin) endet die Hochzeitsnacht in einem Albtraum. Sie flieht gemeinsam mit der hochschwangeren Poppie (Izel Bezuidenhout) in die Karoo-Wüste. Doch die Polizeibeamtin Beauty (Faith Baloyi) ist den Damen dicht auf den Fersen.

© Auf der 69. Berlinale ist der südafrikanische Spielfilm „Flatland“ unter der Regie von Jenna Bass zu sehen. Als Eröffnungsfilm in der Sektion Panorama behandelt dieser das Schicksal von drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können. Leider erinnert „Flatland“ an eine plakative Soap-Unterhaltung. (Quelle: Berlinale)

Der 117 Minuten lange Film – eine Produktion aus Südafrika, Luxemburg und Deutschland – versteht sich als gesellschaftskritische, emanzipatorische und zeithistorische Reflektion. Die Berlinale hält zur Weltpremiere des Filmes fest: „Irgendwo zwischen Polizeithriller, Emanzipationsgeschichte und Gesellschaftsdrama beerdigt sie [Jenna Bass] dabei ein weiteres Mal den Mythos von der südafrikanischen ´Rainbow Nation´.

Dabei fällt auf, dass die eben genannten Protagonistinnen ganz bewusst drei unterschiedlichen Ethnien angehören. Natalie ist eine Coloured, Poppie eine weiße Bure und Beauty eine Schwarze. „Hautfarbe, Geschlecht und sozialer Status spielen hier nach wie vor eine große Rolle. Während sich in nebenbei laufenden Soap-Operas private Melodramen abspielen, entfaltet sich eine ganz reale Geschichte um weibliche Selbstermächtigung und Solidarität.“, heißt es zum Film weiter.

© Für Natalie (gespielt von Nicole Fortuin, rechts im Bild) endet die Hochzeitsnacht in einem Albtraum. Sie flieht gemeinsam mit der hochschwangeren Poppie (Izel Bezuidenhout, links) auf einem Pferd in die Karoo-Wüste. (Quelle: Berlinale)

Bass setzt bei „Flatland“ auf moderne Soap-Unterhaltung, wie sie im südafrikanischen Fernsehen jeden Abend zu sehen ist. In der ausländischen Presse kommt der Afrikaans-Film nicht unbedingt gut weg, da dieser seinen eigenen gesellschaftspolitischen Ansprüchen und denen eines internationalen Filmfestivals nicht gerecht wird. Vielmehr dient er dem Publikum als einfache Unterhaltung, der auf Stereotypen und plakative Handlungen setzt und versucht, das selbstbestimmte Schicksal von Frauen in den Story-Mittelpunkt zu rücken.

Dabei haben die Filmschaffenden auf der Berlinale-Pressekonferenz mit ihrer Produktion die Komplexität Südafrikas thematisieren und einen realistischeren Blick auf die Situation der Menschen im Land geben wollen. Deshalb muss sich Bass der Kritik aussetzen, dass die aufgezeigten Frauen-Rollenbilder überaus imaginär und „comichaft“ erzählt werden. Tickets für die Vorstellung am 16. Februar können noch erworben werden, um sich selbst einen Eindruck von „Flatland“ machen zu können.

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