Caster Semenya ist nicht allein

Südafrika unterstützt Leichtathletik-Sportlerin bei Verfahren gegen umstrittene Testosteron-Regel

(Autor: Ghassan Abid)

Das Aushängeschild Südafrikas in der Leichtathletik – die zweifache 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya – geht vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen den Leichtathletik-Weltverband IAAF vor, nachdem dieser im vergangenen Jahr ein Testosteron-Limit bei Frauen einführte. Eine Studie des IAAF belege, dass intersexuelle Athletinnen aufgrund ihres höheren Testosteron-Spiegels einen deutlichen Wettbewerbsvorteil hätten, der zu regulieren sei. Die damit verbundene Aufregung in Südafrika gegen den IAAF ist ebenso groß wie die Unterstützung für Semenya.

© Caster Semenya klagt gegen den Leichtathletik-Weltverband IAAF, der ein Testosteron-Limit bei Sportlerinnen eingeführt hat. Südafrikas Regierung hat sich schützend hinter Semenya gestellt und spricht von Diskriminierung. (Quelle: flickr/ Jon Connell)

Das Sportministerium unter der Führung der ANC-Politikerin Thokozile Xaza hat mehrfach öffentlich untermauert, dass die Regierung Südafrikas hinter ihre 28-jährige Sportlerin stehe und die Anfechtung des Testosteron-Limits bei Frauen vollumfänglich unterstütze. Konkret geht es um die Einführung des Grenzwertes für körpereigenes Testosteron von fünf Nanomol pro Liter, welches für Frauen vorgesehen ist, die bei Wettbewerben des IAAF antreten. „Von einem internationalen Verband hätten wir anderes erwartet. Mit unserer Kampagne ´naturally superior´ wollen wir erreichen, dass die ganze Welt diese Regelung als Menschenrechtsverletzung verurteilt.“, heißt es.

In der Konsequenz bedeutet solch ein Grenzwert, dass intersexuelle Sportlerinnen wie Semenya bei den Olympischen Spielen nicht mehr zugelassen werden dürfen, es sei denn sie sind bereit, ihren Testosteron-Wert dauerhaft zu senken. Die Südafrikanerin musste in der Vergangenheit diesen hormonellen Eingriff durch die Einnahme von Medikamenten bereits über sich ergehen lassen. Damit soll nun Schluss sein, da solch eine Regel „diskriminierend, rassistisch und sexistisch“ sei, heißt es aus dem politischen Südafrika. Ebenso solidarisieren sich die nationalen Verbände – von Rugby über Fußball bis Cricket – mit der ehrgeizigen Mittelstreckenläuferin, die die Testosteron-Regel als gegen Semenya zugeschnittene Demütigung betrachten.

Die Anhörung vor dem CAS ist insgesamt auf fünf Tage angesetzt. Mit einem Urteil des obersten Sportgerichthofs im schweizerischen Lausanne wird Ende März gerechnet. Sportexperten erwarten, dass eine Aufhebung der Testosteron-Regel weitreichende Folgen für den gesamten Sport haben könnte. Bislang ist unklar, wie die Sportrichter mit dem Sachverhalt umgehen werden.

Werbeanzeigen

Eine Antwort zu “Caster Semenya ist nicht allein

  1. Pingback: Caster Semenya erreicht Teilerfolg | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s