Missmanagement und Korruption

Stromausfälle in Südafrika treten zunehmend länger und öfters auf. Die Wut auf den Staat wächst

(2010sdafrika-Redaktion)

Stromausfälle sind in Südafrika keine Seltenheit. Diese traten in den vergangenen Jahren immer mal wieder auf. Allerdings verdeutlicht die aktuelle Entwicklung, dass sich die Situation in den Städten des Landes zugespitzt hat. Denn die sogenannten Blackouts treten zunehmend länger und öfters auf. Die Wirtschaft spricht bereits von erheblichen finanziellen Schäden, die auf die unzureichende Stromversorgung zurückzuführen sind. Die Wut auf den Staat wächst und mehrere Medien fordern wiederholt ernste Konsequenzen.

© Südafrika hat erhebliche Probleme bei der Bereitstellung von Strom. Missmanagement und Korruption beim staatlichen Energiekonzern Eskom haben das Land erneut in eine ernste Krise gebracht. Die Regierung wirkt ohnmächtig und verspricht, diesen Missstand irgendwie abstellen zu wollen. (Quelle: flickr/ Media Club South Africa)

Zeitweise werden Lebensmittel sowie Getränke in den Supermärkten nur warm verkauft, in Restaurants muss ungekühltes Fleisch entsorgt werden und das Ampel- sowie Mobilfunksystem fallen wiederholt aus. Dazu können Unternehmen keine Anrufe mehr tätigen oder E-Mails versenden. In manchen Firmen wurde sogar der Betrieb komplett eingestellt, nachdem ohne Beleuchtung oder Inbetriebnahme von Gerätschaften die weitere Tätigkeit nicht ohne Weiteres fortgesetzt werden kann. Zusätzlich können Klimaanlagen während des gegenwärtigen Hochsommers am Kap nicht genutzt werden.

Entsprechend groß fällt die Wut auf das jahrelang geduldete Missmanagement und die immense Korruption im staatlichen Energiekonzern Eskom mit seinen rund 50.000 Mitarbeitern aus. Mehrere Medien fordern rasche Abhilfe und ernste Konsequenzen, um den offensichtlichen Missstand zu beheben. Zuvor hatte Eskom die Stromerzeugung auf 4.000 Megawatt gedrosselt, um eine Entlastung des unter Druck geratenen Stromnetzes zu erreichen. Diesen Prozess nennt man Loadshedding. „Die Lastreduzierung wird landesweit als kontrollierte Option zur Reaktion auf ungeplante Ereignisse durchgeführt, um das Stromversorgungssystem vor einem Totalausfall zu schützen“, heißt es von Eskom. Andernfalls drohe für Wochen ein landesweiter Stromausfall.

Dabei verschlief das Management des Stromriesen  jahrelang die notwendigen Investitionen im Aufbau neuer Kraftwerke und in die Instandsetzung des Stromnetzes. Stattdessen wurden die Strompreise kontinuierlich erhöht. Aktuell soll der Strompreis um weitere 17 Prozent angehoben werden. Kritiker werfen Eskom vor, dass mit den steigenden Preisen lediglich das Missmanagement ausgeglichen werden solle, ohne hierbei die eigentlichen Probleme anzugehen. Als beliebtes Beispiel werden die beiden Kohlekraftwerke Medupi und Kusile angeführt, die als Vorzeigeprojekte der Regierung verkauft werden.

Medupi und Kusile sollten eigentlich 2015 ans Netz gehen, allerdings haben Planungsfehler zu einem Verzug der Inbetriebnahme geführt. In der Konsequenz verteuerte sich der Bau der beiden Mega-Stromkraftwerke um das Doppelte und somit auf rund 20 Milliarden Euro. Geld, das woanders nun fehlt. Der Schuldenberg Eskoms wird mittlerweile mit rund 30 Milliarden Euro beziffert. In der Folge sah sich Staatschef Cyril Ramaphosa im Februar 2019 gezwungen, Eskom in drei Unternehmen aufspalten und die internen Ablaufprozesse anpassen zu wollen. Zudem soll der Stromengpass zeitnah behoben werden. Allerdings stehen Vorschläge hinsichtlich der Umsetzung noch aus.

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Eine Antwort zu “Missmanagement und Korruption

  1. Eskom , Strom, Kraftwerke eine wahrscheinlich hoffnungslose Baustelle . Infrastruktur Schiene , Eisenbahn , pfeifen auf dem letzten Loch – alles auf die Straße – Straßen tausende Kilometer sanierungsbedürftig und und und und die Spirale des Abwärtstrends in Südafrika setzt sich kontinuierlich fort !

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