Morddrohungen gegen US-Trophäenjäger

Berichterstattung über Tötung von zwei Elefantenbabys in Südafrika basiert auf Fake News

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wurde frühzeitig über die angebliche Jagd auf zwei Elefantenbabys informiert, die kürzlich im Krüger-Nationalpark erschossen worden seien. Zwei Männer, deren Namen der Redaktion bekannt sind und die aus den Vereinigten Staaten stammen, sollen während der Trophäenjagd auf die Tiere gestoßen sein und diese anschließend heimtückisch gejagt haben. Hierbei zeigte sich schnell, dass ganz gezielt Fake News verbreitet wurden. Eine Rekonstruktion.

© Dieses Bild sorgt für Furore im Netz. In mehreren Foren und in den sozialen Medien wird offen zur „Rache“gegen zwei US-Amerikaner aufgerufen. Hierbei werden Fake News verbreitet, die von den Medien ungefiltert weitergegeben werden. (Quelle: Privat)

Mehrere deutsche und britische Medien haben in der ersten April-Woche über zwei Trophäenjäger berichtet, die im südafrikanischen Krüger-Nationalpark zwei Elefantenbabys erlegt haben sollen. Ein britischer Naturschützer verbreitete über Instagram ein entsprechendes Bild der beiden Herren mit einem erschossenen Elefanten, welches als Anlass für die Berichterstattung herangezogen wurde. Die Krüger-Parkverwaltung habe den Vorfall nach Angaben mehrerer Medien sogar bestätigt und sei in Kenntnis der Jagd gewesen.

Tatsächlich hat es die Tötung von zwei Elefanten in einem Park in Simbabwe gegeben. Der Redaktion mehrere vorliegende Bilder sprechen dafür, dass die erlegten Tiere auch keine Elefantenbabys waren. Die Pressestelle des Krüger-Nationalparks bestätigte vielmehr einen Zwischenfall vom 30. März 2019, wonach zwei ihrer Ranger während einer Patrouille von einem Elefanten attackiert und verletzt worden sind. Hingegen hat die Tötung der Elefanten nach den vorliegenden Informationen in Simbabwe bereits im Oktober 2018 stattgefunden, allerdings erst im April 2019 öffentliche Beachtung gefunden.

Zudem ist es im Krüger-Nationalpark gänzlich verboten, im dortigen Areal die Tiere mit Einverständnis der Parkverwaltung zu jagen. Insofern erweist sich die Meldung über die Trophäenjagd im Reservoir schlichtweg als falsch. Einzig strittig bleibt die Aussage der US-amerikanischen Jäger gegenüber der US-Presse, wonach diese die beiden Elefanten in „Notwehr“ erschossen haben sollen. Das spätere Posieren mit einem der beiden getöteten Elefanten spricht für eine gezielte Jagd der vom Aussterben bedrohten Wildtiere. Demnach ist das Foto echt, welches für Unverständnis und Wut gesorgt hat.

Mittlerweile erklärten die beiden US-Jäger, nach der Bildveröffentlichung durch den britischen Tierschützer mehrere ernsthafte Morddrohungen erhalten zu haben. In zahlreichen Foren und in den sozialen Medien wird öffentlich zur „Rache“ aufgerufen. Ein User aus Deutschland schreibt in diesem Zusammenhang: „Seht euch die beiden ganz genau an. Irgendwer muss die Drecksäcke doch kennen. Ich hoffe, das diesen Typen ihr dreckiges Grinsen aus der Fresse geschlagen wird.“ Außerdem wurden Personalien und Bildmaterial zu den Jägern in einschlägigen Internetpräsenzen publiziert.

In mehreren Staaten Afrikas, darunter in Simbabwe und Südafrika, ist die Jagd von Wildtieren trotz öffentlicher Kritik rechtlich betrachtet erlaubt. Dabei will der für Umweltfragen zuständige Ausschuss des südafrikanischen Parlaments das Verbot der kommerziellen Tötung von Löwen durchsetzen. In Südafrika werden rund 200 Farmen gezählt, die sich auf die Zucht von mittlerweile bis zu 8.000 Löwen anlässlich der Jagd spezialisiert haben. Südafrika zählt weltweit zu den beliebtesten Reisezielen für Trophäenjäger aus den USA, Europa, Asien und dem Nahen Osten.

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