Caster Semenya verliert Rechtsstreit

Leichtathletik-Weltverband IAAF setzt sich gegen südafrikanische Leichtathletin durch

(2010sdafrika-Redaktion)

Die zweifache südafrikanische 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya hat den Rechtsstreit gegen den Leichtathletik-Weltverband IAAF verloren. Der Internationale Sportgerichtshof CAS mit Sitz im schweizerischen Lausanne veröffentlichte heute eine Pressemeldung sowie eine Stellungnahme des Vorstands, wonach die Einführung eines Testosteron-Limits bei Sportlerinnen rechtlich zulässig und nicht zu beanstanden sei. Semenya zeigt sich über die Entscheidung des Sportgerichts enttäuscht.

© Caster Semenya hat den Rechtsstreit gegen den Leichtathletik-Weltverband IAAF verloren. Das Schiedsgericht CAS bekräftigt, dass intersexuelle Sportlerinnen ihren Testosteronwert senken müssten, um den fairen Wettbewerb sicherzustellen. (Quelle: Twitter/ caster800m)

Die umstrittene Praxis des IAAF, wonach Mittelstreckenläuferinnen mit hohen Testosteronwerten diese senken müssten, ist durch das Schiedsgericht CAS zweifelsfrei bestätigt worden. Somit hat Semenya die Verpflichtung, Medikamente einnehmen zu müssen, um letztendlich an den internationalen Sportbegegnungen teilnehmen zu dürfen. Der Grenzwert für körpereigenes Testosteron von fünf Nanomol pro Liter wird hierbei herangezogen, damit nach Angaben des IAAF der faire Wettbewerb zwischen den Frauen sichergestellt sei. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass die künstliche Hormonregulierung notwendig sei, so die Sportrichter.

Die Olympiasiegerin Semenya, die gemeinsam mit dem Leichtathletikverband Südafrikas ASA und mit politischer Unterstützung des Sportministeriums gegen den IAAF klagte, argumentierte, dass die Regel des Weltverbands diskriminierend und vor allem gegen intersexuelle Sportlerinnen gerichtet sei. Hingegen hob der CAS hervor, dass bei ausbleibender Senkung des Testosteronwerts ein Leistungsvorteil eintrete, der eine Wettbewerbsverzerrung zur Konsequenz habe. Daher müssten Athletinnen mit „Differences of Sexual Development“ (DSD), zu denen die Südafrikanerin zählt, die Einnahme von Arzneimitteln ohne weitere Einschränkung akzeptieren.

Inwieweit Semenya bei künftigen Sportevents die Vorgaben des IAAF erfüllen wird, ist bislang völlig ungewiss. Auf Twitter zeigte sich die 28-Jährige mit einem Bild, auf welchem in Englisch „Manchmal ist es besser, ohne Reaktion zu reagieren“ notiert ist, sichtlich enttäuscht. Außerdem hat sie noch die Möglichkeit, den weiteren Rechtsweg auszuschöpfen. So können Semenya und ASA gegen das Urteil des CAS Einspruch beim Schweizer Bundesgericht einlegen. Ebenso wäre eine Befassung der Angelegenheit durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg denkbar.

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