Nach der Wahl ist vor der Wahl

ANC gewinnt Parlamentswahlen in Südafrika mit 57,5 %. Historisch schlechtestes Ergebnis

(2010sdafrika-Redaktion)

Der Afrikanische Nationalkongress (ANC) ist die älteste Befreiungsbewegung Afrikas und stellt seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994 die Regierung in Pretoria. Ebenso regiert der ANC in acht von neun Provinzen. Südafrika ohne den ANC ist undenkbar, zumal diese Organisation mit Nelson Mandela in Verbindung gebracht wird. Bei den Parlamentswahlen Südafrikas hat sich wie erwartet gezeigt, dass der ANC die stärkste politische Kraft geblieben ist. Gleichzeitig bröckelt die Zustimmung durch die Wählerschaft weiter.

© Der ANC hat die Parlamentswahlen 2019 wie erwartet gewonnen, allerdings erhebliche Stimmenverluste zugunsten der Oppositionsparteien in Kauf nehmen müssen. Mit 57,5 Prozent ist es das historisch schlechteste Wahlergebnis. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

Mit 57,5 Prozent der Wahlstimmen bleibt der ANC unumstritten in der Regierungsverantwortung. Allerdings hat die Partei von Staatspräsident Cyril Ramaphosa im Vergleich zu den Vorwahlen 2014 auf der Bundesebene knapp 5 Prozentpunkte eingebüßt. Somit hat der ANC das historisch schlechteste Ergebnis eingefahren. Die Funktionäre im Luthuli-House, der Parteizentrale in Johannesburg, haben das Fiasko erkannt. Es ist ein Warnsignal für die zunehmende Entfremdung gegenüber Bürger und Parteibasis. Denn zu groß ist der Ansehensverlust, den der ANC unter Jacob Zuma fabriziert hat.

Hingegen konnten die beiden wichtigsten Oppositionsparteien „Democratic Alliance“ (DA) von Mmusi Maimane und „Economic Freedom Fighters“ unter der Führung von Julius Malema überzeugen. Während die DA mit einem Wahlergebnis von 20,77 Prozent leicht einbüßte, baute die linksradikale EFF ihren Stimmenanteil um über 4 Prozentpunkte auf insgesamt 10,79 Prozent aus. Der große Gewinner ist die EFF, die mit ihren populistisch-provokativen Slogans zur entschädigungsfreien Enteignung von weißem Grundbesitz rund 1,8 Millionen Bürger an den Wahlurnen für sich mobilisieren konnte.

Ebenso muss der ANC in allen neun Provinzen Stimmenanteile an die Opposition abgeben. In KwaZulu-Natal verliert die Regierungspartei sogar ganze 10 Prozentpunkte im Vergleich zu den Wahlen 2014 – ein Negativrekord. Ramaphosa stellte klar, dass seine Partei sich der Verantwortung bewusst ist und die Bemühungen für ein besseres Leben vorantreiben möchte. Man werde sich in Anlehnung an das Wahlergebnis nicht ausruhen. Ganz im Gegenteil – die Korruption gilt es einzudämmen, Arbeitsplätze müssen geschaffen werden und die Armut ist stärker als bisher zu bekämpfen. „Wir haben aus unseren Fehlern gelernt“, hielt der ANC-Parteivorsitzende mit entschlossener Stimme fest.

© Die Parlamentswahlen sind vom ANC dominiert, der 230 Sitze in der Nationalversammlung innehat und somit 19 Mandate weniger als bei den Vorwahlen 2014. Der große Gewinner ist die Oppositionspartei EFF, die von 25 auf 44 Sitze aufwächst. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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Eine Antwort zu “Nach der Wahl ist vor der Wahl

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