Südafrika führt CO2-Steuer ein

Nach 9 Jahren Debatte: Wirtschaft soll Emissionen wegen drohendem Klimawandel drosseln

(2010sdafrika-Redaktion)

Als erstes afrikanisches Land hat Südafrika zum 1. Juni 2019 eine sogenannte CO2-Steuer eingeführt, die die eigene Wirtschaft zur Senkung der CO2-Emissionen verpflichtet, um keine Abgaben leisten zu müssen. Zuvor haben Unternehmen und Verbände diese staatliche Regulierung rund 9 Jahre verhindern können. Während Umweltschützer das neue Gesetz loben, befürchten Ökonomen nachteilige Effekte für Verbraucher und Firmen.

© Südafrika hat die CO2-Steuer eingeführt. Unternehmen haben ihre Emissionen zu drosseln, um keine Abgaben leisten zu müssen. Energieintensive Branchen wie die Stahl- und Zement-Industrie sowie der Bergbau sind betroffen. (flickr/ Tambako T. Jaguar)

Das Südafrika – als zweitgrößte Wirtschaftsnation Afrikas nach Nigeria – zu den größten Verursachern von Kohlenstoffdioxid zählt, ist weitgehend bekannt. Internationale Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace und WWF haben das Land wiederholt zu einem stärkeren umweltpolitischen Engagement aufgefordert. Denn Südafrika setzt schwerpunktmäßig auf die fossile Stromerzeugung. Mit dem Bau neuer Mega-Kohlekraftwerke in Medupi und Kusile wird der Anteil umweltschädlicher Energieträger von bisher 90 Prozent weiter steigen. Der staatliche Stromkonzern Eskom ist bisweilen schwerpunktmäßig von der Steinkohle abhängig.

Rund 120 Rand, umgerechnet 8 Euro, sollen für jede einzelne Tonne Kohlendioxid fällig werden. Ziel ist es, die CO2-Verursacher zu ermutigen, auf erneuerbare Energien wie Wind, Wasser und Sonne umzusteigen. Insofern erweist sich die Einführung einer CO2-Steuer als Paradigmenwechsel in der Energiepolitik der Republik. Es ist sogar die Rede von einem „Gesetz für die Zukunft“. Hingegen warnen Industriekonzerne, dass durch die Steuer die Preise steigen würden, die letztendlich auf die Verbraucher umgelegt werden müssten. Dabei sind durch das Gesetz hauptsächlich energieintensive Branchen wie die Stahl- und Zement-Industrie sowie der Bergbau betroffen.

Bereits jetzt erweisen sich die Strompreise für die privaten Haushalte am Kap als schwerwiegende inflationäre Belastung. Die Regierung hält mit einer Garantie-Erklärung gegen, wonach die Preise bis zum Jahr 2022 nicht weiter steigen sollen. Ferner sei eine CO2-Regulierung in Anbetracht des Klimawandels notwendig, zumal Südafrika von der durch den Menschen verursachten globalen Erwärmung besonders stark betroffen ist. Eine NASA-Studie aus dem Jahr 2013 warnte vor einer Zunahme der Trockenheit im südlichen Afrika, sollte die Temperatur auf dem Planeten weiter voranschreiten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s