Farmer Stefan Smit in Südafrika erschossen

Verunsicherung bei weißer Bevölkerungsminderheit nimmt nach neuem Gewaltvorfall zu

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Ermordung des Paares Fleischman (19) und Kuhn (21) hat Südafrika tief erschüttert. Am helllichten Tag seien die Beiden in Benoni zuerst rassistisch beleidigt und anschließend auf offener Straße regelrecht „exekutiert“ worden. Nun reiht sich die Tötung des prominenten weißen Farmers Stefan Smit in diese hochbrisante Debatte ein, der wenige Tage später in Stellenbosch ermordet wurde. Namhafte Medien wie die „New York Times“, „The Times“ und „The Australian“ berichten über die besorgniserregenden Entwicklungen. Dazu kochen in den sozialen Medien die Emotionen hoch. Die Kluft zwischen Schwarzen und Weißen wächst weiter.

© Der südafrikanische Farmer Stefan Smit, dem das Weingut Louiesenhof gehört, ist in Stellenbosch ermordet worden. Die Gewalttat ereignete sich nur wenige Tage nach der mutmaßlichen Hasskriminalität gegen ein junges Paar in Benoni. (Quelle: Privat)

Vier bewaffnete Männer stürmten am Sonntagabend des 2. Juni 2019 gegen 19 Uhr in das in den Bottelary Hills gelegene Weingut von Stefan Smit und töteten den Winzer, als dieser mit seiner Ehefrau und einer Freundin aus der Schweiz gerade beim Abendessen war. Während Smit mit mehreren Schüssen niedergestreckt wurde, haben die Täter die beiden Frauen geschlagen und gefesselt zurückgelassen. Im Anschluss stahl die kriminelle Bande Wertsachen und floh unerkannt. Die gezielte Tötung des 62-Jährigen offenbare die politische Dimension dieser Straftat, spekulieren südafrikanische und ausländische Medien. Denn Smit galt als Symbolfigur der weißen Farmer.

Das 1701 gegründete Weingut Louiesenhof in Stellenbosch unweit von Kapstadt, das bei Weinverkostungstouristen aus aller Welt äußerst beliebt ist, befindet sich seit mehreren Generationen im Familienbesitz der Smits. Im vergangenen Jahr wurde das 145 Hektar große Anwesen von mehreren Personen dunkelhäutiger Hautfarbe rechtswidrig in Besitz genommen. In dieser Zeit erreichte die durch den ANC angestoßene Debatte über die entschädigungsfreie Enteignung weißen Grundbesitzes zugunsten Schwarzer ihren Höhepunkt. Staatspräsident Cyril Ramaphosa hielt fest, dass die historisch bedingte Ungerechtigkeit behoben werden müsse. Neueste Studien gehen davon aus, dass die weiße Minderheit knapp 73 Prozent der agrarwirtschaftlich nutzbaren Fläche des Landes besitzt.

Ein Gerichtsbeschluss zur Rückgabe des illegal beschlagnahmten Weingutes wurde durch die Besetzer weitgehend ignoriert. Letztendlich knickte Smit ein und war bereit, sein Anwesen an die Kommune zu verkaufen. Doch bevor der Verkauf der millionenschweren Immobilie abgewickelt werden konnte, ist Smit getötet worden. Die Kommunalverwaltung von Stellenbosch und die Landesregierung der Provinz Western Cape, beide unter der Führung der Oppositionspartei Demokratische Allianz, zeigten sich schockiert. Führende Politiker fordern von der Polizeibehörde SAPS das Aufsetzen eines Maßnahmenpakets, um andere weiße Farmer vor Angriffen zu schützen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s