No-Deal-Brexit-Folgen für Südafrika

Volkswagen ist alarmiert. Manager befürchten Verlust von zahlreichen Jobs und Gewinneinbruch

(2010sdafrika-Redaktion)

Während in London bisweilen keine Regelung über den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union getroffen werden konnte, wächst in Südafrika die Sorge über die verheerenden Folgen eines No-Deal-Brexits für den nationalen Wirtschaftsstandort. Der Wolfsburger Automobilkonzern Volkswagen, der mit einer eigenen Tochterfirma am Kap vertreten ist, warnt nun öffentlich vor den Konsequenzen eines harten Brexits.

© Der Volkswagen-Konzern, der in Südafrika mit einer eigenen Tochterfirma vertreten ist, warnt vor den Folgen eines No-Deal-Brexits für den Kap-Wirtschaftsstandort. Andernfalls sind zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet. (Quelle: VW)

Ein ungeregelter EU-Austritt Großbritanniens könnte etliche Jobs in der südafrikanischen Automobilindustrie kosten. Zu dieser Einschätzung kommt Volkswagen South Africa. Demnach könnten Einfuhrzölle auf südafrikanischer und britischer Seite zu einer erheblichen Verteuerung der Fahrzeuge führen, sodass die Produktion unmittelbar betroffen wäre. Ein einzelnes VW-Fahrzeug könnte bis zu 2.000 Euro teurer werden, heißt es von einem führenden VW-Manager gegenüber der Presseagentur DPA.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt produziert Volkswagen rund 50.000 Polo-Kraftfahrzeuge pro Jahr, die im Rahmen des EPA-Abkommens – ausgehandelt zwischen der EU und Südafrika – zollfrei nach Großbritannien exportiert werden. Das Abkommen deckt auch die zollfreie Belieferung von Komponenten der europäischen Autozulieferer-Industrie ab. Bei einem No-Deal-Brexit erwartet VW einen Exportrückgang auf rund 30.000 Polo-Einheiten.

Volkswagen hat sich 1946 am Kap niedergelassen und zählt zu den wichtigsten Unternehmen im Land. Vom Produktionsstandort Uitenhage nahe der Hafenstadt Port Elizabeth aus produzierte der Konzern im vergangenen Jahr rund 126.000 Fahrzeuge der Modelle Polo und Cross Polo sowie die Motoren 1.4 & 1.6 EA111, die mehrheitlich für den Export bestimmt waren. Etwa 4.000 Mitarbeiter beschäftigt der Automobilriese derzeit in Südafrika.

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