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Fashion and Lifestyle Column by Sam Pegg

Homeless Party in Camps Bay

Each month, Sam from Cape Town will let us participate in her life and South African lifestyle.
Take part and enjoy!

December/ January Edition, Part IV:

Well my gorgeous daaaaahlings in the snow………happy 2011……

I have been parting up a storm, in a tea cup, really …….feeding the homeless and working ……um ….on my tan!!!!!Hahahahahahahahahahaaa…..oh I do love the holidays!!

Ok …news…..There have been the most insane parties in our little ‘Cap’…..the rich and famous have uses our lovely ‘bay ‘to play in, for their breather ,from the skiing and snow……not to mention our yummy rich and famous locals and yes, a few flameless… [Can’t have it all so pretty…….. all the time]… have thrown a bit of a party.

Ok the news update…the MYLIFE CHRISTMAS PARTY was amazing we managed to have the best party in the wonderful Camps Bay, madenscove area…. 150 homeless children, caregivers and youths had a barbeque, were entertained and swam in a beautiful environment….then took home a Christmas package that was filled with food and toiletries and and and……yeah it was way cool…..

 

© MYLIFE christmas party , Madenscove , Camps Bay

© 25 th December homeless feeding program, MYLIFE

So much so the Christmas spirit was continued on Christmas day ….we fed 250 homeless in the city centre…..lunch and a little present and a lot of hugs and love……this is the part of my job as a councillor, I do love ….if anyone would like to support my very special organisation pls go onto http://www.mylife.org.za and donate!!!! I would really appreciate all donations…and a whole lot of mwahs sent your way……

And I have found a new little bar that I quite enjoy….away from the hustle and bustle in Sunset beach area [hotttttttt kite surfers….oh yummmmmmmm] Southpole…..uber cheap cocktails and great live music on a Sunday night ….fun…..

Oh ja….the wheel of excellence in the waterfront is amazing…..ok so I went on the day that the south easter was blowing…..and I thought our little bubble would , well ….blow away , like a bad woody Allen movie….can’t remember the name …..When he was in the bubble suit…aaaaany way….. Great way to look at the mother city

 

© the 'girls' at the paaaarty!!

Season is in full swing with shoots , still and movie , on nearly every beach and street corner….so pretties…..pull in ….there is $$$$$$$$ to be made …………chatzes

Voila la news

I love you all more than all the world…..God bless you and keep you

Love always, Sam Pegg


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Nach der WM-Euphorie droht die Presseregulierung

Im Interview mit Silke Sandkoetter, Journalistin und Bloggerin

(Autor: Ghassan Abid)

© Silke Sandkoetter, Journalistin und Bloggerin

© Silke Sandkoetter, Journalistin und Bloggerin

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen bei „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Silke Sandkoetter, Journalistin, Bloggerin und Web 2.0-Interessierte aus Leidenschaft. Vor Kurzem hielten Sie sich in Kapstadt auf um der Frage nachzugehen, was von der Fußball-WM in Südafrika eigentlich übrig geblieben ist. Am 05. Dezember 2010 erschien ein von Ihnen verfasster Artikel in der Wochenpost, der verschiedene Gespräche mit Südafrikanern zum Inhalt hatte.

Frau Sandkoetter, ist die einstige Euphorie im Gastland knapp 6 Monate nach dem Ende der WM überhaupt noch spürbar gewesen?

Antwort: Die Euphorie war meines Erachtens nicht mehr spürbar. Der Stolz und die Begeisterung der Südafrikaner, eines der größten Sportereignisse der Welt ausgerichtet zu haben, waren jedoch allgegenwärtig.

2010sdafrika-Redaktion: Südafrika verfügt nun über gewaltige Stadien, die für viel Geld und viele Fans gebaut wurden. In Kapstadt steht das Green Point Stadium, welches für 70.000 WM-Begeisterte vom Hamburger Architekturbüro gmp konzipiert wurde und rund 180 Mio. Euro an Kosten veranschlagt hat. Macht sich das „White Elephant“, wie das Stadium von den Kapstädtern auch gerne bezeichnet wird, nun nach einer fehlenden Kapazitätsauslastung nicht selber überflüssig? Denn in Südkorea wurde beispielsweise eine WM-Arena aufgrund mangelnder Nutzungsauslastung bereits abgerissen.

Antwort: Südafrika verfügt meines Erachtens heute über mehrere „weiße Elefanten“, wie die leerstehenden Stadien genannt werden. Die FIFA hat in Südafrika die Größe dieser Stadien diktiert. Ob eine Stadt sich das Stadion leisten kann und was damit nach der WM passiert, wurde dabei nicht berücksichtigt. Die Stadien sind für Fußballspiele der Premier Soccer League völlig überdimensioniert. Wir haben das in der Redaktion einmal ausgerechnet: Ajax Cape Town hat beispielsweise in vier Spielen durchschnittlich 12.400 Zuschauer angelockt. Die gehen natürlich in so einem Stadion verloren. Ich weiß nicht, ob es alternative Konzepte für die Nutzung dieser Stadien gibt. Fakt ist, dass die Instandhaltung sicher Unsummen verschlingen wird. Geld, das in Südafrika sicher besser eingesetzt werden könnte.

© Innenansicht des Green Point Stadions, 70.000 Zuschauerplätze (Quelle: Rodger Bosch/ MediaClubSouthAfrica.com)

2010sdafrika-Redaktion: Imagegewinne kommen vor allem dem südafrikanischen Tourismussektor zugute, welches im Großen und Ganzen unbestritten ist und Sie in Ihrem Artikel ebenfalls zutreffend festgehalten haben. Allerdings ist der tatsächliche fiskalische Sieger des weltweit größten Events ausschließlich die FIFA, bedingt durch die ungleichen Vertragsbedingungen zwischen dem Weltfußballverband und dem Austragungsland Südafrika. Finden Sie auch nicht, dass hinsichtlich der Vergabe und Durchführung einer Weltmeisterschaft eine grundlegende Strukturreform der FIFA unter Joseph S. Blatter als notwendig und überfällig erscheint?

Antwort: Die jüngsten FIFA-Skandale zeigen, dass eine Strukturreform mehr als notwendig ist. Die FIFA ist der mächtigste Verband der Welt und die Verträge sind knallhart, das ist hinlänglich bekannt. Ein kleines Beispiel: Ich habe mit einigen Straßenverkäufern in Kapstadt gesprochen. Die durften ihre Produkte während der WM ein paar hundert Meter rund um das Stadion nicht verkaufen. Dort waren nur offizielle FIFA-Produkte zugelassen. Und das wurde auch kontrolliert. Straßenverkäufer, die versucht haben, Speisen vor dem Stadion zu verkaufen, wurden von der Polizei vertrieben, weil es Verträge mit großen Sponsoren gibt. Das ist – in meinen Augen – ein Unding. Südafrika dürfte finanziell kaum von den Einnahmen der WM profitiert haben. Die FIFA hingegen hat dank der Verträge ein fettes Plus gemacht.

Unbestritten ist natürlich auf der anderen Seite der Imagegewinn für Südafrika, der in Geld kaum aufzuwiegen ist. Nichtsdestotrotz, um auf die Frage zurückzukommen, ist eine Strukturreform der FIFA meines Erachtens überfällig. Und ich bin der Meinung, es werden nach den jüngsten Skandalen auch immer mehr Stimmen laut, die das fordern.

2010sdafrika-Redaktion: 2006 fand die WM in Deutschland und 2010 bekanntlich in Südafrika statt. Wo sehen Sie persönlich Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei beiden Völkern hinsichtlich der Wahrnehmung der WM als nationale Errungenschaft?

Antwort: Ich glaube, das Gefühl der Zusammengehörigkeit war in beiden Ländern während der WM riesig. In Südafrika haben mir die Menschen immer wieder erzählt, wie sie diese „neue“ Gemeinsamkeit in ihrem Land erlebt haben. Viele Menschen empfanden den Umgang zwischen schwarzen und weißen Südafrikanern während der WM als selbstverständlicher. Gemeinsam wurde die „Bafana, Bafana“ angefeuert.

Dieses „Gemeinsamkeitsgefühl“ gab es – ähnlich – während der WM auch in Deutschland. Davon ist, in Fußballzeiten, vielleicht sogar durch Public Viewing etwas übrig geblieben. Ich glaube, sowohl die Südafrikaner als auch die Deutschen waren stolz, dass die WM in ihrem Land eine so gigantische und positive Party war.

2010sdafrika-Redaktion: Südafrika ist im Hinblick auf den afrikanischen Kontinent ein wirklich außergewöhnliches Land und zugleich die Wirtschaftslokomotive des südlichen Afrikas. Welche Eigenschaften verbinden Sie nach Ihrem Aufenthalt im Kapland mit Südafrika und wird es Sie demnächst erneut nach Südafrika verschlagen?

Antwort: Eine Eigenschaft, die mir besonders aufgefallen ist, ist der unglaubliche Stolz der Südafrikaner auf ihr Land. Egal, mit wem man spricht, die Menschen berichten voller Stolz über ihr Land. Abgesehen davon ist die Freundlichkeit der Menschen eine Eigenschaft, die mir sehr positiv aufgefallen ist. Südafrika und seine Menschen haben mich wirklich fasziniert. Das Land ist voller Kontraste und ohne Frage sechs Monate nach der WM wieder auf dem harten Boden der Wirklichkeit gelandet: Korruption, Massenarmut und Kriminalität sind Alltag. Dennoch sind viele Menschen, mit denen ich gesprochen habe, von ihrem Land überzeugt und glauben an eine positive Zukunft. Diese Aufbruchstimmung ist meines Erachtens überall spürbar. Ich werde auf jeden Fall in Kürze wieder hinreisen.

2010sdafrika-Redaktion: In Blogger- und Journalistenkreisen, ob in Deutschland oder in Südafrika, werden Aspekte wie Meinungs- und Pressefreiheit heiß diskutiert – unter anderem bedingt durch die brisanten WikiLeaks-Veröffentlichungen in diesen Wochen. Sehen Sie grundsätzlich die Gefahr, dass der Informationsfluss in der digitalen Welt in naher Zukunft durch staatliche Institutionen „reguliert“ werden könnte?

Antwort: Eine sehr komplexe Frage, die sich nicht in ein zwei Sätzen beantworten lässt. Fakt ist, Pressefreiheit ist eine der wichtigsten Grundlagen der Demokratie. Ich denke, dass es gut und wichtig ist, dass Themen wie Wikileaks für Diskussionen über diese Pressefreiheit sorgen. Es gibt – auch in Deutschland – immer wieder Versuche, im Internet etwas zu „regulieren“. Das sorgt sofort für viele Auseinandersetzungen. Als Journalistin bin ich überzeugt, dass die Meinungsfreiheit immer wieder verteidigt werden muss und man wachsam mit diesem Thema umgehen muss. In Deutschland ist die Pressefreiheit meines Erachtens weniger durch den Staat bedroht, das ist durch unsere Gesetze klar geregelt. Aus diesem Grund habe ich auch keine Sorgen, dass der Informationsfluss hier in naher Zukunft durch staatliche Institutionen reguliert werden könnte. Ich habe eher das Gefühl, dass wir in Deutschland momentan eine neue Meinungs- und Diskussionsfreiheit entwickeln. Stuttgart 21, Castortransporte usw. bringen etliche tausend Menschen auf die Straße und sorgen – auch in Internet-Foren – für eine neue Streitkultur.

Mit Blick auf Südafrika stimmt mich das Thema Medienregulierung allerdings ziemlich nachdenklich. Präsident Zuma hat kurz nach der WM verkündet, dass Medien reguliert werden müssen. Die ANC-Regierung möchte ein Medientribunal, das direkt dem Parlament unterstellt ist, um die Presse zu kontrollieren. Das ist das Ende einer jeden Demokratie. Es gibt, wie ich gelesen habe, allerdings viel Widerstand gegen dieses Gesetz. Zivilgesellschaft und Medien haben eine Diskussion darüber entfacht, die öffentlich ausgetragen wird. Das ist gut so. Die Diskussion über die Regulierung der Pressefreiheit ist leider völlig kontraproduktiv für den positiven WM-Imagegewinn Südafrikas.

2010sdafrika-Redaktion: Silke Sandkoetter, Journalistin und Bloggerin aus dem Ruhrgebiet. Vielen Dank für das Interview!


2010sdafrika-Interview mit Elena Beis, u.a. Freie Südafrika-Korrespondentin der TAZ, zur Pressefreiheit in Südafrika:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/12/08/freie-sudafrika-korrespondentin-u-a-fur-taz-im-gesprach/

2010sdafrika-Artikel zur Pressefreiheit in Südafrika:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/09/02/pressefreiheit-in-gefahr-freedom-of-press-in-danger/

Fashion and Lifestyle Column by Sam Pegg

Glamour, Celebs and MylifE

Each month, Sam from Cape Town will let us participate in her life and South African lifestyle.
Take part and enjoy!

November Edition, Part III:

Well is getting hot in the mother city and the glamsters are hot to trot!!!!

Starting off with the ever popular little black book…now this is THE list to be on this season…..daaaaarling Marina Nestel and her fab, hot, crew are just THE party organisers of note….and hold the key to the best kept party list in Cape Town…..the ever fabulaaaas One & Only group, in conjunction with, the little black book, Fabiani, Chivas Regal and Callahan put on ‘the fashion party of the year’……but truth be told…..I have a feeling there will be maaaaaaaaaaaaaaaaaany more…… it was just too much fun for there not to be!!!!!

© red carpet @ one & only fabiani chivas party by 'the little black book''

….AND SPOTTED THERE WERE………., Anna Field [pushing daises fame] and Raoul Bova [Under The Tuscan Sun], Chef Nobu Matsuhisa [flew in from NYC just for the party!!!!!]….and MOI!!!!!…………..Your pulse into the Mother City, Cape Town, hot or …sooooooooooooo not!!!! And let’s just say……JA…..

This the season to be jolly so my darling friend Amanda De WAAL and I´m doing a Christmas drives for the children of the NGO ORG. www.mylife.org.za this org helps street children with life skills and opportunity…..pls go onto their site and see if your heart feels warmed to this cause and DONATE!!!!

Pls….your Euros, no matter how small, can make a huge difference to these children’s lives……I am a patron to them and have been told that there Christmas wish is to be in the countryside and have a little quiet……can you imagine…….so my darling friend , Tony Martin[ Oscar winner , wig master of the famed movie from Mike Leigh , Topsy Turvy] and his husband ,Rosh have offered their west coastal farm, Nirvana , to host this amazing lunch/braai/barque…….and let me tell you …there are Michelin chefs that have come out of the mylife headquarters so……..ma doll……………I will be eating …..Well…. like the princess I think I am, really………. and now looking to get the busses and food and and and to be sponsored and placed into the best, evaaa ‘Christmas wish list’ that these wonderful children and youths deserve……imagine to have been born into the unfortunate geography, the streets of Cape Town, as your beginning in life……… these brave little warriors that survive through heinous crimes committed unto them each and every day of their life……..

© PICTURES of success stories from MYLIFE ORG

© NIVARNA FARM

‘’come my babies of this mother city , ‘’mommy’s going to get you a day off from all this ……mommy is going to do her hardest to let you just , exhale ………….and take in the daisies……….. Even if it is just for one day’’……..xxx Tanie Sam and Amanda

Oh and the best place for me at the moment ……. the beach grand in Granger Bay……filet , the best fries…….and the grand bubbly….hmmmmm……I do love my life….huuuuuu!

© the beach grand

I LOVE YOU ALL MORE THAN ALL THE WORLD…MAY GOD BLESS YOU AND KEEP YOU ALL

Love always, Sam Pegg

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The Parlotones – Band und Weinproduzent

Deutschland ist ihre zweite Heimat und deutsche Fans sind wie Südafrikaner

(Autorin/ Editor: Anne Schroeter)

Deutsche Interview-Zusammenfassung:

The Parlotones ist die international erfolgreichste Band, die Südafrika zurzeit zu bieten hat. Den endgültigen Durchbruch schafften sie in Europa zur WM 2010 mit der Beisteuerung des Titelliedes, der Live-Übertragungen der ARD (The Parlotones – Come Back As Heroes). Sie werden als Südafrikas Coldplay und Radiohead bezeichnet, überraschen jedoch auch mit Einzigartigkeiten. So haben sie zum Beispiel einen Rotwein (Giant Mistake) herausgebracht – weitere sind in Arbeit – und zur Amtseinführungszeremonie von Jacob Zuma (Präsident Südafrikas) gespielt. Obwohl die Euphorie der WM in Südafrika nachgelassen hat bzw. ganz verschwunden ist, spürt man die Nachwehen des Großereignisses deutlich. Endlich konnte man der Welt beweisen, dass man in der Lage ist solch ein Mega-Event zu organisieren. Mit diesem neu erlangten Selbstvertrauen und dem infrastrukturellen Fortschritt sei es nun möglich die gesellschaftlichen Probleme des Landes anzugehen.

Im September und Oktober tourten sie durch Europa und waren insbesondere von Deutschland begeistert. Denn hier spielen sie vor deutschen Fans, fühlen aber, als wären es Südafrikaner. Alle Konzerte waren ausverkauft und eine nächste Tour ist für April nächsten Jahres geplant. Dann werden sie wohl wieder die warme südafrikanische Sonne vermissen. Dafür aber auch unvergessliche Konzerte, vor hoffentlich immer größer werdenden Publikum spielen. Aber bevor sie abreisten, hat auch diese Band einen Zwischenstopp bei „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ eingelegt.

© The Parlotones

2010sdafrika-editorial staff: Hello and welcome on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“! You said that your tour is going fine and that you are enjoying yourself. So I was wondering whether you are noticing any differences compared to the tours you did before in Germany and Europe. I mean, now everybody knows at least one song, which is “Come Back Home As Heroes”

Answer: Yes, sure. The audience has doubled, maybe even tripled. And the audience actually sings along to the songs. It has been amazing. It’s incredible and we hope to double it again next time.

2010sdafrika-editorial staff: You are travelling on a bus together while being on tour. How is it, living on a bus for so long and with the same people?

Answer: It stinks! It is actually the same thing we have been doing for years and years. Just that the vehicle gets bigger. At first we started with a car, then a van. And it is more comfortable when someone else does the driving. We get along with the other band. Basically we play the show, hop in the bus and the next morning you wake up and you are in another town. So, all we really do in the bus is sleep.

2010sdafrika-editorial staff: What do you miss when being far away from home for so long?

Answer: The sun! But we miss ordinary things like friends and family. There is no routine while being on tour, so we miss the comforts of home. And some people think that we have been away for years and years and buy Biltong, saying “I bet you have not eaten this in a long time”. But come on, we have only been away from home for two weeks, but thank you.

2010sdafrika-editorial staff: You are playing together for quite a long time now, so what has changed about playing together? Is there anything about your music that has changed, or about the relationships amongst each other?

Answer: Well, one thing that definitely changed is that we can actually play our instruments now. We could kind of play when we started, but it wasn’t really good. And the bond has gotten a lot stronger. When you spend so much time together, you can just become either enemies or friends. And we chose the friends route.

2010sdafrika-editorial staff: You played many shows all over the world. Is there any show that is special to you? A show that was different than any other show you played, so far. And why was that show so special?

Answer: The best show we have done is in Johannesburg, Coca-Cola Dome. A big, massive arena that not a South African band has ever headlined. And we went to headliners and pulled all those people on our own. It was a very proud moment. And not many people thought that we could pull it of, but we did. But generally every gig is special on its own. There is not really a show that stands out above the rest, we enjoy them all the same. This tour has been really cool, the crowd has been singing along and all the concerts have basically been sold out. Especially in Germany, because Germans come to the show, and not all South Africans. And we are pretty excited having pulled so many new German fans to our shows.

2010sdafrika-editorial staff: You also played at the inauguration ceremony. How did it feel, since it was a completely different audience?

Answer: In fact, most of them liked us, but there were parts of people going “Change, change, buuuh”. We were a rock band, playing in front of a predominantly African crowd. It was very strange. But it was cool. Heads off to the Government for actually calling up a diverse line-up, incorporating all cultures even though the audience didn’t get all of it. But it was a good gesture.

2010sdafrika-editorial staff: You released a wine, something that surprised me, because I went to a shop, asking for the official World Cup wine, and they said that they did not have that, but they had a Parlotones wine. And I was surprised, because it is not really what you expect from The Parlotones. So, why wine? Usually Musicians would decide to design their own clothes, or release a perfume.

Answer: We love wine. In an interview they asked us what would your dream-property be and we said to own a small wine estate in Cape Town and to release a boutique wine. A fan of the Band read this and asked, well would you like to create you own wine and we said we would love to. And you know it’s not just a sticker on the bottle of wine. We set it and blended it. So it was very hands on and what you drink is actually what we create. And we own a portion of the company, so it is not like an endorsement, but something we have ownership on.

2010sdafrika-editorial staff: You played at the Opening of the World Cup. Do you think that the World Cup actually changed something about South Africa? Or did it just create happiness for four weeks and then everything went back to normal?

Answer:  The euphoria only lasted during the World Cup. But a lot of positive was taking out of it and will win, now that we know that we can achieve big things and that we can certainly tackle the problems that exist in our society. Good things remained, there is still progress, there is still spending on infrastructure, there is still development. And that is good for the Nation. The World Cup sped it up. And there is still a lot of investment that goes into the country.

ARD WM SONG 2010

2010sdafrika-editorial staff: In an interview you once mentioned that you wanted Germany to be your second home. Why Germany and why a second home?

Answer: The people are warm. After South Africa, besides parts in England this was the first place where we were achieving success. And the crowd felt like we were playing to a home audience. Though the crowd was smaller, but the way people reacted. And we expected that if we step down to the audience everyone would be South African. And we were very pleased when they were actually Germans. And every time we have been here, we always had a good time.

2010sdafrika-editorial staff: Thank you and enjoy your last show tonight.

Website of The Parlotones:

http://www.theparlotones.net/

Südafrika nach der Fußballweltmeisterschaft – Quo vadis?

Experten ziehen in der Brandenburgischen Landeszentrale ein Fazit zur ´Regenbogennation´

(Autorin: Annalisa Wellhäuser)

Im August 2010 fand in der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung in Potsdam eine Veranstaltung zum Thema „Südafrika nach der Fußballweltmeisterschaft“ statt. Die politische und soziale Situation des letzten WM-Gastlandes stand im Mittelpunkt der Diskussion.

Neben Bärbel Möller als Moderatorin, standen als Referenten Gerd Rüdiger Stephan, ehemaliger Leiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) im südlichen Afrika, sowie Dr. Klaus Freiherr von der Ropp von SA Consulting Potsdam, dem Publikum für Fragen zur Verfügung.

© v.l.: Gerd Rüdiger Stephan, Dr. Bärbel Möller und Dr. Klaus Freiherr von der Ropp

Gerd Rüdiger Stephan betonte zunächst die positiven Entwicklungen Südafrikas seit Apartheidsende, welche trotz der großen Probleme nicht vergessen werden dürften. Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Staaten seien dank der progressiven Verfassung des Landes die bisherigen Wahlen stets demokratisch und fair abgelaufen. Zudem habe Südafrika bis 2005 ein Wirtschaftswachstum von 5 Prozent zu verzeichnen und besitze eine relativ stabile Währung. Grund dafür seien unter anderem der Rohstoff-Reichtum und der produktive Tourismussektor.

Als Erfolg bezeichnete er ausserdem die diesjährige Fußballweltmeisterschaft. Entgegen aller Befürchtungen sei es weder während der WM, noch nach Abflauf dieses Großspektakels zu Unruhen gekommen. Auch die Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur würden nach dem Ende der WM dem Lande nachhaltig zugute kommen. Interessant erweist sich dessen Feststellung, dass die aktuellen Probleme in Südafrika gewisse

Parallelen zur ehemaligen DDR aufweisen. Arbeitslosigkeit, die riesige Diskrepanz zwischen Arm und Reich, die zunehmende Inflation und somit drastischer Preisanstieg der Grundnahrungsmittel – all dies bedinge den „sozialen Zündstoff“. In Südafrika löste diese explosive Stimmung umfrangreiche Streiks und sogar tödliche Ausschreitungen aus, welche sich 2008 gegen afrikanische Einwanderer in den Townships richteten. Gewaltverbrechen wie Mord, Totschlag, Raub und Vergewaltigung gehören zudem zum südafrikanischen Alltag.

Die Aufklärungsrate bezifferte Stephan allerdings mit nur 13 Prozent; eine erschreckende Statistik. Bestehende Energieprobleme, verursacht durch unregelmässige oder ausgebliebene Wartungen in Kraftwerken, sei ein weiteres Faktum zu den aktuellen Herausforderungen dieser jungen Demokratie. Der Strom werde manchmal für Stunden abgeschaltet, sodass Notstromaggregate genutzt werden müssen, mit der Konsquenz eines extremen Energiepreisanstieges.

Als weiteres Problem nannte er die abnehmende Qualität des Schul-und Gesundheitssystems. Zwar genießen die Patienten einen hohen Versorgungsstandard, dennoch sind die meisten Bürger hierbei ausgeschlossen. Hinzu kommt die Aidsrate, die dritthöchste weltweit. Zu bemängeln sei auch das gegenwärtige politische System Südafrikas, mit dem damaligen unter Korruptionsverdacht stehenden Präsidenten Jacob Zuma sowie die schwache Rolle der Opposition gegenüber der Regierungspartei ANC. Summa summarum sind in Südafrika positive und negative Entwicklungen zu beobachten, beendete der ehemalige RLS-Leiter im südlichen Afrika auf diesem Wege dessen soziopolitische Analyse.

Dr. Klaus Freiherr von der Ropp schloss sich der Position Stephans bezüglich der ,,scheinbaren Parallelität zwischen Südafrika und dem Deutschland von 1989“ an. Allerdings sei eine demokratische Struktur, wie es sie in Deutschland gibt, in Südafrika „überhaupt nicht“ vorhanden.

Zur Weltmeisterschaft sagte er, diese sei eine ,,hervorragende Leistung“, da es zu keinen Aufständen gekommen ist. Dies sei nämlich vor allem der internationalen Unterstützung zu verdanken, besonders die der Amerikaner und Briten. Er warf allerdings die interessante Frage auf, ob die während der WM herrschende Stabilität und Sicherheit auch von Dauer sein kann. Denn in jeglichen Verwaltungsbereichen mangele es nach wie vor an qualifizierten und erfahrenen Fachkräften. So gelinge es der Polizei weiterhin nicht, die hohe Kriminalität zu bekämpfen und Verbrechen aufzuklären. Auch der Zoll in Südafrika erfordere enorme Anstrengungen. Durch den ,,löchrigen“ Zoll drückten illegale Importe aus China die lokale Produktion, verstärkt durch mangelnde Kontrolle an den Außengrenzen. Beides führe zu mehr Arbeitslosen sowie zur Abwanderung von Fachkräften ins Ausland. Korruption spiele hierbei auch eine große Rolle, so Dr. von der Ropp.

Weiterhin würden Trink-und Abwassersysteme sowie Kraftwerke nicht mehr ordnungsgemäß gewartet. Die Folge seien kontaminiertes Wasser, Stromausfälle und Strompreiserhöhungen, wie es Gerd Rüdiger Stephan bereits angemerkt hat. Der Grund für die nicht funktionierenden Verwaltungsbereiche sei die nach Apartheidsende eingeführte Affirmative Action Policy, welche die Einbindung der bisher benachteiligten Mehrheit vorsieht. Diese sei aber in der Realität nicht umzusetzen. Denn die Mehrheit der schwarzen Südafrikaner erfuhr während der Apartheid nicht die nötige Ausbildung und Berufserfahrung. Hingegen wurden fachkundige Afrikaaner, also holländischstämmige (weiße) Südafrikaner, im Gegenzug entlassen. Der einzige Bereich, in welchem die Affirmative Action noch keinen Einzug erhalten hat, sei die Finanzverwaltung und Zentralbank. Dr. von der Ropp betonte, dass diese Tatsachen in Südafrika einfach totgeschwiegen würden.

Zum Schluss seines Vortrages plädierte der Vertreter von SA Consulting Potsdam die Einsetzung eines funktionierenden Beamtenapparates. Er habe die Hoffnung, dass Präsident Zuma dies erkennt und berufserfahrene, fachkundige Afrikaaner einstellen würde. Zudem sollten die Afrikaanssprachigen sowie die indischstämmigen Südafrikaner ein Minderheitenschutz genießen.

Überwacht könnte dieses System durch die Briten, bedingt durch den hohen Anteil britischstämmiger Südafrikaner. Deutschland hingegen werde hierbei keine bedeutende Rolle einnehmen können, denn schließlich, so Dr. von der Ropps weiter, habe sich die Bundesregierung auch in der Vergangenheit stets zurückgehalten.

Das Publikum fand ein großes Interesse an der Veranstaltung der Brandenburgischen Landeszentrale. Während der Diskussion eröffneten sich den Teilnehmern stets Fragen nach den Lösungsmöglichkeiten der Regierung unter Präsident Jacob Zuma. Wie solle der Präsident die bestehenden Probleme im Lande lösen, besprach das Publikum im direkten Gespräch mit den Referenten diese komplexe Fragestellung. Fest stand, dass Zuma als Person sowie dessen Handlungen bei den Veranstaltungsteilnehmern umstritten war.

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2010sdafrika-Artikel bei der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung  veröffentlicht:

http://www.politische-bildung-brandenburg.de/programm/veranstaltungen/2010/aug18_bericht.html

Interview: Film director Teboho Edkins

German-South African film director about his work and Southern Africa

(Editor: Ghassan Abid)

Teboho Edkins, born in 1980 in the United States of America, grown up in Lesotho, Germany, South Africa as well as France, is film director and following the career of his renowned father Don Edkins, one of the most famous film producers of South Africa.

In Cape Town he studied Arts and he enhanced his course of studies with post graduations in France and Germany.  Teboho Edkins documentaries are characterized by sociolcritical bias, for which he has taken several awards. In addition, he took part  at umpteen film festivals, such as FID Marseille, Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou (FESPACO), International Filmfestival Innsbruck, Vision du Reel Nyon, Tampere Short Film Festival or Berlinale.  Teboho Edkins is explaining to our South Africa web portal his job-related visions and documentaries on South Africa.

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2010sdafrika-editorial staff: We welcome on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, the German gateway to South Africa, the in Berlin living filmmaker Teboho Edkins. You concentrate in your work on documentaries with sociocritical messages on South African issues. In „Ask me I’m positive“, „True Love“, or „Looking Good“ you focused your productions on HIV. What are the reasons to debate this pandemic?

Anwer: The HIV pandemic, especially in Lesotho at the time when I made my first film, Ask me I’m positive, was a monster that could simply not be ignored, it was all prevalent but at the same time invisible –not understood. Just image- Lesotho in 2004 was a county where almost 30% of the population was infected with HIV, but only a handful of people were public about their status and three of these were the protagonists in the film. There was (and still is to an extent is) such confusion and prejudice about the disease that it was the only topic I felt I could make a film about.

What helped make the film possible was that it was part of a really exciting revolutionary series of 35 films titled, STEPS for the future, on HIV by Southern African filmmakers that had been launched in 2000.

In my other film True Love, I don’t really deal with the HIV pandemic as such, but it so happens that the character in Lesotho is HIV, so its not about him being HIV positive but rather about a person that happens to be HIV positive experiencing love and sex. (That he is HIV positive is the status quo, I am trying to show how beyond having the virus one lives a normal life- and I think this is really important to understand especially in the context of Southern Africa where so many people are infected).

2010sdafrika-editorial staff: In „Gangster Project 1, you are taking a new topic with regard to crime in South Africa. Are you changing your view on other social challenges?

Answer: Well I am not really a political activist, so I make films on topics that I find relevant and interesting, and that I want to explore filmically. After the HIV films for instance I made Gangster Project 1, a sort of deconstruction of a Gangster Rap video with real gangsters and then I also made Kinshasa 2.0  a short film about democracy and the internet using second life, a virtual world …

2010sdafrika-editorial staff: Your new movie will be handling with crime in South Africa, too. What’s the exactly title of your newest production, when it will be come out in Germany and what it is about?

Answer: The working title of my latest film is Gangster Project . (its sort of picks up on the idea of Gangster Project 1). Briefly it is a feature length half-fiction half documentary Gangster film shot in Cape Town, South Africa.. The basic story is a young white person wanting to make a perfect gangster film, without really knowing what gangsters are, he meets various gangsters, finally casts what he believes are the perfect gangsters for his film, hangs out with them and pretty soon finds their life uninspiring and boring, the violence they commit petty and dirty so he starts to instigate acts of violence himself (all in the spirit of making his gangster film), and so paradoxically grows closer to them and understands them as people with real fears, too frightened to leave their house…

© Teboho Edkins (third one from left) with actors of his movie "Gangster Project"

We are still in the postproduction phase of this film, so it will only be properly finished, that at is colour graded, mixed etc end of November. We will then initially launch it onto the film festival circuit, including festivals in Germany and then perhaps a television station might buy it or it might show in a small cinema here and there for a short time…. its early days yet.

2010sdafrika-editorial staff: How do you would like to describe the current crime situation in South Africa?

Answer: I am not an expert on crime in South Africa but the statistics all say its one of the most violent countries in the world, has one of the highest murder rates, rape rates etc.

I do understands though that the crime is very uneven (South Africa is famous as the land of contrasts no? ) meaning that you are much, much more likely to be killed or raped if you are poor and live in a township, so the crime has to be understood geo politically, within the political apartheid context of South Africa. Which is why in my film the white boy leaves his relatively safe neighbourhood to go where the violence is and is consumed by it…

2010sdafrika-editorial staff: Which experience has you already done with German partners in respect of film distribution. Your documentaries are targeting explicit South African problems, so the question arises if your arts getting a good feedback by German cinemas, broadcastings and spectators?

Answer: That is an interesting question. I studied at a post grad art institution in France and did a post grad film school in Berlin so even if I made films in Southern Africa I often did it through European Institutions and funding and I would like to think that if the film is good as a film, then the location is not as important as the way one goes about making the film and the filmmaking process make it interesting beyond its location.

So in fact my films have had most of their successes and distribution at European films festivals like Oberhausen Short film festival, Visions Du Reel, Leipzig, Berlinale, Marseille etc as well as European television stations like ARTE, YLE, TV2..

2010sdafrika-editorial staff: Will it be imaginable to produce one day movies from genre entertainment/ science fiction, such as your South African colleague Neill Blomkamp with District 9? These movies are very successful according to turnover, but their are losing in many cases the real message to the public. Do you agree with this opinion?

Answer: Its often true that the larger a budget a film has, the more it is controlled by the producers or the studios and leaves the director less and less control. And I don’t’ think I would ever want to make a film over which I don’t have control, even (or especially) if it’s a Slasher Zombie set in a nature reserve..

2010sdafrika-editorial staff: Which are your next cinematic ideas and will you shoot a film with your father Don Edkins, who is counting to one of the most famous film producers from South Africa?

Answer: In fact I am currently working on my next idea, (which is partly why I am in South Africa as I write this), but would rather keep quite about if for the moment, its still very half baked. And yes working with my father Don Edkins, – he produced my first two documentary films, was really rewarding (even if it made my mother a bit irritated that is all we would talk about, and bring the stress to the dinner table) and I would love to work make more films with him.

2010sdafrika-editorial staff: Teboho Edkins, thank you very much for your time to this interview!

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This interview has been translated in German. For this one please click on following link:https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/08/06/filmregisseur-teboho-edkins-im-interview/

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Teboho Edkins at „Berlinale Talent Campus“:

http://www.berlinale-talentcampus.de/campus/talent/teboho-edkins/profile

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2010sdafrika-Artikel published on artsouthafrica.com:

http://www.artsouthafrica.com/?news=203

„Weltneugier“ berichtet übers Südafrika-Portal

Ghassan Abid im Interview mit Weltneugier

Wir hatten ja in der letzten Woche bereits einen Gastartikel von Ghassan Abid für unsere Themenwochen Südafrika veröffentlicht. Heute möchte die Weltneugier den Herausgeber und die Arbeit des Webportals „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ etwas näher und ausführlicher vorstellen. Zunächst ein paar Worte zur Arbeit des Webportals. Abid und seine Redaktion sind mit dem Anspruch angetreten, anhand von Analysen, Beobachtungen und Hintergrundberichten das Land am Kap der guten Hoffnung seinen Lesern näher zu bringen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem deutschen Engagement in Südafrika, wobei die Redaktion insgesamt fünf thematische Ressorts bedient: Business, Kultur & Gesellschaft, Literatur & Wissenschaft, Politik sowie dieses Jahr vor allem auch die WM 2010.

Gerade aufgrund des aktuell sehr großen Interesses an Südafrika konnte man innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Kooperationen mit Institutionen der Öffentlichen Verwaltung, Medien, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft aus Deutschland und Südafrika etablieren.

Wir hatten in den letzten Tagen die Möglichkeit mit Herrn Abid ein kleines Interview per E-Mail zu führen, in dem wir ihn zu verschiedenen Punkten hinsichtlich des Themas Südafrika befragt haben. Und natürlich wollten wir auch wissen, welches Team er als WM-Favoriten sieht 😉 (…) aber lest selbst, was er zu berichten hat.

© Screenshot: Südafrika-Portal bei Weltneugier/ Stepin GmbH

Hallo Herr Abid. Vielen Dank, dass Sie sich etwas Zeit für uns und unsere Fragen genommen haben. Erzählen Sie doch bitte zunächst etwas über sich und Ihren Werdegang.

Guten Tag. Ich bin studierter Diplom-Politikwissenschaftler mit dem Forschungsschwerpunkt Südafrika in Kombination mit deutscher Außenpolitik. Ich absolvierte in den Jahren 2008 bis 2009 mehrere Arbeitseinsätze bei deutschen Regierungsinstitutionen in Südafrika und nach meiner Rückkehr in Deutschland, führte ich unabhängig von meinen praktischen Erfahrungen umfangreiche Forschungsarbeiten durch, welche als Fachbuch unter dem Titel „Deutschlands Engagement in Südafrika: Staatliche und privatwirtschaftliche Interessen in Analyse zu den Theorien der IB“ (ISBN: 978-3-941482-63-0) veröffentlicht wurden. In der Nacht vom 29. zum 30. Januar 2010 gründete ich schließlich das Webportal „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. Gegenwärtig plane ich ein weiteres deutsch-südafrikanisches Forschungsprojekt.

Wie sind Sie überhaupt zu dem Thema Südafrika gekommen bzw. was war Ihre Motivation, das Webportal zu starten?

Wer sich in Deutschland über Südafrika informieren möchte, dem stehen in erster Linie zahlreiche deutsche Medien zur Verfügung. Kritisch finde ich hierbei zwei Aspekte: Zum Einen übernimmt die überwiegende Mehrheit der Presse eins zu eins die Meldungen von Presseagenturen, namentlich der dpa. Ich finde, man sollte gemäß dem aufklärerischen Ideal von Immanuel Kant sich ganz seines eigenen Verstandes bedienen. Zum Andern lesen sich zahlreiche Artikel völlig losgelöst vom soziopolitischen und kulturellen Kontext. Diesem Anspruch kommen wir im Südafrika-Portal nach. Als Beispiel möchte ich die praktizierte Polygamie des Präsidenten Jacob Zuma mit drei Ehefrauen und einer Verlobten an seiner Seite nennen, die man durchaus kritisieren kann. Jedoch sollte man zur Kenntnis nehmen, dass die Ethnie der Zulus, dem der Präsident angehört, die Mehrehe schon allein aus der traditionellen Identität heraus beansprucht. Dieses interkulturelle Verständnis fehlt leider hierzulande zu oft und wir Deutsche neigen dazu, alles aus unserem Blickwinkel her zu bewerten.

Außerdem ist mir persönlich ganz wichtig, dass die Südafrikaner selbst öfters zu Wort kommen sollten. So haben wir im Webportal den Romanautor Roger Smith, die Künstlerin Zanele Muholi und andere interviewt. Aber auch deutschsprachige Personen behalten wir stets im Blickfeld unserer Arbeit, wie die nach Südafrika ausgewanderte Schweizer Buchautorin Barbara Brühwiler, die Afrika-Zuständige der DEUTSCHEN WELLE oder eine Praktikantin von IBM South Africa

Ein paar Fragen zur Arbeit des Portals. Seit wann gibt es „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ und wie viele Leute arbeiten in der Redaktion bzw. aus welchen Bereichen kommen die Mitarbeiter?

Die 2010sdafrika-Redaktion besteht aus einem jungen Team der verschiedenen akademischen Disziplinen, teilweise noch im Studium. Gegenwärtig sind wir nach fünf Monaten seit Bestehen des Südafrika-Portals acht Personen, erhalten aber in Kürze von zwei weiteren Personen Verstärkung, da die Arbeit im Vorfeld der WM gewaltig ist. Unser Angebot entspringt bisweilen gemeinnütziger Natur, jedoch sind wir seit wenigen Tagen nun offiziell auf Sponsoren- bzw. Werbepartner-Suche.

Wie finanziert sich das Portal?

Das Portal ist wie bereits angesprochen noch ein gemeinnütziges Projekt, wie viele Portale zum Anfang ihres Werdeganges. Ich bin zuversichtlich, dass wir demnächst einen Sponsor finden werden, der unser Ziel hinsichtlich der Herstellung einer soziokulturellen Verbindung zwischen Berlin und Pretoria unterstützten wird. Wir verfügen über eine steigende und aktive Leserschaft und konnten in der Presse mehrfach in Erscheinung treten. Wir sind nun in der Lage, das Interesse von möglichen Sponsoren auf uns zu ziehen. Da wir vor allem viele junge Leute ansprechen, wird sich das Sponsoring auf diese Zielgruppe konzentrieren.

Zurück zum Thema Südafrika. Gerade im Vorfeld der WM scheint die allgemeine Wahrnehmung Südafrikas in Deutschland ja zwischen traumhaftem Urlaubsziel und einem der gefährlichsten Länder der Welt zu pendeln. Gerade in Bezug auf den zweiten Aspekt wird immer wieder auf die hohe Kriminalitätsrate und die innenpolitischen Turbulenzen bzw. gesellschaftlichen Spannungen verwiesen. Woher denken Sie kommt diese Divergenz und inwiefern würden Sie sagen, dass Aspekte der beiden Positionen der Realität entsprechen?

Unser Webportal trägt den Namen „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. Dieser im Titel abgeleitete Gegensatz entspringt der Apartheid, welche mit den ersten demokratischen Wahlen von 1994 offiziell ihr Ende fand. Inoffiziell jedoch bestimmen nach wie vor verschiedene Entwicklungsprozesse das Land Südafrika. Wenn man sich nur Johannesburg mit seinen gegenwärtig 3,9 Millionen Einwohnern anschaut, dann wird schnell ersichtlich, dass im Norden dieser Metropole vor allem weiße und wohlhabende Bürger leben, etwa in den Stadtteilen Sandton und Parktown, während im Süden der Stadt vor allem Bedürftige und Arme (über)leben müssen, etwa in Hillbrow oder Soweto.

Die Apartheid hat die Weichen für die heutigen Probleme des Landes gestellt, welche übrigens als diesbezügliche Annahme in den Politikwissenschaften weitgehender Konsens ist. Die Wahrnehmung Südafrikas wird auch innerhalb der südafrikanischen Gesellschaft differenziert aufgefasst. Während vor allem Weiße ihre Heimat mit viel Pessimismus begegnen, verknüpfen vor allem junge Schwarze mit dem Modernen Südafrika viel Hoffnung; zumindest noch. Wenn Sie mich nach meiner persönlichen Einschätzung fragen, dann würde ich sagen, dass das Land noch erhebliche Defizite zu bewerkstelligen hat. Deutschland tritt hierbei nach der Europäischen Union als wichtigster entwicklungspolitischer Partner der „Regenbogennation“ auf.

Die angesprochene Kriminalität erweist sich als ein kleines Mosaik zu den zahlreichen Herausforderungen der jungen Demokratie. Diese dramatische Sicherheitslage spiegelt sich vor allem in Johannesburg wieder, mit dem Ruf der gefährlichsten Stadt der Welt, wo die Zahl der Morde die der Verkehrstoten übersteigt! Immer mehr gut ausgebildete Südafrikaner entziehen sich dieser Unsicherheit und wandern zum Nachteil des nationalen Arbeitsmarktes ins Ausland ab, welches in Fachkreisen als „brain drain“ bezeichnet wird.

Wenn man sich etwas näher mit der Bedeutung der WM 2010 für das Land beschäftigt, zeigt sich, dass die öffentliche Meinung in Südafrika immer kritischer dem Fifa Turnier gegenübersteht. Wie schätzen Sie die Bedeutung der WM ein – eher eine Chance für das Land oder nur eine Großveranstaltung, die Südafrika eigentlich nichts außer modernen Stadien und ein paar Touristen bringen wird?

Als Wissenschaftler und Online-Journalist obliegt es mir, sämtliche Informationen nach ihrem Wahrheitsgehalt zu überprüfen; konkret nach den Kriterien Reliabilität und Validität zu bewerten. Die WM-Organisatoren gehen davon aus, dass dieser Sport-Event ein wirtschaftlicher Gewinn für Südafrika sein wird. Jedoch kann diese Erwartungshaltung auf Basis statistischer Zahlen wohl nicht bestätigt werden. Wolfgang Männing, Professor für Ökonomie an der Universität Hamburg, geht seit Jahren genau dieser Fragestellung nach. Seinen Berechnungen und Beobachtungen zufolge, wird die WM 2010 kaum positive Effekte auf die Volkswirtschaft Südafrikas entfalten können.

Erfahrungsgemäß werden bei Mega-Events, wie der Fußball-EM 2004 in Portugal oder der Fußball-WM 1998 in Frankreich, beispielsweise sämtliche Hotelbuchungen innerhalb des betreffenden Jahreszeitraumes unmittelbar zeitnah an der Sportveranstaltung in Erwägung gezogen. Dieses Phänomen wird als „Time-Switching“ bezeichnet. Auch sind bei der WM 2006 in Deutschland kaum spürbare Umsätze im Tourismus, in der Gastronomie, beim Einzelhandel bzw. Handel zu beobachten gewesen. Der „couch potatoe-Effekt“ besagt, dass sämtliche Branchen einer Volkswirtschaft zumindest für den Zeitraum des Mega-Events eher Gewinneinbrüche zu bewältigen haben, da sich das gesellschaftliche Leben für diese wenigen Wochen verstärkt in den privaten Lebensbereich umverlagert.

Zu Südafrika kann ich hinzufügen, dass die erwarteten 500.000 Besucher aus Übersee, wie 2009 von der südafrikanischen Regierung erhofft, nun ganz aktuell auf 350.000 Gäste abgesenkt wurde. Ich persönlich pflege enge Kontakte nach Südafrika, auch zu Hoteliers, die mir ihre Enttäuschung zu leerstehenden Zimmern nicht vorenthalten konnten. Das einzig Positive dieser WM speziell für das Land Südafrika wird die Tatsache sein, dass die verschiedenen Ethnien, Hautfarben und Kulturen miteinander feiern, lachen und diskutieren werden – wie es bei der Rugby-WM 1995 bereits zu beobachten war.

In Anbetracht der Apartheid erweist sich dieser Umstand als wichtiger denn je. Auch bewerte ich die Infrastrukturmaßnahmen in den WM-Ausrichterstädten für sinnvolle Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr, vor allem für die Stadtentwicklung Johannesburgs.

In Bezug auf die WM wird auch immer wieder die Bedeutung des Turniers für den gesamten afrikanischen Kontinent hervorgehoben. Als Beispiel könnte man hier die Aussagen des ehemaligen Präsidenten Thabo Mbeki während der letzten Bewerbungsrunde vor dem Fifa-Komitee im Mai 2004 nehmen. Würden Sie dieser Bedeutung zustimmen?

Durchaus! Die WM 2010 ist deshalb eine afrikanische WM, weil diese zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent stattfindet. Die Afrikanische Union, als Abbild zur EU, hat diese WM bereits zum gesamtafrikanischen Spektakel erklärt. Mich persönlich würde interessieren, wie viele Fußball-Fans aus welchen Staaten Afrikas nach Südafrika anreisen werden. Leider liegen mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Statistiken zu den erwartenden afrikanischen WM-Fans vor.

Bevor wir zum Schluss kommen – natürlich noch die Frage, wer Ihr Favorit für den WM-Titel ist?

Die meisten Interviewten im Südafrika-Portal haben uns bezüglich dieser Frage die Antwort „Deutschland oder Südafrika“ gegeben. Diese Standardaussage will ich nicht treffen, zumal ich mehrere Favoriten gleichzeitig habe. Ich kann hierzu nur folgendes sagen – ich hoffe, dass bei dieser WM auf dem afrikanischen Kontinent die afrikanischen Mannschaften besser abschneiden können, als in der Vergangenheit; also Südafrika, Ghana, Nigeria, Elfenbeinküste, Kamerun und Algerien. Deutschland und Frankreich drücke ich aber auch die Daumen!

Zum Abschluss. Haben Sie konkrete Pläne oder Ziele, die Sie mit dem Webportal in naher Zukunft erreichen wollen?

Als Herausgeber des Südafrika-Portals muss ich stets neue Pläne parat haben und mit peppigen Ideen meine Redaktion bei Laune halten. Auf jeden Fall wollen wir einen Sponsor bzw. Werbepartner von unserem Webportal überzeugen. Ferner möchten wir die Anzahl unserer Redaktionsmitglieder von bald zehn bis zum Ende des Jahres auf zwanzig erhöhen, um das Arbeitspensum so besser verteilen zu können.

Außerdem ist uns wichtig, unsere bisherige Leserschaft und Pressepartner halten und weitere hinzugewinnen zu können. Dem kommen wir nach, indem wir verstärkt mit dem Who-is-Who in den deutsch-südafrikanischen Beziehungen sprechen, neue Bewegungen der Kulturszene aufdecken und Dinge thematisieren, die durch die Presseagenturen für nichtig gehalten werden.

Mein ganz persönlicher Traum wäre es, eines Tages das Aushängeschild Südafrikas in Hollywood interviewen zu dürfen; Charlize Theron.

Viel Erfolg mit dem Projekt und vielen Dank. P.S.: Und übermitteln Sie unsere Grüße an Frau Theron. 😉

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Artikel bei Weltneugier/ Stepin GmbH veröffentlicht:

http://www.stepin.de/weltneugier/interview-mit-ghassan-abid-suedafrika-land-der-kontraste/